Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mercator-Institut fördert mit 5,5 Millionen Euro bessere Sprachförderung

08.05.2014

Das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln fördert in den nächsten drei Jahren 15 Projekte an bundesweit 26 Hochschulen. Die Projekte forschen und erarbeiten Konzepte für die Lehre im Themenfeld Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache. Allen gemein ist das Ziel, die Bildungschancen von Schülerinnen und Schülern, insbesondere mit Migrationshintergrund, durch die Verbesserung der Sprachförderung zu erhöhen. Die Fördersumme beläuft sich insgesamt auf rund 5,5 Millionen Euro.

Sprachliche Kompetenzen sind eine wesentliche Voraussetzung für Bildungserfolg. Dennoch gibt es weiterhin viele ungeklärte Forschungsfragen. Auch Lehrkräfte fühlen sich bisher unzureichend auf den Sprachförderbedarf ihrer Schüler vorbereitet – das hatte zuletzt 2012 eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IPSOS im Auftrag des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache ergeben. Das Mercator-Institut hatte Anfang 2013 auf diesen Bedarf mit einer bundesweiten Ausschreibung reagiert, um exzellente Forschungs- und Lehrprojekte zu identifizieren.

Jetzt hat das Mercator-Institut 15 Projekte für eine Förderung bewilligt: Sie treiben die Forschung im Feld voran und engagieren sich für eine verbindliche Verankerung von Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache im Lehramtsstudium. Von der Förderung profitieren bundesweit rund ein Drittel der lehrerbildenden Hochschulen in sechs Bundesländern. Externe Gutachter haben die Auswahl der Forschungs- und Entwicklungsprojekte getroffen.

„Der intensive Auswahlprozess hat sich ausgezahlt. Jetzt gehen Forschungs- und Entwicklungsprojekte an den Start, die zentrale Forschungsfragen bearbeiten und ein überzeugendes Konzept vorgelegt haben, wie man Lehramtsstudierende auf die sprachliche Vielfalt im Klassenzimmer vorbereiten kann. Wir freuen uns, die Initiativen in den nächsten drei Jahren zu begleiten und zu beraten“, erklärt Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache.

So unterstützt das Mercator-Institut die lehramtsbildenden Hochschulen in Berlin und Niedersachsen dabei, Studieninhalte zu Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache verbindlich im Lehramtsstudium zu verankern. Die Universitäten erhalten eine Förderung in Höhe von jeweils 1,25 Millionen Euro. In beiden Bundesländern werden die Projekte vom Kultus- und Wissenschaftsministerium in Niedersachsen bzw. der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft unterstützt.

„Die Zahl der Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache steigt kontinuierlich. Wir müssen unsere Lehrkräfte gut auf die hiermit verbundenen pädagogischen Herausforderungen vorbereiten, indem wir das Thema Deutsch als Zweitsprache bereits in der Lehrerausbildung fest verankern. Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, alle niedersächsischen, für das Lehramt ausbildenden Universitäten an einen Tisch zu holen, um sich dieser Aufgabe zu stellen,“ sagt die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt.

„Für Schulen mit einer heterogenen Schülerschaft ergeben sich differenzierte Fragestellungen an die Sprachförderung. Deshalb müssen angehende Lehrkräfte gut auf ihre Aufgabe in diesem Bereich vorbereitet werden. Mit der Vorgabe aus dem neuen Lehrkräftebildungsgesetz, dass Sprachförderung ein fester Bestandteil der Ausbildung sein muss, haben wir hierfür in Berlin die Grundlage gelegt. Ziel ist es, die bisher angebotenen DaZ-Module inhaltlich und umfänglich auszubauen, um den sich ständig verändernden Anforderungen für eine nachhaltige Sprachbildung gerecht zu werden,“ erläutert Bildungssenatorin Sandra Scheeres.

In Nordrhein-Westfalen ist seit 2009 ein Modul für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte gesetzlich verankert. Das Mercator-Institut unterstützt Initiativen an acht Standorten, die sich für eine erfolgreiche Umsetzung der Studieninhalte über die gesetzliche Verpflichtung hinaus einsetzen, beispielsweise die Entwicklung von E-Learning Einheiten.

Im Forschungsbereich fördert das Mercator-Institut insgesamt fünf Projekte mit bis zu 500.000 Euro. Alle Projekte sind interdisziplinär angelegt und bemühen sich um einen Transfer der Ergebnisse in die Praxis. „Die Projekte machen Hoffnung, dass es uns in den nächsten Jahren immer besser gelingen wird, die großen Herausforderungen für unser Bildungssystem erfolgreich zu bewältigen,“ so Prof. Dr. Marcus Hasselhorn, Direktor des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung und Sprecher des wissenschaftlichen Beirats des Mercator-Instituts.

Zum Auftakt der gemeinsamen Arbeit treffen sich die Projektbeteiligten und Kooperationspartner am 8. und 9. Mai zu einer ersten Jahrestagung in Köln. Vor rund 120 Teilnehmern stellen sie ihre Projekte vor und diskutieren erste inhaltliche Fragen. Den Eröffnungsvortrag hält Prof. Dr. Petra Stanat, Direktorin des Instituts zu Qualitätsentwicklung im Bildungswesen Berlin (IQB) zu der Frage, welchen Beitrag die Forschung derzeit zur Sprachförderung in der Migrationsgesellschaft leistet.

Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an:

Anna Kleiner, Kommunikation
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
Tel. 0221 – 470 7700
anna.kleiner@mercator.uni-koeln.de

Über das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache

Das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache ist ein von der Stiftung Mercator initiiertes und gefördertes Institut der Universität zu Köln. Ziel des Instituts ist es, langfristig die sprachliche Bildung an deutschen Schulen zu verbessern, damit alle Schülerinnen und Schüler gute Chancen auf eine erfolgreiche Bildungskarriere haben. Es berät Hochschulen dabei, Deutsch als Zweitsprache in der Lehrerausbildung zu verankern, fördert, vermittelt und betreibt anwendungsorientierte Forschung und trägt zur Qualifizierung von Lehrenden in Schule und Hochschule bei. Darüber hinaus beobachtet und berät es Bildungspraxis, -verwaltung und -politik.

Weitere Informationen:

http://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/gefoerderte-projekte/projektlan... - Projektlandkarte mit der Übersicht über alle Projekte
http://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/mediathek/publikationen.html - Den Projektatlas mit Details und Ansprechpartnern zu allen Projekten
http://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de - Weitere Informationen

Anna Kleiner | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise