Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Nationale Latsis-Preis 2009 geht an die Ärztin Mirjam Christ-Crain

11.01.2010
Verleihungszeremonie des Nationalen Latsis-Preises

Am 14. Januar erhält Mirjam Christ-Crain im Berner Rathaus den mit 100'000 Franken dotierten Nationalen Latsis-Preis 2009. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) zeichnet sie damit für ihre Arbeiten aus, in denen die Ärztin aufzeigt, dass Stresshormone im Blut Entscheidungsgrundlagen für die Behandlung von Lungenentzündung oder Schlaganfall liefern.

Lungenentzündungen und Schlaganfälle können einigermassen glimpflich oder aber lebensgefährlich verlaufen. Weil die Vorhersage aufgrund von äusserlichen, klinischen Zeichen sehr schwierig ist, tut ein genauerer Blick auf das Geschehen im Körperinneren Not. Die 35-jährige Mirjam Christ-Crain, Leitende Ärztin und SNF-Förderprofessorin am Universitätsspital Basel, hat in ihren Arbeiten erstmals aufgezeigt, dass der Gehalt an Stresshormonen im Blut frühzeitige Aussagen über den Krankheitsverlauf zulässt und somit klare Entscheidungsgrundlagen für die Behandlung von Lungenentzündung oder Schlaganfall liefert. Hierfür wird Christ-Crain nun mit dem Nationalen Latsis-Preis 2009 ausgezeichnet. Diesen renommierten, mit 100'000 Franken dotierten Preis vergibt der SNF im Auftrag der Latsis-Stiftung jährlich für aussergewöhnliche wissenschaftliche Leistungen von jungen Forschern und Forscherinnen.

Christ-Crain hat die Konzentration von Stresshormonen wie beispielsweise Cortisol im Blut von Patienten gemessen und bemerkt, dass Patienten mit einem erhöhten Stresspegel einen schlechteren Krankheitsverlauf und ein erhöhtes Sterberisiko aufweisen. Eine gewisse Menge an Stresshormone hilft dem Körper, eine solch grosse Belastung wie eine Lungenentzündung oder einen Schlaganfall zu überstehen. "Der Stresslevel sollte nicht zu hoch, aber auch nicht zu tief sein", sagt Christ-Crain.

Messungen des Gehalts an Stresshormonen im Blut geben also Aufschluss über den Schweregrad und den Verlauf dieser Krankheiten. Damit liefern diese Messungen Entscheidungsgrundlagen für Ärzte. Denn anhand eines beständig hohen, oder aber sehr tiefen Stresshormon-Gehalts können Ärzte diejenigen Patienten ausfindig machen, die eine intensive Betreuung und Überwachung benötigen. Die anderen Patienten genesen schnell, und können rasch nach Hause entlassen werden.

Die Preisverleihung findet am Donnerstag 14. Januar 2010 um 10.30 Uhr im Berner Rathaus (Rathausplatz 2) statt. Nach Begrüssungsworten von Prof. Dieter Imboden, Präsident des Nationalen Forschungsrats des SNF, und Hans-Jürg Käser, Regierungsratspräsident des Kantons Bern, sprechen Dr. Spiros Latsis von der Fondation Latsis, Herr Bundesrat Didier Burkhalter, Prof. Denis Duboule und Prof. Stéphanie Clarke von der Abteilung Biologie und Medizin des Nationalen Forschungsrats des SNF, sowie die Preisträgerin Prof. Mirjam Christ-Crain.

Mirjam Christ-Crain
Nach ihrem Medizinstudium in Basel und Wien begann Mirjam Christ-Crain im Jahr 2001 ihre Forschungen in der Gruppe von Beat Müller am Universitätsspital Basel. Sie untersuchte einen Botenstoff, der sich vor allem bei bakteriellen, und viel weniger bei viralen Atemwegsinfektionen anhäuft. Damit zeigte sie auf, wie der AntibiotikaVerbrauch halbiert werden kann, ohne Einbussen in der Wirksamkeit der Behandlung zu riskieren. Dann forschte Mirjam Christ-Crain am St. Bartholomew's Spital in London auf dem Gebiet der Stresshormone. Im Jahr 2007 habilitierte sie in Basel. Seither ist sie als Leitende Ärztin, seit letztem Jahr auch als SNF-Förderprofessorin in der Abteilung Endokrinologie des Universitätsspitals Basel tätig.
Adresse der Preisträgerin:
Prof. Dr. med. Mirjam Christ-Crain
Klinik für Endokrinologie, Diabetes und Metabolismus
Bereich Medizin
Universitätsspital Basel
Petersgraben 4
CH-4031 Basel
Tel. +41 (0)61 328 70 80
E-Mail: mirjam.christ-crain@unibas.ch

| idw
Weitere Informationen:
http://www.snf.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Virenforschung
13.01.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht International ausgezeichnet! Rittal gewinnt „Cooling Oscar“
20.10.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie