Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Multiple Sklerose: Sobek-Forschungspreis für Rudolf Martini

09.12.2010
Der mit 100.000 Euro am höchsten dotierte europaweit ausgeschriebene Multiple-Sklerose-Forschungspreis, der Sobek-Forschungspreis, geht in diesem Jahr an Professor Rudolf Martini von der Neurologischen Klinik der Universität Würzburg.

Rudolf Martini teilt sich den Sobek-Forschungspreis mit einer Kollegin, Professorin Catherine Lubetzki vom renommierten Hôpital de la Salpêtrière in Paris. Die Auszeichnung wird den beiden am 10. Dezember im Neuen Schloss in Stuttgart verliehen. Die Laudatio hält Professor Peter Frankenberg, der baden-württembergische Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Vergeben wird der Sobek-Forschungspreis im jährlichen Turnus von der „Roman, Marga und Mareille Sobek-Stiftung".

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine noch immer unheilbare, chronische Erkrankung, an der in Deutschland rund 120.000 Menschen leiden. Da die Symptome meist schon im jungen Erwachsenenalter einsetzen, sind auch die sozio-ökonomischen Folgen erheblich. Man weiß, dass im Verlauf der Erkrankung das Immunsystem Zellen des zentralen Nervensystems angreift und erheblich schädigt. Die primären Ursachen für diesen fehlgeleiteten Angriff sind jedoch bislang unklar.

Schäden in den Markscheiden als primäre Ursache nachgewiesen

Hier setzen die Forschungsarbeiten von Martini und seinem Team an: Seine Studien zeigen, dass genetische Schäden in den Markscheidenzellen der Grund für eine Immunattacke sein können. Dabei gehen nicht nur die Markscheiden verloren, also die „Schutzhüllen“ um die Nervenfasern. Es entstehen auch die bei der MS klinisch bedeutsameren Verluste von Nervenfasern und Nervenzellen.

Schäden in den Markscheiden sind also mögliche Auslöser für chronische und zerstörerische Entzündungsprozesse im zentralen Nervensystem: Diese neue Erkenntnis, die auf das Konto von Rudolf Martinis Team geht, erlaubt völlig neuartige Überlegungen für die Forschung und die Entwicklung von Therapien bei bestimmten Formen der Multiplen Sklerose sowie irgendwann auch bei anderen degenerativen Erkrankungen des Nervensystems.

Lebenslauf von Rudolf Martini

Rudolf Martini wurde 1956 in Karlsruhe geboren. In seiner Heimatstadt studierte er Biologie und promovierte über das Riechsinnesorgan von Wespen. In Heidelberg und später an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich widmete er sich intensiv der Entwicklung der Nervenfasern und ihrer Markscheiden im peripheren Nervensystem von Säugetieren.

Im Anschluss an ein erfolgreiches Kooperationsprojekt mit dem Würzburger Neurologie-Professor Klaus Toyka folgte Martini 1996 einem Ruf als Universitätsprofessor an die Neurologische Uniklinik in Würzburg. Hier schlüsselte er als Leiter der Sektion Experimentelle Entwicklungsneurobiologie neuartige Zusammenhänge von Markscheidenerkrankung und chronischer Entzündung im peripheren und zentralen Nervensystem auf.

Kontakt

Prof. Dr. Rudolf Martini, Neurologische Klinik der Universität Würzburg, T (0931) 201-23268, rudolf.martini@uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro
21.02.2018 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018 für Tübinger Neurowissenschaftler
21.02.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics