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MetLife Foundation Award: Tübinger Forscher erhält begehrten US-Forscherpreis

16.05.2014

Trotz unterschiedlichster Symptome basieren viele neurodegenerative Erkrankungen auf dem gleichen Krankheitsmechanismus: dem Prion-Prinzip. Für ihre experimentellen Belege des Prion-Prinzips bei degenerativen Hirnerkrankungen wird Mathias Jucker vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) der Universität Tübingen und des Deutschen Zentrums für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zusammen mit seinem US-Kollegen Lary Walker von der Emory Universität in Atlanta mit dem diesjährigen MetLife Foundation Award ausgezeichnet.

Prion-Prinzip – Die Saat der Demenz

Die beiden Forscher hatten ihre Hypothese zum Prion-Prinzip erstmals 2006 in Science vorgestellt. Damals hatten sie kleinste Mengen von Hirngewebe von Menschen, die an einer Alzheimer-Demenz gestorben waren, Mäusen gegeben.

Im Gehirn der transgenen Mäuse, die das Gen für das menschliche Alzheimer-Protein APP hatten, kam es zu den gleichen Eiweiß-Ablagerungen, wie sie für die Alzheimer-Demenz beim Menschen typisch sind. In den Folgejahren hat das Forscher-Duo die Hypothese durch weitere Experimente untermauert und auf andere Hirnerkrankungen übertragen, die ebenfalls durch Eiweißablagerungen im Gehirn gekennzeichnet sind.

Danach ergibt sich folgendes Bild von den Abläufen im Gehirn: Einzelne krankhaft geformte Eiweiße treffen auf benachbarte normal geformte Eiweiße und zwingen ihnen dadurch ihre Form auf. Diese reagieren wiederum mit benachbarten Eiweißen. Auf diese Weise kommt es zu einem Domino-Effekt. Das Resultat sind ausgedehnte Ablagerungen aus den krankhaft geformten Eiweißen.

Zu welcher Krankheit es kommt, hängt von der Art der Eiweiße ab, die von der Kettenreaktion betroffen sind. Beim Morbus Alzheimer sind es Amyloid-beta-Proteine, beim Morbus Parkinson ist es Alpha-Synuclein. Prion-Erkrankungen, wie beispielsweise Creutzfeldt-Jakob, können unter gewissen Bedingungen infektiös sein.

Obwohl es keine Evidenz gibt, dass neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Co. infektiös sind, zeigen neuere Forschungsresultate, dass sie auf dem gleichen zugrundliegenden Krankheitsmechanismus basieren wie Prionen-Erkrankungen.

Die experimentellen Befunde von Jucker und Walker haben jetzt auch die Juroren der MetLife Foundation überzeugt. Die Stiftung, die von dem US-amerikanischen Versicherungsunternehmen MetLife mit Sitz in New York City getragen wird, verlieh ihren diesjährigen Preis an die beiden Hirnforscher.

Sie teilen sich das Preisgeld von 500.000 US-Dollar, das weitgehend ihre Forschung unterstützen soll, mit Riqiang Yan, einem Hirnforscher der Cleveland Clinic im US-Staat Ohio. Yan ist Mitentdecker des Enzyms BACE-1, das ebenfalls an der Entstehung der Alzheimer-Demenz beteiligt ist.

Silke Jakobi | Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)
Weitere Informationen:
http://www.hih-tuebingen.de

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