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Nadja Dwenger mit Schmölders-Preis ausgezeichnet

25.06.2014

Nadja Dwenger wird gemeinsam mit Henrik Jacobsen Kleven, Imran Rasul und Johannes Rincke mit dem Schmölders-Preis ausgezeichnet.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Nadja Dwenger, Wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen, ist gemeinsam mit Prof. Henrik Jacobsen Kleven von der London School of Economics, Professor Imran Rasul vom University College London und Prof. Dr. Johannes Rincke von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit dem Schmölders-Preis des Vereins für Socialpolitik geehrt worden.


Dr. Nadja Dwenger (Mitte) mit Prof. Dr. Ronnie Schöb (links) und Prof. Dr. Stefan Traub (links) vom Verein für Socialpolitik.

Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen

Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wurde für den Aufsatz ”Extrinsic and Intrinsic Motivations for Tax Compliance: Evidence from a Field Experiment in Germany” („Extrinsische und intrinsische Motivation für Steuerehrlichkeit: Erkenntnisse aus einem Feldexperiment in Deutschland“) vergeben.

„Die Arbeit überzeugt durch den originellen Ansatz des Feldversuches und die exzellente Verbindung von Theorie, Datenerhebung im Feld und ökonometrischer Analyse“, heißt es in der Laudatio durch Prof. Dr. Ronnie Schöb vom Verein für Socialpolitik.

Im Rahmen eines Feldexperimentes zur Erhebung einer lokalen Kirchensteuer in Bayern untersuchten die Ökonomen die unterschiedlichen Motive, Steuern zu bezahlen. In den Sozialwissenschaften wird zwischen der extrinsischen und der intrinsischen Motivation unterschieden. Eine Handlung, die aus eigenem Antrieb vorgenommen wird, ist intrinsisch motiviert. Als extrinsisch motiviert wird sie bezeichnet, wenn sie einer von außen kommenden Belohnung oder einer Abschreckung bedarf.

Für ihr Experiment variierten die Ökonomen die Aufforderung, die lokale Kirchensteuer zu bezahlen. Sie verschickten 13 verschiedene Schreiben an die Steuerzahler: von der nüchternen Aufforderung, die Kirchensteuer zu zahlen, über einen Brief, der positive Anreize setzt, indem er erklärt, was mit dem Kirchengeld Gutes für den Steuerzahler und die Gemeinschaft getan wird oder einen Gewinn in Aussicht stellt, bis hin zum abschreckenden Brief, der eine mögliche Steuerprüfung thematisiert.

Mithilfe ökonometrischer Methoden lassen sich aus den erhobenen Daten die unterschiedlichen Motivationen zur Steuerzahlung bzw. Steuerhinterziehung identifizieren und quantifizieren. Fazit der Studie: 20 Prozent der Steuerzahler sind bereit, ohne äußerliche positive Anreize oder Abschreckung mindestens den im Schreiben geforderten Steuerbetrag zu bezahlen, sind also intrinsisch motiviert.

Die anderen 80 Prozent zahlen weniger oder gar nicht, wenn der Impuls von außen fehlt. Auf diese - extrinsisch motivierten Steuerzahler - hat Abschreckung einen starken, auf die intrinsisch motivierten keinen signifikanten Effekt. Die Aussicht auf soziale Anerkennung hingegen wirkt sich besonders positiv auf die Steuerzahlungen der intrinsisch motivierten Individuen aus.

Nadja Dwenger promovierte 2010 an der Freien Universität Berlin in Volkswirtschaftslehre. Seit Februar 2010 arbeitet die Ökonomin als Wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen in München. Die Schwerpunkte ihrer Forschung liegen in der empirischen Finanzwissenschaft.

Insbesondere interessiert sie sich für die Determinanten von Steuerehrlichkeit und forscht zu der Frage, wie Individuen auf staatliche Regelungen und institutionelle Rahmenbedingungen reagieren. Seit 2010 ist Nadja Dwenger Mitglied im „Arbeitskreis Finanzwissenschaft“ des Bundesministeriums der Finanzen.

Henrik Jacobson Kleven ist Professor für Volkswirtschaftslehre am Department of Economics der London School of Economics.

Imran Rasul ist Professor für Volkswirtschaftslehre am Department of Economics des University College London.

Johannes Rincke ist Professor am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, speziell Wirtschaftspolitik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Der von der Schmölders-Stiftung für Verhaltensforschung im Wirtschaftsleben gestiftete Schmölders-Preis wird im jährlichen Turnus abwechselnd vom Sozialwissenschaftlichen Ausschuss, dem Finanzwissenschaftlichen Ausschuss und dem Wirtschaftshistorischen Ausschuss im Verein für Socialpolitik vergeben; in diesem Jahr erstmalig durch den Finanzwissenschaftlichen Ausschuss. Der Verein für Socialpolitik ist die größte Vereinigung von Wirtschaftswissenschaftlern im deutschsprachigen Raum.

Weitere Informationen:

http://www.tax.mpg.de/de/pub/aktuelle_meldungen/schmoelders-preis_fuer_dwe.cfm - Meldung des Max-Planck-Instituts für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen

Barbara Abrell | Max-Planck-Institut

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