Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Meilenstein zur Entwicklung des automatisierten Fahrens: „Tech Center a-drive“

18.01.2016

Gesamtinvestitionen in Höhe von 7,5 Mio. Euro von Daimler AG und Land Baden-Württemberg

Autonome Mobilität und automatisiertes Fahren sind längst dem Bereich der Utopie entrückt und werden zur greifbaren Realität der nahen Zukunft. Treiber dieser Entwicklung sind der Wunsch nach der Vermeidung menschlicher Fehler beim Fahren und somit die Unfallreduktion, das Einsparen von Energie, zunehmender Komfortwunsch und veränderte Mobilitätsansprüche der Nutzer, vor allem aber auch die zunehmende technische Machbarkeit.

Forschungsministerin Theresia Bauer hat heute (18. Januar) den offiziellen Startschuss für einen Global Player in Forschung und Entwicklung des automatisierten Fahrens gegeben: in Ulm erfolgte die Einweihung des „Tech Center a-drive“, in dem die federführende Universität Ulm, das FZI Forschungszentrum Informatik und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ihre Kompetenzen bündeln.

Die Förderung übernehmen die Ministerien für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie für Finanzen und Wirtschaft. Kooperationspartner in der Wirtschaft ist die Daimler AG. Insgesamt stehen für das Projekt 7,5 Mio. Euro zur Verfügung, die von der Daimler AG (5 Mio. Euro) und dem Land Baden-Württemberg (jeweils 1,25 Mio. Euro vom Wissenschafts- und vom Wirtschaftsministerium) getragen werden.

„Baden-Württembergs Forschungslandschaft - sei es die Forschung in Hochschulen, außeruniversitären Instituten oder in der Wirtschaft - besitzt weltweit einen hervorragenden Ruf und ist immer wieder Impulsgeber und Pionier bei Innovationen. Gerade, wenn es um das Fahren und das Auto geht. Kaum ein Innovationsfeld ist derzeit so im Umbruch wie das der Mobilität: bei der Entwicklung neuer Antriebsformen oder auf dem Gebiet des autonomen Fahrens. Ich bin überzeugt, dass das Tech Center a-drive das Potential hat, auf seinem Gebiet voranzugehen und erneut zu beweisen, was ‘Made in Baden-Württemberg’ bedeutet“, so Forschungsministerin Bauer.

„Baden-Württemberg ist die Wiege des Automobils und Autoland Nummer 1. Hier sind die Branchen und die wirtschaftsnahe Forschung zu Hause, die die Geschichte des Automobils geprägt haben und die Zukunft der Mobilität vorantreiben. Automatisiertes Fahren ist eines der zentralen Zukunftsthemen - auch hier wollen wir die führende Position Baden-Württembergs ausbauen. Im Tech Center a-drive werden die Partner aus Forschung und Wirtschaft zusammengebracht, um an den zukunftsweisenden Methoden und Verfahren zu forschen und sie zu erproben. Damit schaffen wir die Rahmenbedingungen, um im internationalen Wettbewerb weiterhin ganz vorne dabei zu sein“, sagte Wirtschaftsminister Nils Schmid.

„Die Universität Ulm hat in ihrem Schwerpunkt Mensch-Maschine-Interaktion bereits vielfältige einschlägige Vorarbeiten geleistet und ist für dieses innovative Thema durch ihre Kompetenz prädestiniert. Sie kooperiert in den Bereichen autonomes Fahren und Fahrassistenzsysteme seit mehreren Jahren äußerst erfolgreich mit Daimler im Rahmen des Innovationszentrums ‘driveU’. Ich danke der Landesregierung und Daimler ganz herzlich für die Finanzierung des Tech Center a-drive, in welchem nunmehr weitere renommierte Partner einbezogen und die Forschungsarbeiten auf eine breitere Basis gestellt werden können“, sagte Prof. Michael Weber, Präsident der Universität Ulm.

„Ziel des Tech Center a-drive ist es, die leistungsfähigsten Forschungs- und Industriepartner auf dem Gebiet des automatisierten Fahrens in Baden-Württemberg zusammenzubringen, um auch international noch besser sichtbar zu werden und den heutigen technologischen Vorsprung auf dem Gebiet der Fahrassistenzsysteme und des automatisierten Fahrens weiter auszubauen“, fügte Prof. Klaus Dietmayer, Sprecher des Tech Center a-drive und Leiter des Instituts für Mess-, Regel- und Mikrotechnik der Universität Ulm hinzu. „Ein mittelfristiges Ziel ist deshalb auch die Erweiterung des Tech Center a-drive durch die Kompetenzen weiterer Industrie- und Forschungspartner“.

„Daimler pflegt schon seit Jahren eine enge Kooperation mit den am Tech Center a-drive beteiligten Forschungsinstituten. Bisheriger Höhepunkt dieser Zusammenarbeit war 2013 die autonome Überlandfahrt einer Mercedes-Benz S-Klasse von Mannheim nach Pforzheim auf derselben Route, die Bertha Benz 1886 gewählt hatte, um die Welt von der Zukunftsfähigkeit des von ihrem Mann erfundenen Automobils zu überzeugen. Das weltweite Rennen um die Führungsposition beim autonomen Fahren nimmt spürbar an Fahrt auf. Daimler will dabei auch weiterhin an der Spitze bleiben. Deshalb haben wir uns entschieden, mit dem Tech-Center a-drive die bestehende enge Kooperation mit der Universität Ulm, dem FZI Forschungszentrum für Informatik und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in eine strategische Partnerschaft zu überführen“, unterstrich Prof. Dr. Ralf Herrtwich, Leiter der Fahrzeugautomatisierung bei Daimler.

Hintergrund:
Der Umsetzung des automatisierten Fahrens werden Vorteile in vielen Bereichen der Mobilität zugeschrieben: Mehr Komfort und steigende Verkehrssicherheit, da durch menschliches Fehlverhalten hervorgerufene Risikofaktoren reduziert oder gar ausgeschlossen werden können. Zudem kann die Fahrtzeit effizient, komfortabel und gefahrlos für Nebentätigkeiten genutzt werden. Auch für Ältere und Menschen mit Behinderungen erschließen sich durch selbststeuernde Taxis neue Mobilitätsoptionen. Nicht zuletzt können mit diesen Technologien auch CO2-Emissionen reduziert werden - etwa durch Stauvermeidung. Die Beherrschung des automatisierten Fahrens gilt demzufolge als das zukünftige Kriterium für die Wettbewerbsfähigkeit in der Automobilindustrie. Aktuell sind weltweit die führenden Unternehmen der Automobil- und IT-Branche bestrebt, durch groß angelegte Forschungs- und Entwicklungsprojekte eine führende Rolle in dieser Entwicklung einzunehmen.

Die Entwicklung hin zum vollständig automatisierten Fahren erfolgt stufenweise. So gibt es bereits heute Assistenzsysteme, die das Fahrzeug bei Ein- und Ausparkvorgängen sowie in einfachen Verkehrssituationen oder im Stau teilautomatisiert steuern, bei denen jedoch der Fahrer nach wie vor in der Verantwortung ist. Für die Zulassung von hochautomatisierten Funktionen, die dem Fahrer erlauben, Nebentätigkeiten auszuüben oder gar von vollautomatisierten Funktionen in einfachen oder komplexen Verkehrssituationen, wie einer Stadt- oder Überlandfahrt, sind jedoch noch viele Jahre an Forschungs- und Entwicklungsleistungen erforderlich. Erforderliche Technologien müssen beispielsweise robuster werden, so dass sie bei jeder Witterung sowie bei Tag oder Nacht zuverlässig funktionieren.

Die Entwicklung von notwendigen Methoden, Algorithmen, Aktoren und Sensoren stellt dabei eine große technische Herausforderung dar, die nur im Verbund von Ingenieuren und Informatikern erreicht werden kann. Parallel zu den technischen Herausforderungen gilt es, auch die gesellschaftlichen Fragen zur Verantwortung und Haftung anzugehen. Neben einem funktionierenden Zusammenspiel aller Disziplinen gilt es, die gewonnen Erkenntnisse der Grundlagenforschung übergangslos mit den Erfahrungen in laufenden Feldbetrieben zu evaluieren, um eine schnelle und zielgerichtete Entwicklung zu ermöglichen. Hierzu soll das Tech Center a-drive eine geeignete Plattform bieten.

Die am Tech Center a-drive beteiligten Partner haben langjährige Erfahrungen in Forschung und Entwicklung im Bereich der Fahrerassistenzsysteme und des automatisierten Fahrens. Neben der Daimler AG betreiben auch die Forschungspartner Uni Ulm, FZI und KIT schon seit mehreren Jahren eigene automatisierte Erprobungsfahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr, mit denen neue Methoden und Verfahren der Fahrerassistenzsystem und des automatisierten Fahrens evaluiert werden. In vielen öffentlichen Demonstrationen der Fahrzeuge konnte die Leistungsfähigkeit der entwickelten Technologien bereits nachgewiesen werden.

Biljana Bojic | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.mwk.bwl.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics