Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MBPW 2009: Die besten Gründerteams

31.07.2009
High-Tech Gründer an der Spitze

Beim Münchener Business Plan Wettbewerb 2009 setzten sich sechs Teams und Start-ups durch, alle aus den Branchen Maschinenbau und Life Science. In den beiden Kategorien Marathon (mind. 18 Monate bis zum Markteintritt, mehr als 1 Mio. Euro Kapitalbedarf) und Sprinter (Markteintritt innerhalb der nächsten 18 Monate, weniger als 1 Mio. Euro Kapitalbedarf) wurden jeweils drei Sieger prämiert. Diese Ergebnisse spiegeln zwei Trends wider, die den MBPW 2009 insgesamt bestimmten: eine hohe Beteiligung von Ingenieurs-Teams und der Siegeszug der Umwelttechnologien.

In der Kategorie Sprinter siegte das Team „Nature & Cool“ mit einem innovativen Gebäudeklimatisierungssystem. Die Gründer bezeichnen ihr System als „das weltweit erste, faktisch CO2 neutrale, niedrigenergie-basierte Gebäude-Klimatisierungssystem“. Mit Hilfe von Solarenergie und Geothermie ermöglicht das System, den Schadstoffausstoß und Energiekosten bei der Kühlung zu senken. Das Team hat sich im Rahmen eines durch das Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekts "Nullenergieheizhaus" gefunden. Das Nature & Cool System ist bereits auf dem Markt eingeführt, formal soll das Unternehmen bis Herbst gegründet werden. Den zweiten Platz Sprinter machte die „NanoTemper Technologies GmbH“, eine Ausgründung aus der Ludwig-Maximilians-Universität LMU München im Bereich Life Science. Das Team hat ein Verfahren gefunden, um die die Entwicklung on Medikamenten zu beschleunigen, indem die Analyse von kleinsten Molekülen und Messungen direkt im Blutserum gemessen werden können. Das drittplatzierte Team „Scheibenintegrierter Sonnenschutz für Hochhäuser – tecshade“ ist wie der erste Sieger ein System, das die Energiekosten für die Kühlung in Großgebäuden senkt. Tecshade bietet eine Sonnenschutzlösung, die bereits in die Fassade integriert werden kann.

Auf Platz eins der Kategorie Marathon steht die „Chromotek GmbH“. Das Team will „neue Maßstäbe in der biomedizinischen Forschung und pharmazeutischen Wirkstoffentwicklung setzen.“ Auf Basis ihrer Chromobody®-Technologie bietet die Chromotek GmbH neuartige Forschungsreagenzien für Untersuchungen in lebenden Zellen an. Die grundlegende Idee ist nach Aussage des Wissenschaftler-Teams aus der LMU eine „Zufalls-Erfindung“ im Labor. Die zweitplatzierte "Corrmoran GmbH'" hat eine online Korrosionsmessung auf der Basis elektrochemischer Verfahren entwickelt. Damit können zum Beispiel Müllverbrennungsanlagen erstmals die Schäden, die bei der Verbrennung an Bauteilen entstehen, vor dem Ausfall der Anlage messen und beheben. Den dritten Platz machte das Team „siqens“, das „die nächste Generation von Brennstoffzellen“ entwickelt. Statt eines Verbrennungsmotors sollen in Zukunft ihre Brennstoffzellen in Verbindung mit der Hybrid-Technologie für mobilen Antrieb sorgen.

In der finalen Excellence Stage – Stufe 3 des Münchener Business Plan Wettbewerbs hatten 72 Teams ihre Businesspläne eingereicht, von denen die 68 Juroren 14 Teams nominiert hatten. Die fast konstanten Teilnehmerzahlen des MBPW 2009 zeigten, dass vor allem Technologie-orientierte Gründer sich nicht von der Wirtschaftskrise abhalten lassen. „Erfreulich war diesmal auch, dass Teilnehmer am MBPW früherer Jahre sich in diesem Jahr noch einmal mit einer optimierten oder neuen Geschäftidee der Jury des MBPW 2009 stellten, so auch NanoTemper Technologies GmbH und Chromotek GmbH“, so Werner Arndt, Geschäftsführer des MBPW. „Grundsätzlich sind hochtechnologische Start-ups, die beim MBPW ja den größten Teil ausmachen, wenig von der Krise betroffen. Nicht nur, dass diese Produkte lange Entwicklungszeiten haben. Sie sprechen überwiegend Geschäftskunden an, die den langfristigen Nutzen erkennen und ihre Prozesse optimieren wollen.“

Der nächste Münchener Business Plan Wettbewerb 2010 startet im Oktober 2009.

Gerne stellen wir den Kontakt zu den Teams her und schicken druckfähige Fotos!
Im Anhang die beiden Sieger Chromotek GmbH (v.l.: Katrin Schmidthals, Kourosh Zolghadr, Dr. Octavian Schatz, Jonas Helma, Dr. Ulrich Rothbauer)

und Nature & Cool (v.l.: Ralf Stappen, Martin Forstner, Albert Vögerl) in web Qualität.

Branchenverteilung der Excellence Stage – Stufe 3
Chemie/Biologie/Life Science: 11%
Elektronik: 7%
Information und Kommunikation: 38%
Maschinenbau: 18%
Nicht-Technisch: 26%
Die Sieger: Sprinter
Nature & Cool
1. Platz, dotiert mit 15.000 Euro
Geschäftsidee: Das patentierte, innovative Gebäudeklimatisierungssystem von NATURE&COOL ist ein Quantensprung im Bereich der Klimatisierung. Es ist weltweit das erste geschlossene, faktisch CO2 neutrale, niedrigenergiebasierte Gebäude-Klimatisierungssystem (LowEx) mit Wohlfühlklima.NATURE&COOL hat eine innovative Lösung für den Zukunftsmarkt des Sustainable Cooling mit oberflächennahen Geothermie und solarer Klimatisierung entwickelt, um sowohl zur CO2 Reduktion und Energiepreisminderung beizutragen, als auch neue und bestehende Gebäude wirksam an den Klimawandel anzupassen.
Team: Ralf Stappen, Martin Forstner, Albert Vögerl
Branche: Maschinenbau
Herkunft: Privatwirtschaftliches Unternehmen
NanoTemper Technologies GmbH
2. Platz, dotiert mit 10.000 Euro
Geschäftsidee: Die NanoTemper Technologies GmbH ist ein Spin-off der Ludwig-Maximilians-Universität München. Basierend auf dem neuen Verfahren "Microscale Thermophoresis" können Biomolekülwechselwirkungen präzise untersucht werden. Die Analyse von kleinsten Molekülen und Messungen direkt in Blutserum ermöglichen eine sehr viel effizientere Medikamentenentwicklung als dies bisher möglich ist. Wenig wirksame Substanzen können so deutlich früher erkannt werden, ohne dass sie in teuren Klinischen Phasen getestet werden müssen. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen an und vertreibt ab Ende 2009 ein Messgerät.
Team: Philipp Baaske, Dr. Stefan Duhr, Christoph Wienken
Branche: Chemie/Biologie/Life Science
Herkunft: Ludwig-Maximilians-Universität München
Scheibenintegrierter Sonnenschutz für Hochhäuser – tecshade
3. Platz, dotiert mit 5.000 Euro
Geschäftsidee: Wir bieten eine Sonnenschutzlösung für verglaste Gebäude, die hilft 35% der Energiekosten für Kühlung einzusparen. Unsere Kunden sind Bauherrn von Bürogebäuden weltweit. tecshade ist ein Sonnenschutzsystem im Isolierglas. Das System ist wartungsfrei. Unser Produkt lässt sich im Neubaubereich, wie auch bei der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden einsetzen.
tecshade ist mit allen gängigen Fassadenkonstruktionen kompatibel.
Primäres Zielgebiet für die Anwendung sind Ballungszentren mit
Hochhausbauten in sehr warmen Klimaregionen.
Team: Philipp Dreher, Wolf-Christian Henke
Branche: Maschinenbau
Herkunft: Technische Universität München
Die Sieger: Marathon
Chromotek GmbH
1. Platz, dotiert mit 15.000 Euro
Geschäftsidee: Die Chromotek GmbH entwickelt und vertreibt auf der Basis der Chromobody®-Technologie vielseitig einsetzbare und zuverlässige Forschungsreagenzien: Nanotraps® und Chromobodies®. Nanotraps® werden bereits erfolgreich und effizient zur Isolierung und zum Nachweis zellulärer Bestandteile in der Proteomforschung eingesetzt. Mit Chromobodies® können zum ersten Mal zelluläre Zielstrukturen in Echtzeit in lebenden Zellen nachgewiesen werden. Ziel ist es mit der Chromobody®-Technologie neue Maßstäbe in der biomedizinischen Forschung und pharmazeutischen Wirkstoffentwicklung zu setzen.
Team: Dr. Ulrich Rothbauer, Katrin Schmidthals, Jonas Helma, Dr. Octavian Schatz, Kourosh Zolghadr
Branche: Chemie/Biologie/Life Science
Herkunft: Ludwig-Maximilians-Universität München
Corrmoran
2. Platz, dotiert mit 10.000 Euro
Geschäftsidee: Die grundlegende Geschäftsidee ist eine online Korrosionsmessung auf der Basis elektrochemischer Verfahren. Sie wurde im Rahmen des EU19-Projekts vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz an der Universität Augsburg u.a. vom Team, das nun die Firma Corrmoran bildet, entwickelt. Häufige Anfragen von Anlagenbetreibern und auch Anlagenbauern führten zu dem Entschluss, das Messverfahren zu kommerzialisieren. Die Firma Corrmoran GmbH stellt das Verfahren inzwischen europaweit zur Verfügung.
Team: Dr. David Schrupp-Heidelberger, Dr. Barbara Waldmann, Bernhard Stöcker
Branche: Maschinenbau
Herkunft: Uni Augsburg
Siqens
3. Platz, dotiert mit 5.000 Euro
Geschäftsidee: Siqens entwickelt und produziert die nächste Generation von Brennstoffzellen. Brennstoffzellen wandeln die Energie eines Brennstoffs ohne den Umweg einer Verbrennung direkt in elektrischen Strom um. Siqens kombiniert seine neue BZ-Technologie mit Akkumulatoren (Hybridisierung) und liefern damit die entscheidende Lösung zum Durchbruch für Elektromobilität.
Team: Volker Harbusch, Felix Heidelberg, Dr. Florian Sotier
Branche: Maschinenbau
Herkunft: Privatwirtschaftliches Unternehmen
Kategorie: Marathon
Über den MBPW
Der Münchener Business Plan Wettbewerb ist eine Initiative von Wirtschaft, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Er fördert die Gründungsbereitschaft auf breiter Basis und unterstützt die Gründung innovativer Unternehmen - mit einem Schwerpunkt im Technologiebereich. Der Münchener Business Plan Wettbewerb versteht sich als ein wesentlicher Partner im Münchener Gründernetzwerk und leistet einen Beitrag zur Stärkung der Gründerkultur in der Region. Der MBPW ist einer der führenden Business Plan Wettbewerbe weltweit. www.mbpw.de
Ergebnisse der ersten zwölf Jahre des MBPW:
 Über 600 Unternehmen wurden mit Unterstützung des MBPW gegründet und finanziert.
 Über 4.580 neue Arbeitsplätze sind durch diese Unternehmen entstanden.
 Rund 589 Mio. Euro Gründungs- und Wachstumskapital wurden in diese Unternehmen investiert.
PR-Kontakt
Min Hae Larissa Kiesel
MBPW GmbH
Agnes-Pockels-Bogen 1
80636 München
Telefon: 089 – 388 38 38 – 14
Email: minhae.Kiesel@mbpw.de

Min Hae Larissa Kiesel | MBPW GmbH
Weitere Informationen:
http://www.mbpw.de
http://www.mbpw-tv.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie