Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikropartikel zeigen Herz-Kreislauf-Risiko

09.05.2014

Deutsche Herzstiftung vergibt erstmals Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis

Die koronare Herzerkrankung (KHK) ist weiterhin die häufigste Todesursache. Sie entsteht dadurch, dass sich Herzkranzgefäße in einem langen schleichenden Prozess verengen, so dass die Durchblutung des Herzens behindert wird.


V. l. n. r.: Prof. Dr. Dr. h.c. U. Fölsch, DGIM; Prof. Dr. M. P. Manns, DGIM; Dr. J. und U. Breunig, Stifter; Dr. F. Jansen, Uniklinikum Bonn; M. Vestweber, Prof. Dr. T. Meinertz, Dt. Herzstiftung

Foto: DGIM

Allein in Deutschland sind etwa 2,34 Mio. Frauen und 3,16 Mio. Männer von einer KHK betroffen. Im Kampf gegen die Sterblichkeit durch die KHK ist die Erforschung neuer Therapieansätze von großer Bedeutung.

Deshalb hat die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) erstmalig den Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis, dotiert mit 5.000 Euro, ausgeschrieben. Ausgezeichnet wird eine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der koronaren Herzkrankheit. 

Dr. med. Felix Jansen, Medizinische Klinik und Poliklinik II, Universitätsklinikum Bonn, erhielt den Preis auf dem 120. Internistenkongress der DGIM in Wiesbaden für seine Arbeit „High expression of circulating microparticles-incorporated microRNA-126 is associated with reduced cardiovascular events in patients with coronary artery disease and promotes vascular regeneration in a SPRED1-dependent mechanism”.

„Die Erkenntnisse dieser Forschungsarbeit können für eine bessere langfristige Prognose des Herz-Kreislauf-Risikos von Patienten mit KHK und für die Therapie dieser Erkrankung von großer Bedeutung sein. Dem Stifterehepaar Breunig gebührt für den Forschungspreis großer Dank“, hob Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, bei der Preisübergabe hervor.

Studien zufolge sind microRNAs (miRs) – diese sind Kleinstbestandteile von Genen – wichtig für die Regulierung von verschiedenen krankhaften Vorgängen im Herz-Kreislauf-System des Menschen. Diese miRs sind zum einen stabile Biomarker im Blutplasma, zum anderen regulieren sie biologische Vorgänge.

„Dies bietet großes Potential zur Verbesserung der Diagnose und Therapie der KHK. Während jedoch der diagnostische Nutzen zirkulierender miRs bei KHK-Patienten zunehmend besser verstanden wird, ist die langfristige prognostische Aussagekraft bisher kaum untersucht“, erläutert Preisträger Dr. Jansen.

Der Forscher und seine Kollegen konnten in Untersuchungen zeigen, dass Patienten, die ein gesteigertes Vorkommen von miR-126 in Mikropartikeln, die im Blutplasma zirkulieren, aufweisen, deutlich weniger von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen sind.

Dr. Jansen und sein Team folgern aus den Ergebnissen ihrer Untersuchung, dass miR-126 in Mikropartikeln im Endothel (Gefäßinnenhaut) eine wichtige Rolle bei der Regeneration des Endothels spielen und dadurch für die Therapie der KHK von Bedeutung sein könnten. In weiteren Untersuchungen sollen diese Erkenntnisse weiterverfolgt werden.

15/2014
Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle:
Michael Wichert / Pierre König
Tel. 069/955128-114/-140
Fax: 069/955128-345
E-Mail: wichert@herzstiftung.de/
koenig@herzstiftung.de
www.herzstiftung.de

Weitere Informationen:

http://www.herzstiftung.de
http://www.dgim.de

Michael Wichert | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht CAU-Wissenschaftlerin erhält EU-Förderung zur Entwicklung neuer Implantate
22.11.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Illegal geschlagenes Holz in Alltagsprodukten aufspüren
21.11.2017 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Autonomes Fahren – und dann?

22.11.2017 | Verkehr Logistik

Material mit vielversprechenden Eigenschaften

22.11.2017 | Materialwissenschaften

Forscherteam am IST Austria definiert Funktion eines rätselhaften Synapsen-Proteins

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie