Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Moleküle beleuchten

08.12.2010
Theoretische Chemikerin der Universität Jena mit Dirac-Medaille ausgezeichnet

Prof. Dr. Leticia González vom Institut für Physikalische Chemie der Universität Jena bekommt in diesem Jahr die Dirac-Medaille der World Association of Theoretical and Computational Chemists (WATOC), der größten Vereinigung auf diesem Gebiet.

Die renommierte Auszeichnung empfängt jedes Jahr ein Wissenschaftler unter 40 Jahren für herausragende Forschungsleistungen. „Ich bin sehr glücklich über diese Ehre“, sagt Prof. González, „zumal ich die erste Spanierin bin, die diesen Preis erhält.“

Ausgerechnet im spanischen Santiago de Compostela wird sie im Juli nächsten Jahres auf der großen, alle drei Jahre stattfindenden Konferenz der WATOC den Preis erhalten. „Außerdem werde ich auf dieser Tagung einen Vortrag über meine Arbeit halten. Das dürfen nur die WATOC-Preisträger der letzten drei Jahre und hoch renommierte Wissenschaftler wie Nobelpreisträger“, informiert die Chemikerin.

Leticia González beschäftigt sich vor allem mit der Untersuchung von Molekülen. Dazu kombinieren sie und ihre Mitarbeiter drei verschiedene Methoden: Quantenchemie, Reaktionsdynamik und die Kontrolle der Moleküle mit Licht. Diese Mischung war sicherlich ein Grund, den Preis nach Jena zu geben. „Wir schauen uns die Eigenschaften von Molekülen genauer an und beobachten, welche Reaktionen bei bestimmten äußeren Einflüssen ablaufen“, erklärt die Theoretische Chemikerin. „Dabei versuchen wir auch, das Ganze in Zeitlupe zu betrachten und dadurch Prozesse, die eigentlich im Femtosekundenbereich ablaufen, sichtbar zu machen.“ Diese Untersuchungen nehmen die Forscher ausschließlich am Computer vor.

Gerade der Einsatz von Licht in diesem Zusammenhang ist eine Besonderheit. „Wir untersuchen auch, wie Moleküle auf Licht reagieren“, erklärt Leticia González. „Und dazu simulieren wir am Computer eine Bestrahlung.“ Ein Beispiel für solche Reaktionen findet sich im menschlichen Körper, könnten wir doch ohne sie nicht sehen. Wenn Licht auf ein Retinalmolekül in der Netzhaut des Auges fällt, dann beginnt sich ein bestimmter Teil davon zu drehen. Diese Drehung nennt man Isomerisation. Sie bewirkt, dass sich das ganze Molekül verändert, was ein elektrochemisches Signal hervorruft: der Anfang eines von uns wahrgenommenen Bildes. Am Computer können solche und ähnliche Reaktionen künstlich erzeugt werden. Prof. González untersucht so auch DNA.

Die Dirac-Medaille ist nach dem britischen Physiker Paul Dirac (1902-1984) benannt. Er gilt als Begründer der Quantenphysik und erhielt 1933 den Nobelpreis.

Kontakt:
Prof. Dr. Leticia González
Institut für Physikalische Chemie der Universität Jena
Helmholtzweg 4, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 948360
E-Mail: Leticia.Gonzalez[at]uni-jena.de

Sebastian Hollstein | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie