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Nachhaltigkeit in der sozialen Sicherung

18.02.2011
Universität Jena zeichnet Volkswirt Dr. Christian Hagist mit dem Walter-Eucken-Preis 2011 aus

Deutschland hat ein Problem: Immer mehr Menschen werden immer älter; immer weniger Junge rücken nach. Wie also lassen sich Gerechtigkeit und Wohlstand für die Zukunft sichern? Wie ist es um die Generationengerechtigkeit in Deutschland bestellt? Wie lassen sich die sozialen Sicherungssysteme nachhaltig finanzieren?

Diesen Zukunftsfragen stellt sich der Freiburger Volkswirt Dr. Christian Hagist. Für seine Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet ist der 33-jährige Nachwuchswissenschaftler heute (18. Februar) mit dem Walter-Eucken-Preis der Friedrich-Schiller-Universität Jena ausgezeichnet worden.

Damit würdigt die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Hagists herausragende wirtschaftspolitisch relevante wissenschaftliche Arbeit. Der seit 1999 erstmals wieder vergebene Walter-Eucken-Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird überwiegend von der Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holzland gestiftet.

„Die Verleihung des Walter-Eucken-Preises bedeutet mir sehr viel“, bekennt Preisträger Christian Hagist. „Auf der langen Durststrecke zur Habilitation wirkt eine solche Anerkennung wie ein Energiegetränk!“ Außerdem sei für ihn als gebürtigen Freiburger und Freiburger Absolventen ein Preis im Namen Walter Euckens eine ganz besondere Ehre. Der Walter-Eucken-Preis ist nach einem der geistigen Väter der Sozialen Marktwirtschaft und Begründers der ordoliberalen „Freiburger Schule“ benannt. Eucken war Sohn des Philosophen und Literatur-Nobelpreisträgers Rudolf Eucken.

Verliehen worden ist der Walter-Eucken-Preis im Rahmen des „2. Jenaer Konvents zur Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft“, zu dem über 150 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik an die Universität Jena gekommen waren, um die Zukunftsfähigkeit der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland auf den Prüfstand zu stellen. „Wir freuen uns über die große Resonanz, die dieses Thema – hier in der Geburtsstadt Walter Euckens – gefunden hat“, betont Uni-Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke.

Die Tagung stand unter der Schirmherrschaft der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht. In ihrer Festrede mahnte sie an, das Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft wieder zu stärken. Die Finanzkrise habe gezeigt, so Lieberknecht, dass das völlig freie Spiel der Märkte ohne jede Begrenzung zum Scheitern verurteilt sei. „So etwas dürfen wir nie wieder zulassen. Wir müssen uns international auf klare Spielregeln der Fairness, der Ethik und Moral einigen.“

„In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit in der Politik weitgehend fehlt, ist es wichtig, dass gerade junge Menschen sich mit der Nachhaltigkeit befassen“, lobte Prof. Dr. Andreas Freytag von der Universität Jena die Arbeit des Eucken-Preisträgers Christian Hagist in seiner Laudatio. Der Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspolitik gehörte der sechsköpfigen Jury an, die den Eucken-Preisträger aus den Bewerbern ausgewählt hat.

Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Freytag
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller Universität Jena
Carl-Zeiß-Str. 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 943251
E-Mail: a.freytag[at]wiwi.uni-jena.de
Weitere Informationen zum Preisträger:
Christian Hagist studierte von 1998 bis 2003 Volkswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie an der University of Wisconsin in Madison (USA). Nach seinem Abschluss als Diplom-Volkswirt war er wissenschaftlicher Angestellter beim Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg sowie Visiting Scholar an der Boston University (USA). Im Jahr 2007 wurde er mit dem Thema „Demography and Social Health Insurance“ bei Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen promoviert. Für seine Dissertation ist er mit dem Friedrich-August-von-Hayek-Preis ausgezeichnet worden. Seit 2008 ist Christian Hagist Akademischer Rat an der Universität Freiburg und beschäftigt sich neben den Folgen des demographischen Wandels auf Gesundheitssicherungssysteme und der Evaluation von Gesundheitsreformen vor allem mit Fragen zur fiskalischen Nachhaltigkeit entwickelter Staaten.

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

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