Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue DFG-Forschergruppe: Wie extreme Hochwasser entstehen

13.12.2016

Eine neue Forschergruppe untersucht, wie extreme Hochwasser entstehen und wie sich ihr Risiko besser voraussagen lässt. Sprecher der Gruppe ist Prof. Dr. Andreas Schumann von der Ruhr-Universität Bochum. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Arbeiten des Teams mit 2,2 Millionen Euro für drei Jahre. Weitere 400.000 Euro steuert der österreichische Wissenschaftsfonds bei.

Die DFG gab die Bewilligung auf der Wintersitzung des Senats im Dezember 2016 bekannt. Das Projekt namens „Space-Time Dynamics of Extreme Floods (Spate)“ beginnt Mitte 2017.


Sprecher der neuen Forschergruppe: Andreas Schumann

© RUB, Daniel Sadrowski

Unterschied zu normalem Hochwasser

„Extreme Hochwasser sind in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland gehäuft aufgetreten“, sagt Schumann, Leiter des Bochumer Lehrstuhls für Hydrologie, Wasserwirtschaft und Umwelttechnik. Seine Kollegen und er analysieren in sechs großen Flussgebieten in Deutschland und Österreich, welche Bedingungen seit Beginn des 20. Jahrhunderts zu besonders starken Hochwassern geführt haben.

Das Team berücksichtigt zum Beispiel extreme Großwetterlagen und den Einfluss der Alpen. Auch die sich anhäufenden Effekte vieler lokaler Eingriffe in die Gewässer durch Baumaßnahmen kalkulieren die Forscher ein. Im Vergleich zu normalen Hochwasserereignissen möchten sie herausfinden, welche Kombinationen von Einflussfaktoren für extreme Überschwemmungen verantwortlich sind.

Die Erkenntnisse fließen in Computersimulationen und stochastische Modelle ein. Diese spiegeln dann zum einen wider, welche Kombinationen natürlicher Bedingungen in der Atmosphäre und im Flussgebiet besonders risikoträchtig sind. Zum anderen reflektieren sie den Einfluss des Menschen und die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Faktoren. Schlussendlich sollen es die Modelle ermöglichen, das Risiko für künftige Hochwasser und deren Stärke besser zu beurteilen.

Extreme Überschwemmungen in Deutschland

„Das Weihnachtsfest 1993 dürfte vielen Bürgern der Stadt Köln noch in schlechter Erinnerung sein – die Altstadt und andere Stadtteile waren überflutet“, so Andreas Schumann. „Diese Katastrophe war der Beginn einer Reihe extremer Hochwasserereignisse, die in den folgenden 20 Jahren in weiten Teilen Deutschlands Milliardenschäden verursacht haben – aber auch Todesopfer und viel menschliches Leid zur Folge hatten.“

Im Jahr 1995 trat der Rhein erneut über seine Ufer; 1997 wurde der Oderbruch überflutet, in den Jahren 1999, 2002, 2005, 2006 und 2013 traf es das Flussgebiet der Donau und in den Jahren 2002, 2006 und 2013 das Gebiet der Elbe.

Kooperationspartner

Das Bochumer Team kooperiert mit Kolleginnen und Kollegen der Universitäten in Hannover, Stuttgart und Frankfurt am Main, der Technischen Universität Wien sowie dem Geoforschungszentrum in Potsdam und dem Umweltforschungszentrum in Halle. Wissenschaftler aus den Fachbereichen Hydrologie, Meteorologie, Wasserbau, Statistik, Agrarwissenschaften und Umweltgeschichte arbeiten zusammen.

Pressekontakt

Prof. Dr. Andreas Schumann
Lehrstuhl für Hydrologie, Wasserwirtschaft und Umwelttechnik
Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 32 24693
E-Mail: andreas.schumann@rub.de

Dr. Julia Weiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht CES Innovation Award für kombinierte Blick- und Spracheingabe im Auto
23.01.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

Physiker haben eine lichtmikroskopische Technik entwickelt, mit der sich Atome auf der Nanoskala abbilden lassen. Das neue Verfahren ermöglicht insbesondere, Quantenpunkte in einem Halbleiter-Chip bildlich darzustellen. Dies berichten die Wissenschaftler des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel zusammen mit Kollegen der Universität Bochum in «Nature Photonics».

Mikroskope machen Strukturen sichtbar, die dem menschlichen Auge sonst verborgen blieben. Einzelne Moleküle und Atome, die nur Bruchteile eines Nanometers...

Im Focus: Optical Nanoscope Allows Imaging of Quantum Dots

Physicists have developed a technique based on optical microscopy that can be used to create images of atoms on the nanoscale. In particular, the new method allows the imaging of quantum dots in a semiconductor chip. Together with colleagues from the University of Bochum, scientists from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute reported the findings in the journal Nature Photonics.

Microscopes allow us to see structures that are otherwise invisible to the human eye. However, conventional optical microscopes cannot be used to image...

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

23.01.2018 | Veranstaltungen

Gemeinsam innovativ werden

23.01.2018 | Veranstaltungen

Leichtbau zu Ende gedacht – Herausforderung Recycling

23.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lebensrettende Mikrobläschen

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

3D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren Stahl-Produkten

23.01.2018 | Maschinenbau

CHP1-Mutation verursacht zerebelläre Ataxie

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics