Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Meyer-Krahmer: "Erfinder mit Ausdauer und Kreativität"

13.10.2009
Staatssekretär und VDE-Präsident verleihen Schüler-Preis "Invent a chip"

Das Ungewöhnliche wagen und den eigenen Ideen freien Lauf lassen - der weltweit einmalige Nachwuchswettbewerb "Invent a Chip" ist für technische Innovationen und Erfindungen von Schülerinnen und Schülern bekannt. Bereits zum achten Mal in Folge organisieren das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Branchenverband VDE den praxisnahen Wettbewerb für junge Talente.

"Wir wollen begabte Schülerinnen und Schüler auf die Natur- und Technikwissenschaften neugierig machen und sie zu sehr guten Leistungen auf diesen Gebieten anspornen", sagte Prof. Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär im BMBF. "Es ist bewundernswert, mit welcher Ausdauer und Kreativität die jungen Menschen an der Lösung von Problemen arbeiten. Um Innovationen auch künftig umsetzen zu können, müssen wir uns früh um den Fachkräftenachwuchs kümmern. Der Wettbewerb leistet dazu einen wichtigen Beitrag."

Im Februar war der Wettbewerb gestartet, mehr als 1.600 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 13 haben daran teilgenommen. "Jetzt stehen die Sieger fest! Ihre Vorschläge wurden aus über 250 Projektideen ausgewählt", sagte Dr.-Ing. Joachim Schneider, VDE-Präsident. "Zwölf Teams hatten die Chance, über mehrere Monate ihre eigenen Mikrochips mit Hilfe von Experten der Universität Hannover zu entwickeln; die besten Entwürfe stellen wir jetzt der Öffentlichkeit vor."

Den ersten Platz belegt das "Soft-Sleep-System-X3" von Felix Breucha und Gerd Lindner (beide 18) des Faust-Gymnasiums in Staufen. Zunächst war eine effektive Ein- und Durchschlafhilfe für Tinnitus-Patienten das Ziel des Teams der Hardware AG, doch es wurde im Rahmen des dreitägigen Workshops am Institut für Mikroelektronische Systeme (IMS) der Universität Hannover viel mehr daraus. Felix Breucha: "Während des gesamten Schlafverlaufs erfasst der Mikrochip über kabellose analoge und digitale Sensoren den Herzpuls sowie Bewegungs-Tendenzen, die dann in einem entsprechenden Speicher gesichert werden. Dies ermöglicht neben sofortiger Kontrolle und Überwachungsfunktion zusätzlich die Datenabfrage über eine Schnittstelle. So ist beispielsweise eine Analyse durch den Facharzt möglich und damit auch eine Frühdiagnose und Prävention potenzieller Herz-Anomalien." Zusätzlich kann das Gerät Töne im Hörbereich erzeugen, womit sich die subjektiv empfundenen Tinnitus-Geräusche eingrenzen und besser für den Arzt beschreiben lassen.

Der diesjährige Sonderpreis für das Projekt mit der größten Industrierelevanz geht an Kai-Uwe Demasius (18) von der Domschule Schleswig in Schleswig. Der Schüler entwickelte einen Elektrofeldmeter-Chip, der die Messung von elektrostatischen Feldern in vielen Fällen vereinfachen soll. Die Messvorrichtung wurde zusätzlich miniaturisiert, um genauer messen zu können. "Elektrostatische Entladungen können moderne Elektronikschaltkreise zerstören, daher ist es unverzichtbar, ein Messgerät zu haben, welches berührungslos elektrische Felder messen kann. Ich denke, dass ich an einem einzigartigen Wettbewerb teilgenommen habe, bei dem ich auch viele neue fachliche und organisatorische Kenntnisse gewonnen habe", sagte Demasius.

Die Zweitplazierten Patrick Saal (17) und Peter Sterzer (16) vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium aus Schweinfurt gewannen mit ihrem Chipentwurf "Cardan-Shift-Control". Ihr Chip dient dem einfacheren und sichereren Betrieb von Geräten, die zur Feldarbeit an einen Traktor angekoppelt sind. "Der Chip sorgt für mehrere Sicherheitsfunktionen. Er kontrolliert den Aushub, der den Traktor mit dem Anbaugerät (z.B. Egge, Pflug) verbindet, durch einen Vergleich des aktuellen Verkippungswinkels mit einem Vorgabewert. Bei zu großer Verkippung besteht die Gefahr, dass das Anbaugerät beschädigt wird. Erkennt der Chip einen sicherheitskritischen Zustand, wird die Zapfwelle unmittelbar abgeschaltet und somit auch das Anbaugerät", sagte Patrick Saal. Der Nutzen des neuartigen Mikrochips liegt im Personenschutz, vermeidet unnötige Motorbelastungen und sorgt für geringeren Energieverbrauch.

Gleich zwei Mal vergab die Jury in diesem Jahr Platz Drei. Regina Hartfiel (15) von der Justus-Liebig-Schule aus Darmstadt gewann mit ihrem Projekt des "Anti-Anbrenn-Chip", der schon bald in modernster Silizium-Technologie produziert wird. "Meine Idee ist es, frühzeitig ein mögliches Anbrennen von Speisen zu registrieren und den Benutzer sofort durch ein akustisches und optisches Alarmsignal zu warnen. Parallel dazu wird ebenfalls die Heizquelle ausgeschaltet", sagte die Schülerin.

Mit seinem Akku-Chip, dem "Lithium-Equalizer", entschied der 17-jährige Leo Probst vom Benedikt-Stattler-Gymnasium aus Bad Kötzting ebenfalls das Rennen um die vorderen Plätze für sich: "Angesicht der zur Neige gehenden fossilen Energieträger wird es in Zukunft immer wichtiger werden, effiziente und kostengünstige Alternativen zu finden. Im Mobilitätssektor ist eine starke Zunahme an elektrisch angetriebenen Fahrzeugen zu erwarten, jedoch mit gänzlich neuem Innenleben - den Akkus auf Lithiumbasis. Der Lithium-Equalizer kann in Kombination mit einem Ladegerät als Lade- und Überwachungssystem eingesetzt werden."

Die Sieger erhalten zum einen Geldpreise: Platz Eins ist mit 3.000 Euro dotiert, der zweite Platz mit 2.000 Euro und der dritte Platz sowie der BMBF-Sonderpreis mit jeweils 1.000 Euro. Zum anderen werden die Gewinner ins Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen. Die Robert Bosch GmbH lädt die Prämierten zu mehrtägigen Praktika nach Reutlingen ein.

Der Schülerwettbewerb "Invent a Chip" wird unterstützt von Bosch, EADS, Globalfoundries, Infineon, Mentor Graphics, Siemens, Sun und X-Fab sowie von der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik im DIN und VDE (DKE) und dem VDE-Institut.

Bitte beachten Sie auch das beigefügte Bild, das die Preisträger und Preisverleiher zeigt. Von links nach rechts sehen Sie: Dr.-Ing. Joachim Schneider, Felix Breucha, Ulrich Hamann, Gerd Lindner, Kai-Uwe Demasius, Leo Probst, Patrick Saal, Peter Sterzer, Regina Hartfiel, Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer

Mehr Informationen bekommen Sie in der BMBF-Pressestelle (Tel. 030 1857 5050, presse@bmbf.bund.de) und beim VDE (Melanie Mora, Tel. 069 6308461, melanie.mora@vde.com). Informieren können Sie sich auch im Internet unter www.invent-a-chip.de.

Melanie Mora | VDE
Weitere Informationen:
http://www.invent-a-chip.de
http://www.vde.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise