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MDC-Doktorandin Katja Herzog erhält Preis „For Women in Science“

10.11.2011
Die Doktorandin Katja Herzog vom Berliner Max-Delbrück-Centrum (MDC) ist in Berlin mit dem „For Women in Science“ Förderpreis der Deutschen UNESCO-Kommission und L`Oréal Deutschland ausgzeichnet worden.

Mit ihr erhielten Nicole Fröhlich (Zentrum für Integrative Neurowissenschaften, Tübingen) und Judith Klatt (Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, Bremen) die Förderung im Wert von 20 000 Euro. Seit 2006 unterstützt das Projekt zusammen mit der Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung jedes Jahr drei in Deutschland tätige exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen aus den Naturwissenschaften mit Kind. Ziel ist, Frauen mit Kindern zu helfen, in der Forschung zu bleiben und Karriere zu machen.

Katja Herzog untersucht in der Forschungsgruppe von Prof. Thomas Willnow den Vitamin D-Stoffwechsel. Vor einigen Jahren hatte er gezeigt, dass Vitamin D, gekoppelt an ein Trägereiweiß, im Blutkreislauf zirkuliert, aber erst in der Niere aktiviert wird. Dort befinden sich auf den Zellen der Nierenkanälchen Bindungsstellen (Rezeptoren) für das Vitamin D-Trägereiweiß. Bei Nierenpatienten ist die Aufnahme von Vitamin D über den Rezeptor, in der Fachsprache Megalin genannt, gestört.

Das erklärt, weshalb diese Patienten häufig Wachstumsstörungen oder Knochendeformationen haben. Noch ist aber unklar, wie genau Megalin seine Funktion in der Niere erfüllt und mit welchen anderen Proteinen in der Zelle der Rezeptor zusammenspielt, um das Trägerweiß mit dem Vitamin D in die Zelle zu schleusen. Außerdem ist Megalin auch in anderen Teilen des Körpers, etwa im sich entwickelnden Gehirn, für die zelluläre Aufnahme bestimmter Eiweißstoffe verantwortlich.

In ihrer Doktorarbeit will Katja Herzog deshalb in einer Reihe von Modellsystemen herausfinden, ob solche Prozesse im gesamten Organismus oder nur in bestimmten Organen wie der Niere oder dem Gehirn beobachtet werden können. Sie will dabei auch die molekulare Wirkungsweise des Rezeptors untersuchen. Ein besseres Verständnis des Rezeptors soll helfen, künftig Therapiemöglichkeiten gegen Knochenschädigungen bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion zu entwickeln.

Katja Herzog wurde 1986 in Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, geboren. 2005 machte sie ihr Abitur in Berlin und und ging dann nach Frankreich, wo sie an der Paris Diderot Universität Biologie studierte. Dort machte sie ihren Bachelor sowie Master of Science im Fach Genetik. 2010 absolvierte sie am Pasteur-Institut in Paris ein Kurzstudium der molekularen Zellbiologie. Forschungsaufenthalte führten sie neben mehreren Stationen in Frankreich auch nach Norwegen und New York. 2007 war sie das erste Mal am MDC, in der Forschungsgruppe von Prof. Norbert Hübner. Sie hat einen 15 Monate alten Sohn und ist verlobt. 2010 erhielt sie ein Helmholtz-Doktoranden-Stipendium und im März 2011 ein Christiane Nüsslein-Volhard-Stipendium, das jetzt mit dem „For Women in Science“ Förderpreis bei der Preisverleihung in Berlin vergeben worden ist.

Das Fördergeld wird nach Angaben von „For Women in Science“ zur einen Hälfte für Kinderbetreuung und Unterstützung im Haushalt eingesetzt, um den Forscherinnen mehr Zeit für ihre wissenschaftliche Arbeit zu geben, und um ihnen Weiterbildungsmaßnahmen zu ermöglichen. Die andere Hälfte des Geldes fließt in Projekte, die nachhaltig die Vereinbarkeit von Beruf und Familie an den Instituten verbessern sollen, an denen die Preisträgerinnen arbeiten.

Das MDC gehört zu den rund 300 Einrichtungen, die 2010 mit dem Zertifikat zum audit berufundfamilie für familienfreundliche Personalpolitik vom Bundesfamilien- sowie Bundeswirtschaftsministerium ausgezeichnet worden sind.

Barbara Bachtler
Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
in der Helmholtz-Gemeinschaft
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 94 06 - 38 96
Fax: +49 (0) 30 94 06 - 38 33
e-mail: presse@mdc-berlin.de

Barbara Bachtler | idw
Weitere Informationen:
http://www.mdc-berlin.de/
http://www.unesco.de/wissenschaft.html
http://www.fwis-programm.de/

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