Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medienethik-Award META 2008 vergeben

16.01.2009
Redakteure von Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Gazette, FAKT und Spiegel Online ausgezeichnet - Professorin Dr. Petra Grimm: Reflexion über Medieninhalte essenzielles Ausbildungsziel für Medien-Studium
Studierende der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) haben am 15. Januar 2009 zum sechsten Mal den Medienethik-Award META vergeben.

Thema des undotierten Preises war die "Wertevermittlung in der politischen Berichterstattung". Ausgezeichnet wurden Jörg-Ulrich Hahn von der "Frankfurter Allgemeine Zeitung", Frank Wittmann für "Die Gazette", Inga Klees und Eva Simon vom MDR-Magazin "FAKT" und Annette Langer von "Spiegel Online".

Der META wurde 2008 in den Kategorien Zeitung, Zeitschrift, Fernsehen und Online ausgelobt. Günther-Martin Pauli, medienpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Medienpolitik im Landtag von Baden-Württemberg, hat die Preise übergeben.

Jörg-Ulrich Hahn von der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" überzeugte die Jury mit seinem Artikel "Die Doppelmoral der politischen Spiele". In dem vier Monate vor Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking erschienenen Beitrag setzte er sich mit der Frage auseinander, ob Funktionäre und Sportler auch eine politische Verantwortung tragen. "Durch den außerordentlichen Fokus auf Aufklärung des Lesers und den hohen Anteil an informativen Passagen wird der Text unserem Anspruch nach Meinungsbildung und Informationsvermittlung in besonderem Maße gerecht.

Der Artikel hebt sich durch seine differenzierte Darstellung des Sachverhaltes von der Masse der erschienenen Beiträge positiv ab und öffnet dem Leser neue Blickwinkel auf den Themenkomplex", erläutert HdM-Student Julian Maier in seiner Laudatio.

Mit "Sinn und Unsinn der Entwicklungshilfe" setzte sich Frank Wittmann in seinem Artikel für die Zeitschrift "Die Gazette" auseinander. Er betrachtete insbesondere die dysfunktionale Rolle der Medien im Senegal. HdM-Student Peter Feneberg fasst die Entscheidung der studentischen Jury in seiner Laudatio zusammen: "Der Beitrag zeichnet sich vor allem durch den argumentativen Gehalt der Aussagen, eine umfassende Vermittlung der politischen Sachverhalte sowie eine differenzierte Betrachtung aus. Aufgrund seiner ausführlichen Analyse des Mediensystems wird leicht nachvollziehbar, welche Folgen ein fehlender Berufsethos, wirtschaftliche Abhängigkeiten und der Mangel an Regulierung, die ja auch Pressefreiheit sicherstellen kann, bedeuten. Damit erfüllt der Beitrag wesentliche diskursethische Anforderungen".

"Eva Simon und Inga Klees, Preisträgerinnen in der Kategorie Fernsehen, schaffen es mit dem FAKT-Beitrag "Medizin-Rationierung" anhand von praktischen Beispielen eine fundierte Darstellung der aktuellen Situation im deutschen Gesundheitswesen und die damit zusammenhängenden Herausforderungen an die Politik zu vermitteln", erklärt HdM-Student und Laudator Philipp Kukemüller. Die studentische Jury habe sich für den Beitrag entschieden, da er durch seine Ausgewogenheit, die lebensweltliche Anschlussfähigkeit, ein hohes Maß an Transparenz und die Fokussierung auf die ethische Dimension des Themas überzeuge.

Spiegel-Online-Journalistin Annette Langer erhielt den Medienethik-Award für ihren Artikel "Georgiens Opposition hungert für mehr Demokratie". Ethische Werte, wie die Verantwortung der Politik, Gerechtigkeit, Demokratie und die Forderung der Hungerstreikenden nach freien und fairen Wahlen, stehen im Mittelpunkt ihres Textes. "Durch die unterschiedlichen Perspektiven sowie eine ausführliche Betrachtung der Hintergründe wird eine objektive Berichterstattung ermöglicht und der Leser zur eigenen Meinungsbildung aufgefordert", begründet HdM-Studentin Katharina Michailov die Auszeichnung in ihrer Laudatio.

Der Medienethik-Award META versteht sich als Qualitätssiegel für wertebewusste und ethisch orientierte Medieninhalte. Grundsätzliches Ziel des META-Projekts ist es, positive Beispiele eines gesellschaftlich verantwortungsvollen und wertebewussten Journalismus hervorzuheben und die Studierenden für die Teilnahme am politischen Diskurs in der Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Der META wird von Studierenden der Medienwirtschaft an Journalisten, Redaktionen und andere Medienschaffende verliehen. Die Preisträger werden stets von einer studentischen Jury ausgewählt. Sie analysiert jedes Jahr journalistische Beiträge anhand der "MediaCharta", einem von Studierenden eigens für den Preis erstellten Kriterienkatalog.

Betreut wird das Projekt von Professorin Dr. Petra Grimm, Ethikbeauftragte der HdM und Dekanin der Fakultät Electronic Media, und Dr. Wilfried Mödinger, Professor im Studiengang Medienwirtschaft. "Für die Jury, die aus dem Studiengang Medienwirtschaft gebildet wurde - aber sicherlich für alle Studierende unserer Hochschule - ist es ein eminent wichtiger Lernprozess, die Qualität einer politischen Berichterstattung zu erkennen und beurteilen zu können. Studierende dieser Hochschule lernen, wie man Qualität in den Medien professionell erzielt: bei der technischen Produktion, bei der Gestaltung und bei der Budgetierung", erklärt Professorin Dr. Petra Grimm. "Aber es gibt noch ein weiteres Ausbildungsziel, das essenziell für ein Studium der Medien ist: die Reflexion über Medieninhalte, deren Qualitätsniveau und auch deren Mängel", so Grimm.

Der META wird seit 2003 einmal jährlich zu wechselnden Fragestellungen aus dem Bereich der Medienethik vergeben. Bisherige Themen waren etwa "Crossmediale Konzepte von Kinder- und Jugendmedien", "Zukunft der Gesellschaft und nachhaltige Entwicklung", "Bildung und Medien", "Wirtschaft und Ethik" oder "Kriegsberichterstattung im Irakkrieg".

Die Preisverleihung wird von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LfK), der Dekra Certification GmbH, Stuttgart, dem Referat für Technik- und Wissenschaftsethik an den Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg (rtwe), Karlsruhe, und der Stuttgarter Zeitung unterstützt.

Kontakt:
Prof. Dr. Petra Grimm
Ethikbeauftragte der HdM und Dekanin der Fakultät Electronic Media
Telefon: 0711 8923 2234
E-Mail: grimm@hdm-stuttgart.de
Helena Salewski und Tobias Maroni
META-Projekt-Team, Studierende der Medienwirtschaft
Telefon: 0176 2152 0714 und 0179 140 9469
E-Mail: meta@hdm-stuttgart.de

Kerstin Lauer | idw
Weitere Informationen:
http://www.hdm-stuttgart.de/meta
http://www.hdm.stuttgart.de/mw
http://www.hdm-stuttgart.de/pressemitteilungen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht 31,5 Millionen Euro für Forschungsinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (InnBW)
20.04.2018 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht Der Herr der Magnetfelder: EU verleiht HZDR-Forscher begehrte Forschungsförderung in Millionenhöhe
12.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics