Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mathematik komplexer Systeme

17.11.2008
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert Mathematiker der Universität Jena

Je komplexer die Aufgabe, um so höher der Rechenaufwand eines Computers: Hochdimensionale Probleme sind es, die selbst leistungsstarke Rechner in ihre Grenzen weisen. Prof. Dr. Erich Novak und Prof. Dr. Winfried Sickel von der Friedrich-Schiller-Universität Jena lassen sich von der schieren Größe numerischer Probleme nicht abschrecken.

Sie wurden kürzlich in den Reigen der insgesamt 36 internationalen Teilnehmer des von der Deutschen Forschergemeinschaft (DFG) geförderten Schwerpunktprogramms 1324 aufgenommen. Das Programm widmet sich hochkomplexen und hochdimensionalen Problemen, die in vielen gängigen Disziplinen wie der Physik und Statistik auftreten, aber auch Spezialgebiete wie Data Mining, Computational Finance und Machine Learning bestimmen.

Die beiden Mathematiker forschen am Querschnittsbereich "Analyse und Management komplexer Systeme" der Universität Jena. "Das DFG-Programm passt sehr gut zu unserem Jenaer Querschnittsbereich", erklärt Novak. Hier werden komplexe Systeme fächerübergreifend untersucht und verschiedene Fakultäten leisten eine transdiziplinäre Zusammenarbeit. "Komplexe Systeme sind Gegenstand zahlreicher Wissenschaften. Ihre Erforschung hat gezeigt, dass sich die selben grundlegenden Strukturen in komplexen Systemen unterschiedlichster Wirklichkeitsbereiche wieder finden", berichtet der Lehrstuhlinhaber für Theoretische Numerik weiter.

Die DFG fördert nun zwei Doktorandenstellen, bei denen die Hochdimensionalität im Zentrum der Promotion steht. Nachwuchswissenschaftler Daniel Rudolf untersucht, ob und wie stark der Rechenaufwand und damit die Rechenzeit von Computern wächst, wenn die Dimensionalität eines Problems steigt - der so genannte "Fluch der Dimension". Bei der Promotion von Markus Hansen geht es um spezielle nichtlineare Approximationsmethoden, deren Rechenpotenzial gerade in hohen Dimensionen zur Geltung kommt.

"Aus der Analyse komplexer Systeme Strategien für ihr Management zu entwickeln, ist unser großes Ziel im DFG-Programm und im Querschnittsbereich der Universität Jena", so Prof. Dr. Erich Novak. Wenn das gelänge, so könnten Rechner in Zukunft nicht mehr an der schieren Größe des Problems scheitern.

Kontakt:
Prof. Dr. Erich Novak / Prof. Dr. Winfried Sickel
Mathematisches Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 2, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 946141; 946121
E-Mail: novak[at]mathematik.uni-jena.de; sickel[at]minet.uni-jena.de

Katrin Czerwinka | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro
21.02.2018 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018 für Tübinger Neurowissenschaftler
21.02.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics