Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Netzwerkforschung für die Karibik

20.12.2012
Interdisziplinäres Projekt mit Konstanzer Beteiligung erhält einen ERC Synergy Grant in Höhe von 15 Millionen Euro für archäologische Forschung in der Karibik

Der Konstanzer Informatiker Prof. Dr. Ulrik Brandes erhält 2,4 Millionen Euro für Netzwerkforschung im Rahmen des niederländisch-deutschen Kooperationsprojekts „NEXUS 1492“.

Insgesamt stellt der Europäische Forschungsrat den vier beteiligten Gruppen von der Universität Leiden, der Freien Universität Amsterdam und der Universität Konstanz die maximal mögliche Fördersumme von 15 Millionen Euro zur Verfügung, um neues Licht auf die Kolonisation der Karibik zu werfen.

Die „Entdeckung“ der Neuen Welt durch Kolumbus im Jahre 1492 machte die Karibik zum zentralen Knotenpunkt einer einsetzenden Globalisierung. Für die einheimischen Kulturen dagegen führte sie nach gängiger Auffassung innerhalb weniger Jahrzehnte zum beinahe vollständigen Untergang. „Tatsächlich wissen wir aber sehr wenig über den Prozess der Kolonisation und die gesellschaftlichen Auswirkungen auf den Inseln", sagt die wissenschaftliche Leiterin, Prof. Dr. Corinne Hofman, von der Archäologischen Fakultät in Leiden.

Mit Hilfe neuartiger Methoden zur Analyse archäologischer Funde soll die bisherige Geschichtsschreibung auf Basis europäischer Überlieferungen hinterfragt werden. Außerdem will das Projekt einen Beitrag zur Bewahrung des kulturellen Erbes leisten, das sowohl durch Naturkatastrophen als auch die Folgen wirtschaftlicher Entwicklung akut bedroht ist. Die Archäologin wird dazu mit Leidener Experten für materielle Kultur, Geochemikern aus Amsterdam und den Netzwerkforschern aus Konstanz zusammen arbeiten.

In den von Ulrik Brandes geleiteten Teilprojekten geht es um die Transformation sozialer Netzwerke infolge der Kolonisation. In erster Linie müssen dafür neue Methoden entwickelt werden, mit denen Netzwerke aus den in der Archäologie typischerweise sehr unvollständigen, ungenauen und heterogenen Daten rekonstruiert werden können. Brandes vergleicht das mit „einem Dinosaurier, bei dem aus einzelnen Fundstücken und einer Reihe von Annahmen auf den Rest des Lebewesens und seines Verhaltens geschlossen werden soll."

Die in diesem Jahr neu eingeführten Synergy Grants sind das höchstdotierte Förderinstrument der Europäischen Union. In weltweitem Wettbewerb werden sie vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) an jeweils zwei bis vier Spitzenforscher vergeben. In der ersten Ausschreibungsrunde haben sich 710 Projekte beworben, von denen nach mehreren Stufen und einem fast einjährigen Verfahren nun elf ausgewählte Projekte mit insgesamt 126 Millionen gefördert werden.

Kontakt:
Universität Konstanz
Kommunikation und Marketing
Telefon: 07531 / 88-3603
E-Mail: kum@uni-konstanz.de
Prof. Dr. Ulrik Brandes
Universität Konstanz
Informatik und Informationswissenschaft
78457 Konstanz
Telefon: 07531 / 88-4431
E-Mail: ulrik.brandes@uni-konstanz.de

Julia Wandt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-konstanz.de

Weitere Berichte zu: ERC Advanced Grants Karibik Kolonisation Netzwerkforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE