Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Emmy Noether-Nachwuchsgruppe an der RUB: Präzisionsmesstechnik für die Thermodynamik

22.04.2015

Im Bereich der Erdgasaufbereitung und CO2-Speicherung sind Modelle gefragt, die den Übergang von der flüssigen in die gasförmige Phase in fluiden Gemischen beschreiben. Um sie zu entwickeln, bedarf es experimenteller Daten und Präzisionsmesstechnik. Diese Technik entwickelt das Team um Dr.-Ing. Markus Richter vom Lehrstuhl für Thermodynamik der Ruhr-Universität Bochum. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat zu diesem Zweck eine neue Emmy Noether-Nachwuchsgruppe an der Fakultät für Maschinenbau eingerichtet, die sie mit 1,95 Millionen Euro fördert.

Schnittstelle: Dichtemessung und Oberflächenphänomene

Um den Phasenübergang eines fluiden Stoffes zwischen Flüssigkeit und Gas genau modellieren zu können, werden nicht nur Informationen über Druck, Temperatur und Zusammensetzung benötigt, sondern auch über die Dichte. „Solche vollständigen Datensätze sind selten und zudem leider sehr ungenau“, sagt Markus Richter.

„Als wir erste Vorarbeiten für den Emmy Noether-Antrag durchgeführt haben, wurde schnell klar warum: Dichten in der Nähe der Phasengrenze oder etwa entlang der Phasen-grenze genau zu messen, ist gar nicht so einfach.“

Die Ursache hierfür ist nicht die Dichtemesstechnik selbst, sondern komplexe Oberflächenphänomene, die die Messung beeinträchtigen. Deshalb wollen die RUB-Forscher nun erstmalig die etablierten Forschungsgebiete der Dichtemessung und der Oberflächenphänomene miteinander verknüpfen.

Oberflächenphänomene verstehen, quantifizieren und modellieren

Die Dichtemesstechnik des Bochumer Lehrstuhls für Thermodynamik ist seit über 20 Jahren als internationaler Standard anerkannt. Gleiches gilt für Stoffdatenmodelle, die an den Lehrstühlen von Prof. Span und Prof. Wagner entstanden sind.

„Mit der Erfahrung an der RUB wird es trotz der kurzen Zeit machbar sein, eine aufwändige hochgenaue Dichtemessanlage aufzubauen. Die Herausforderung besteht nun darin, die uns störenden Oberflächenphänomene zu verstehen und zu quantifizieren, damit diese angemessen mathematisch beschrieben werden können“, erklärt Dr. Richter.

Mit der neuen Präzisionsmesstechnik und zuverlässigen Kenntnissen der Oberflächenphänomene können Stoffdatenmodelle für Gemische zukünftig in bislang nicht erreichbarer Genauigkeit entwickelt werden. Energie- und Verfahrenstechnik können davon profitieren.

Weitere Informationen

Dr. Iris Bertozzi, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Fakultät für Maschinenbau der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27265, E-Mail: ib-dekanat-mb@rub.de

Dr. Julia Weiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gesundes Altern: Neues EU-Projekt zur menschlichen Leber
23.08.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich
23.08.2017 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

6. Leichtbau-Tagung: Großserienfähiger Leichtbau im Automobil

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Turbulente Bewegungen in der Atmosphäre eines fernen Sterns

23.08.2017 | Physik Astronomie

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten