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Mediziner und Pharmazeut erhalten halleschen Preis für innovative Lehr-Konzepte

15.01.2009
Prof. Dr. Markus Pietzsch und Dr. Oliver Meyer erhalten am Freitag, 16. Januar 2009, den erstmals vergebenen Lehrinnovationspreis der Vereinigung der Förderer und Freunde (VFF) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).

Professor Pietzsch hat den bundesweit ersten universitären Master-Studiengang "Pharmaceutical Biotechnology" etabliert, der in diesem Wintersemester an der MLU gestartet ist. Dr. Meyer hat das Praktikum in der Notfallmedizin konzipiert.

Mit dem "Preis der Vereinigung der Freunde und Förderer der Martin-Luther-Universität für besondere Leistungen in der Wissenschaft" werden künftig jährlich innovative Lehrkonzepte prämiert. Über die Preisträger entscheidet eine Auswahlkommission. "Die Entscheidung, diesen Preis zu stiften, erwuchs aus dem festen Willen der Mitglieder der VFF, die Initiative 'Sei klug, studier in Halle!' tatkräftig zu unterstützen", sagt Wulf Meyer, Präsident der Fördervereinigung und Personalvorstand der Dresdner Bank AG.

"Exzellente Lehre ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, zukünftige Studierende für ein Studium an der MLU zu gewinnen."

Der bundesweit erste universitäre Master-Studiengang "Pharmaceutical Biotechnology" läuft seit diesem Wintersemester. Das englischsprachige Angebot richtet sich an in- und ausländische Bachelor-Absolventen aus den Biowissenschaften und der Chemie und Absolventen der Pharmazie mit erstem Staatsexamen. Sie können in dem Studiengang Methoden und Techniken erlernen, um neue Arzneimittel zu entwickeln, zu prüfen, herzustellen und zugelassen zu bekommen. "Wir wollen die Master-Studierenden bestens vorbereiten für die Tätigkeit in der Wissenschaft oder in der Pharmaindustrie", betont Prof. Dr. Markus Pietzsch vom Institut für Pharmazie der MLU. In dem neuen Studiengang werden zunächst die Denkweisen vermittelt, die nötig sind, um Produktneuheiten zu entwickeln. Darüber hinaus stehen molekularbiologische Techniken auf dem Lehrplan, Produktionsaspekte und die Reinigung der Produkte. Somit spielen auch ingenieurwissenschaftliche Kompetenzen eine Rolle.

"Über die Anerkennung, die die Universität dem neuen Studiengang zollt, freue ich mich natürlich", sagt Professor Pietzsch. "Der Preis gebührt allen beteiligten Kollegen und auch den Dozenten aus der Industrie." Dem Studiengang komme eine Vorbildfunktion für ähnliche Angebote anderer Hochschulen zu, und er ziehe exzellente internationale Studierende an.

Auch der zweite Preisträger, Dr. Oliver Meyer von der Universitätsklinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, verweist auf die Teamarbeit beim Praktikum in der Notfallmedizin: "Die Ideen sind von mir, die Umsetzung ist aber eine Teamleistung, die ohne die Unterstützung unseres Chefs Professor Joachim Radke nicht möglich gewesen wäre." Meyer ist Facharzt für Anästhesiologie und Notfallmedizin sowie Leiter des Simulationszentrums des Universitätsklinikums. Das übergeordnete Lernziel des Praktikums ist, dass die künftigen Ärzte - ohne Notfallmediziner zu sein - in einem Notfall Patienten qualifiziert helfen können, bis der Rettungsdienst mit dem Notarzt oder im Krankenhaus beispielsweise speziell ausgebildete Reanimationsteams eintreffen.

Das Notfallpraktikum wurde in das letzte Studienjahr vor dem Praktischen Jahr gelegt. "Die Simulation von Fallbeispielen ist das Kernelement des Praktikums, da nicht nur Faktenwissen praktisch angewendet wird, sondern auch die gute und effektive Zusammenarbeit im Team geübt wird", erläutert Meyer. Die Studierenden nähmen das Konzept begeistert an. "Die Veranstaltungen beginnen nicht nur pünktlich, sondern es ist auch eine Selbstverständlichkeit, dass die Lehrenden vorher und nachher immer für Fragen zur Verfügung stehen." Den Studierenden werde so Wertschätzung vermittelt.

"Lehre ist ein Privileg und keine Pflicht", betont Dr. Meyer. Die Lehrenden werden vom Klinikbetrieb zeitweilig freigestellt und unterrichten freiwillig. Dieser Enthusiasmus übertrage sich auch auf die Studierenden. Außerdem werden die Ärzte von speziell ausgebildeten studentische Tutoren unterstützt, die ein betreutes Üben ermöglichen.

Den mit 5000 Euro dotierten Preis übergibt Prof. Dr. Christoph Weiser, Prorektor für Studium, Lehre, Weiterbildung und internationale Beziehungen an der MLU, im Rahmen einer Festveranstaltung am Freitag, 16. Januar 2009, in der Aula der halleschen Universität. Zuvor erhalten u. a. die Promovenden und Habilitanden der MLU ihre Urkunden. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr, die Preisverleihung findet gegen 16:30 Uhr statt.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Markus Pietzsch
Tel.: 0345 55 25949
E-Mail: markus.pietzsch@pharmazie.uni-halle.de
Dr. Oliver Meyer
Tel.: 0345 55 75440
E-Mail: oliver.meyer@medizin.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

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