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Neue deutsch-russische Nachwuchsgruppe am Dresdner Helmholtz-Zentrum

14.11.2011
Der Materialforscher Dr. Kay Potzger vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und fünf weitere Helmholtz-Wissenschaftler erhalten von der Helmholtz-Gemeinschaft in den nächsten drei Jahren jeweils 150.000 Euro, um deutsch-russische Nachwuchsgruppen aufzubauen.

Kay Potzger möchte das Geld nutzen, um eine langfristige Zusammenarbeit mit der Physikerin Dr. Alevtina Smekhova von der M.V.Lomonosov Moscow State University aufzubauen.

Beide Wissenschaftler beschäftigen sich mit dem Material Titanoxid, das beispielsweise als Lebensmittelzusatzstoff sowie für die Herstellung von Farben und Lacken angewendet wird, aber auch für die Materialforschung sehr interessant ist: Titanoxid ist eigentlich ein nicht magnetisches Material, lässt sich jedoch magnetisieren, wenn man dessen Struktur durch Einbringen fremder Atome gezielt ändert.

Die neue deutsch-russische Nachwuchsgruppe hat das Ziel, die Ursachen der in magnetischem Titanoxid gefundenen besonderen Form des Magnetismus grundlegend zu untersuchen und die magnetischen, elektrischen und strukturellen Eigenschaften des Materials umfassend zu analysieren. Materialien, die mehrere Funktionalitäten wie magnetisches Titanoxid kombinieren, werden in der Datenverarbeitung, für Sensoren oder auf dem neuen Gebiet der Spintronik eingesetzt.

Beide Partnereinrichtungen, das Dresdner Helmholtz-Zentrum und die Moskauer Universität, ergänzen sich methodisch in hervorragender Weise: während am HZDR Ionenstrahlen zur Herstellung neuer Materialeigenschaften und Positronenstrahlen zur zerstörungsfreien Materialanalyse genutzt werden, sind an der russischen Partnereinrichtung magnetooptische Verfahren sowie Resonanzmessungen möglich. Dank der Förderung durch die Helmholtz-Gemeinschaft können diese Verfahren nun gemeinsam für Materialuntersuchungen eingesetzt werden.

Die Fördersumme in Höhe von 150.000 Euro wird am HZDR und bei den russischen Partnern investiert, beispielsweise für den Austausch von Wissenschaftlern, Materialproben und Technik. In Dresden sollen davon außerdem die Stellen eines Wissenschaftlers sowie von Doktoranden finanziert werden.

Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren arbeitet bereits seit 2006 mit der Russischen Stiftung für Grundlagenforschung zusammen, um die Zusammenarbeit zwischen jungen deutschen und russischen Wissenschaftlern zu unterstützen. In der jetzigen vierten Ausschreibungsrunde wurden 20 Anträge eingereicht, sechs davon werden mit jeweils 150.000 Euro gefördert.

Weitere Informationen
Dr. Kay Potzger
Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung
Tel.: 0351 260 3244
k.potzger@hzdr.de
Pressekontakt
Dr. Christine Bohnet
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
Pressesprecherin
Tel. 0351 260-2450 oder 0160 969 288 56
c.bohnet@hzdr.de | www.hzdr.de
Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) hat das Ziel, langfristig ausgerichtete Spitzenforschung auf gesellschaftlich relevanten Gebieten zu leisten. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:
• Wie verhält sich Materie unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?
• Wie können Tumorerkrankungen frühzeitig erkannt und wirksam behandelt werden?
• Wie nutzt man Ressourcen und Energie effizient und sicher?
Zur Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragen werden fünf Großgeräte mit teils einmaligen Experimentiermöglichkeiten eingesetzt, die auch externen Nutzern zur Verfügung stehen.

Das HZDR ist seit 1.1.2011 Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Es hat vier Standorte in Dresden, Freiberg, Leipzig und Grenoble und beschäftigt rund 800 Mitarbeiter – davon 380 Wissenschaftler inklusive 120 Doktoranden.

Dr. Christine Bohnet | idw
Weitere Informationen:
http://www.hzdr.de

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