Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Max F. Perutz Laboratories: Auszeichnung für zwei junge Forschungsteams

14.04.2010
Human Frontier Science Programme fördert Kristin Tessmar-Raible und Juraj Gregan mit je über einer halben Million Euro

Gleich zwei Forschungsgruppen der Max F. Perutz Laboratories (MFPL) der Universität Wien werden im renommierten Human Frontier Science Programme (HFSP) gefördert. Die Neurobiologin Kristin Tessmar-Raible und der Genetiker Juraj Gregan leiten zwei der neun interkontinentalen Kooperationsprojekte, die heuer vom HFSP mit einem "Young Investigator Grant" ausgezeichnet wurden. Ihre Forschungsgruppen erhalten mehr als eine halbe Million Euro über drei Jahre.

Seit 2007 bieten die MFPL der Universität Wien jungen WissenschaftlerInnen die Möglichkeit, als Junior Group Leader ihre eigenen Forschungsgruppen aufzubauen. So forscht das Team der Neurobiologin Kristin Tessmar-Raible zu molekularen Mechanismen, mit denen Meereslebewesen ihre lichtabhängigen Lebenszyklen steuern, und jenes des Genetikers Juraj Gregan zu grundlegenden Prozessen bei der Zellkernteilung. Mit Erfolg: Beide Projekte wurden im Rahmen des HFSP ausgezeichnet. "Dies bestätigt unsere Strategie, Schwerpunkte bei der Förderung von NachwuchsforscherInnen zu setzen", freut sich Warren Graham, wissenschaftlicher Direktor der MFPL.

Biologische Rhythmen: Sonne, Mond und Meer

Kristin Tessmar-Raible untersucht mit ihrer Forschungsgruppe lichtabhängige rhythmische Prozesse in den Zellen mariner Lebewesen. Das Meer als Lebensumfeld und seine Bewohner sind wesentlich stärker als das Land von den verschiedensten Rhythmen beeinflusst - die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen aber noch weitgehend ungeklärt. Beispielsweise dienen Mondphasen als natürlicher "Taktgeber", um lebenswichtige biologische Prozesse wie Wachstum oder Zellteilung, insbesondere aber die Vermehrung zu steuern. Tessmar-Raibles Team untersucht mit Forschungsgruppen aus Japan, Großbritannien und Italien anhand dreier unterschiedlicher Spezies - Borstenwürmer, Seeigel und Kieselalgen, wie unterschiedliche Rhythmen (z.B. Tag-Nacht-Rhythmus und Mondphasen) zusammenwirken und wie anpassungsfähig die Lebewesen bei Umweltveränderungen sind.

Kristin Tessmar-Raible, geboren in Görlitz, Deutschland, absolvierte ihr Diplomstudium an der Universität Heidelberg und promovierte an der Universität Marburg. Nach Forschungsaufenthalten an der Harvard Medical School in Boston (USA), der Universität Cambridge (UK) und UCSF in San Francisco war sie als Post-Doc am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg tätig. Seit 2008 ist sie Junior Group Leader an den Max F. Perutz Laboratories.

Krebsforschung: Aus Fehlern wird man klug!

Juraj Gregan und sein Team beschäftigen sich mit den mechanischen Eigenschaften der Kinetochore, einer für die Zellkernteilung besonders wichtigen Proteinstruktur. Zur Untersuchung der Kinetochore wollen die WissenschaftlerInnen einen in der Natur vorkommenden "Fehler" nutzen: in manchen Fällen setzen Mikrotubuli, die für Bewegungen und Transporte innerhalb der Zelle zuständig sind, von beiden Polen an ein und demselben Kinetochor an (merotelische Bindung) und ziehen ihn dann während der Anaphase der Kernteilung eiförmig in die Länge. Letztendlich führt diese merotelische Bindung zur Ungleichverteilung der Chromosomen in den Tochterzellen - ein in Krebszellen besonders häufig auftretender Fehler. Neben Gregans Team sind an dem Projekt ForscherInnengruppen des Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie in Deutschland sowie der Virginia State University in den USA beteiligt.

Juraj Gregan wurde in der Slowakei geboren. Er studierte in Bratislava und als PhD-Student am Institut für Mikrobiologie und Genetik der Universität Wien. Nach einem Forschungsaufenthalt als Post-Doc an der Universiät Oxford (UK) war er von 2003 bis 2006 am IMP (Institut für Molekulare Pathologie) in Wien tätig. Seit 2007 ist er Gruppenleiter an den Max F. Perutz Laboratories.

Human Frontier Science Program

Die PreisträgerInnen werden vom HFSP ausgezeichnet, einem internationalem Programm zur Förderung der Grundlagenforschung in den Lebenswissenschaften. Innovation, Interdisziplinarität und Interkontinentalität der Projekte sind neben der wissenschaftlichen Qualität des Forschungsansatzes entscheidende Kriterien für die Vergabe der Förderungen. Diese werden ausschließlich an Länder und Kontinente überschreitende Projekte in den Grenzbereichen zwischen Biologie, Chemie, Physik, Mathematik und den Computer- und Ingenieurwissenschaften vergeben. Die "Young Investigator Grants" erhalten WissenschaftlerInnen, deren Forschungsgruppen gerade erst im Aufbau sind und deren Doktorat nicht länger als zehn Jahre zurückliegt. www.hfsp.org

Max F. Perutz Laboratories

Die Max F. Perutz Laboratories sind ein 2005 gegründetes Joint-Venture der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien am Campus Vienna Biocenter. An den MFPL forschen über 60 Arbeitsgruppen im Bereich Molekularbiologie. Seit 2007 leitet der Biochemiker Graham Warren das Institut: www.mfpl.ac.at

Wissenschaftlicher Kontakt
Dr. Juraj Gregan
T +43 1 4277-744 70
Juraj.gregan@univie.ac.at
http://www.mfpl.ac.at/index.php?cid=441
Dr. Kristin Tessmar-Raible
T +43-1-4277-746 35
kristin.tessmar@mfpl.ac.at
http://www.mfpl.ac.at/index.php?cid=725
Max F. Perutz Laboratories
Universität Wien
1030 Wien, Dr.-Bohr-Gasse 9
Rückfragehinweis
Gabriele Schaller
Communications
Max F. Perutz Laboratories
1030 Wien, Dr.-Bohr-Gasse 9
T +43-1-4277-240 14
gabriele.schaller@mfpl.ac.at

Veronika Schallhart | idw
Weitere Informationen:
http://www.mfpl.ac.at
http://www.unvie.ac.at/175

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht BRIESE-Preis 2016: Intelligente automatisierte Bildanalyse erschließt Geheimnisse am Meeresgrund
20.01.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert
20.01.2017 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise