Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Solarenergie durch bessere Verschaltung

15.07.2014

Konstanzer Physiker Dr. Stefan Braun erhält SolarWorld Junior Einstein Award 2014

Der Konstanzer Physiker Dr. Stefan Braun wurde für seine Dissertation „Simulation, Analyse und Herstellung von kristallinen Si-Solarzellen mit Multi-Busbar-Verschaltung“ mit dem SolarWorld Junior Einstein Award 2014 ausgezeichnet. Stefan Braun bewies in seiner Doktorarbeit, wie der Wirkungsgrad von Solarmodulen durch eine verbesserte Verschaltung mittels vielfacher Drahtelektroden gesteigert werden kann.

„Stefan Braun schließt damit die Lücke zwischen Solarzelle und Modul. Die Arbeit demonstriert anschaulich, dass optische und Verschaltungsverluste durch die Verwendung einer hohen Anzahl von Drahtelektroden bei der Modulintegration ein großes Potenzial zu deren Minimierung bergen“, lobt Jurymitglied Dr. Holger Neuhaus in seiner Laudatio. Der mit 5.000 Euro dotierte Junior Einstein Award wird jährlich von dem Unternehmen SolarWorld „für herausragende Nachwuchswissenschaftler“ im Bereich der Photovoltaikforschung verliehen.

Solarmodule sind normalerweise so aufgebaut, dass der erzeugte Strom einer Solarzelle in einem Gitternetz auf der Vorderseite zu zwei bis drei Sammelschienen fließt. Diese Sammelschienen, sogenannte Busbars, kanalisieren den Strom und leiten ihn innerhalb des Solarmoduls von einer Solarzelle zur nächsten. Durch den ohmschen Widerstand wird in den Sammelschienen jedoch auch elektrische Energie in Wärme umgesetzt, wodurch ein Leistungsverlust eintritt.

Stefan Braun erarbeitete in seiner Dissertation, wie die einzelnen Sammelschienen durch vielfache kleine Drahtelektroden ersetzt werden können. Der Strom wird auf diese Weise mit weniger elektrischem Energieverlust geleitet.

Darüber hinaus reflektieren die Drähte aufgrund ihres runden Querschnitts im Solarmodul weniger Licht als die Sammelschienen; es dringt also mehr Licht zu den Solarzellen durch. „Durch die Verwendung von zahlreichen Sammelleitern kann die benötigte Silbermenge zur Vorderseitenkontaktierung signifikant reduziert werden. Dies führt zusätzlich zu erheblichen Kostenersparnissen“, nennt Stefan Braun weitere Vorteile.

Das von Stefan Braun demonstrierte „Multi-Busbar-Konzept“ ist in der Theorie zwar bereits bekannt, es konnte jedoch bislang noch nicht praxis- und markttauglich umgesetzt werden. Stefan Braun bewies sowohl in der Simulation als auch in Praxistests die Funktionalität seines Arrangements auf Industrieniveau.

„Stefan Brauns Dissertation zeichnet sich durch ein Zusammenkommen mehrerer Aspekte aus: Eine saubere experimentelle und simulationsbasierte Forschung, eine hohe Praxisrelevanz und vor allem auch eine industrietaugliche Umsetzbarkeit ohne signifikante Mehrkosten“, erklärt der Physiker und Solarforscher Prof. Dr. Giso Hahn, der die Dissertation an der Universität Konstanz betreute.

Kontakt:
Universität Konstanz
Kommunikation und Marketing
Telefon: 07531 88-3603
E-Mail: kum@uni-konstanz.de

Prof. Dr. Giso Hahn
Universität Konstanz
Fachbereich Physik
Universitätsstraße 10
78464 Konstanz
Telefon: 07531 88-3644
E-Mail: Giso.Hahn@uni-konstanz.de

http://www.uni-konstanz.de

Julia Wandt | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Energie Funktionalität Giso Simulation SolarWorld Solarenergie Solarzelle Strom Verschaltung Wärme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Deutscher Wirtschaftspreis für Forschung in Gesundheitsökonomik
21.08.2017 | Joachim Herz Stiftung

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik