Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein mathematischer Leuchtturm

31.05.2010
Für das DFG-Forschungszentrum MATHEON beginnt am 1. Juni die dritte vierjährige Förderperiode. DFG lobt das hohe Qualitätsniveau der Einrichtung.

Noch in den 1990er Jahren stand die Berliner Mathematik im Schatten. Im TU-internen Ranking der Fachbereiche stand die Mathematik ganz weit hinten und die Mathematik der FU sollte abgeschafft werden. Vertrauensvolle Kooperation aller Beteiligten, die Konzentration auf zukunftsträchtige Fachgebiete und exzellente Berufungen brachten die Wende.

Mit der Gründung des MATHEON durch Mitglieder der mathematischen Institute von TU, FU und HU sowie des Zuse-Instituts (ZIB) und des Weierstraß-Instituts (WIAS) vor acht Jahren ging es dann steil aufwärts. Heute ist die Angewandte Mathematik in Berlin ein bundesdeutscher Leuchtturm der Wissenschaft mit weltweiter Strahlkraft.

Durch den Bescheid der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), das Zentrum weitere vier Jahre mit rund 27 Mio. Euro zu fördern, ist diese herausragende Stellung des MATHEON erneut bestätigt worden. Und das in einer Weise, die für Begründungen der DFG nicht alltäglich ist: „Seit seiner Einrichtung hat sich das MATHEON zu einem ausgesprochen leistungsstarken Forschungszentrum von sehr hoher wissenschaftlicher Attraktivität entwickelt. Durch die anspruchsvollen Forschungsarbeiten, die sich fast ausnahmslos auf höchstem Qualitätsniveau bewegen, wurden moderne Schlüsseltechnologien erfolgreich vorangetrieben. Dabei ist eine zukunftsweisende Prägung des Verhältnisses zwischen Grundlagenforschung und Anwendung entstanden“ schreibt die DFG und weiter an anderer Stelle: „Neben vielen gewinnbringenden akademischen Kooperationen (z B mit thematisch verwandten Forschungsnetzwerken im Ausland) sind zahlreiche Partnerschaften mit der Wirtschaft und der öffentlichen Hand hervorzuheben. Hieraus sind eindrucksvolle wissenschaftlich-technologische Ergebnisse, aber auch bedeutende Fortschritte im Bereich der mathematischen Schulausbildung entstanden. Außerdem richtet sich das Forschungszentrum mit einem beeindruckenden Portfolio populärwissenschaftlicher Aktivitäten an die breite Öffentlichkeit.“

Die am 1. Juni 2010 beginnende dritte vierjährige Förderperiode ist der letzte von der DFG geförderte Abschnitt. Nach dem gemeinsamen Willen aller Beteiligten wird das MATHEON auch danach in einer anderen Organisationsform in Berlin weiter bestehen. Dies bestätigt die DFG im Bewilligungsbescheid: „Für die Zeit nach Beendigung der DFG-Förderung wurde ein zufriedenstellender, robuster Modus gefunden, der eine überzeugende Sicherung der bereits erzielten Struktur- und Schwerpunktbildung in Aussicht stellt.“

In über 70 Projekten arbeiten im MATHEON rund 200 Mathematikerinnen und Mathematiker an der Lösung von Kernfragen moderner Schlüsseltechnologien. So wurden im MATHEON in der Vergangenheit beispielsweise die Modellierung und Simulation von Molekülen und neuer Pharmaka erfolgreich durchgeführt, Brennstoffzellen und die Produktion von Halbleiterkristallen wurden optimiert, neue Modelle zur Abschätzung von Risiken wurden entwickelt, weltweit erstmals wurde ein so umfangreicher Plan wie der Fahrplan der Berliner U-Bahn gerechnet, die Einsätze der gelben Engel des ADAC wurden ebenso gesteuert wie Ampelschaltungen. Entwickelt wurden ebenso neuartige Visualisierungsmethoden für Anwendungen in den Entwicklungsabteilungen von Industrieunternehmen wie auch bei der Animation von großen Kinofilmen oder Computerspielen, mit neuen Algorithmen schließlich wurde die Schnelligkeit von Chips erhöht.

Viele der MATHEON-Projekte werden auch in Zukunft weiter geführt. Neue Projekte beschäftigen sich beispielsweise mit der Optimierung von Gasnetzen, dem Ausbau des Nord-Ostseekanals zur Verbesserung des Schiffsverkehrs, der Modellierung elektronischer Bestandteile in Solarzellen oder dem Design nanophotonischer Bausteine. Nach wie vor sieht es das MATHEON auch als eine wichtige Aufgabe an, die Mathematik bei Schülerinnen und Schülern populär zu machen und so den mathematischen Nachwuchs zu fördern. Deshalb werden Schulaktivitäten wie der mathematische Adventskalender, das Mathe-Schülerlabor “MathExperience“ und Vorträge in der Urania sowie zahlreiche populäre Veranstaltungen wie im September der Schülerlauf MATHEathlON auch künftig Bestandteil der Arbeit des Forschungszentrums bleiben.

Weitere Auskünfte erteilen Ihnen gerne der Sprecher des MATHEON, Prof. Volker Mehrmann, Tel: 030 314 - 2 57 36, Email: mehrmann@math.tu-berlin.de, oder der stellvertretende Sprecher, Prof. Christof Schütte, Tel.: 030 838 75353, Email: schuet-te@mi.fu-berlin.de

| idw
Weitere Informationen:
http://www.matheon.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Berührungslose Ladesysteme
16.11.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Studenten nehmen mit Frühwarnsystem für Geisterfahrer an internationalem Wettbewerb in Peking teil
15.11.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte