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Nachwuchspreis für beste Innovation in der Messtechnik für FZD-Wissenschaftler

16.09.2009
Dr. Marco Jose Da Silva vom Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) entwickelte während seiner Promotion einen Sensor, der einen bedeutenden Fortschritt für die Untersuchung von Strömungen bringt.

Dafür erhält er am 18. September 2009 den diesjährigen Messtechnikpreis des Arbeitskreises der Hochschullehrer für Messtechnik (AHMT). Der Preis wird auf dem 23. Messtechnischen Symposium an der Universität Bremen verliehen. Damit werden herausragende Dissertationen geehrt, die einen wesentlichen Beitrag zur Fortentwicklung der Messtechnik darstellen.

Öl-Gas-Gemische, wie sie bei der Erdölförderung zutage gefördert werden, waren ein erster Testfall für den von Dr. Marco Jose Da Silva entwickelten kapazitiven Gittersensor, den dieser erfolgreich bestanden hat. Erstmalig wurden klare Bilder erzeugt, in denen man die verschiedenen Phasen solcher organischen Strömungen deutlich erkennen kann.

Mit seiner kapazitiven Messtechnik knüpft der Nachwuchswissenschaftler an einen Gittersensor an, der vor mehr als zehn Jahren ebenfalls am FZD erfunden wurde und mit dem man bereits Gas-Flüssigkeits-Gemische aus elektrisch leitfähigen Stoffen untersuchen konnte. Für Strömungen aus organischen Substanzen, die Strom schlecht leiten, aber in vielen industriellen Prozessen vorkommen - neben der Erdölförderung z.B. in der Chemieverfahrenstechnik - gab es diese Möglichkeit bisher nicht. Während der Gittersensor der ersten Generation auf der Messung des Widerstands elektrisch leitfähiger Stoffe basiert, misst der von Dr. Da Silva entwickelte Sensor die elektrische Kapazität. Sie ist für jede Flüssigkeit individuell und wird durch den Sensor schnell und präzise bestimmt. Dadurch können die verschiedenen Stoffanteile einer komplexen Strömung visualisiert werden. Der neue Gittersensor besteht aus einem Elektrodengitter mit sehr vielen Drahtelektroden im Abstand von wenigen Millimetern. Er misst die Struktur der durch ihn hindurch fließenden Strömung in sehr schneller zeitlicher Folge (bis zu 10.000 Bilder pro Sekunde). Neben diesem Gittersensor entwickelte Dr. Da Silva in seiner Dissertation zwei weitere Sensoren für spezielle Anwendungen, z.B. für die Messung in Hydraulikkupplungen.

Außer der Entwicklung dieser drei neuartigen bildgebenden Sensoren - der wissenschaftliche Kern seiner Arbeit - sind zahlreiche Publikationen in einschlägigen Fachzeitschriften, Erfinderanteile an vier Patenten und viele Beiträge zu Fachtagungen das Resultat der Promotion von Dr. Da Silva. Die Bilanz der Arbeit geht damit weit über das für eine Promotion übliche Maß hinaus. Die relativ kurze Promotionszeit von dreieinhalb Jahren ist ebenfalls maßgebend für die Verleihung des Messtechnikpreises.

Weitere Informationen:
PD Dr. Uwe Hampel
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD)
Institut für Sicherheitsforschung
Tel.: 0351 260 - 2772 / 3067
Email: u.hampel@fzd.de
Dr. Marco Jose Da Silva
m.dasilva@ieee.org
Pressekontakt:
Dr. Christine Bohnet
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bautzner Landstr. 400, 01328 Dresden
Tel.: 0351 260 - 2450 oder 0160 969 288 56
Email: presse@fzd.de
Information:
Das Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) hat das Ziel, strategisch und langfristig ausgerichtete Spitzenforschung in politisch und gesellschaftlich relevanten Forschungsthemen wie Energie, Gesundheit, Struktur der Materie und Schlüsseltechnologien zu leisten. Folgende Fragestellungen stehen dabei im Mittelpunkt:
- Wie verhält sich Materie unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?
- Wie können Tumorerkrankungen frühzeitig erkannt und wirksam behandelt werden?
- Wie schützt man Mensch und Umwelt vor technischen Risiken?
Diese Fragestellungen werden in strategischen Kooperationen mit Forschungs- und Industriepartnern bearbeitet. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Betrieb von sechs einmaligen Großgeräten, die auch externen Nutzern zur Verfügung stehen.

Das FZD wird als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft von Bund und Land gefördert, verfügt über ein Budget von mehr als 70 Mio. Euro (2008) und beschäftigt rund 750 Personen.

Dr. Christine Bohnet | idw
Weitere Informationen:
http://www.fzd.de

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