Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Manuel Endres erhält Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft

04.06.2014

Die Max-Planck-Gesellschaft hat den jungen Physiker Manuel Endres für seine exzellente Doktorarbeit mit der Otto-Hahn-Medaille 2013 ausgezeichnet.

Die Max-Planck-Gesellschaft hat den jungen Physiker Manuel Endres für seine exzellente Doktorarbeit mit der Otto-Hahn-Medaille 2013 ausgezeichnet. Mit diesem Preis werden seit 1978 alljährlich Nachwuchsforscher gewürdigt, die in ihrer Promotion Ergebnisse von herausragender wissenschaftlicher Bedeutung erzielt haben.


Manuel Endres (Foto: MPQ)

Die jungen Wissenschaftler sollen dadurch motiviert werden, sich für eine Karriere in der Wissenschaft zu entscheiden. Dr. Endres erhält die mit einem Preisgeld verbundene Medaille für seine neue Technik zum Nachweis einzelner Atome in optischen Gittern, die er in der Abteilung Quanten-Vielteilchensysteme von Prof. Immanuel Bloch am Max-Planck-Institut für Quantenoptik entwickelt hat. Seit seiner Promotion im Frühjahr 2013 behandelt er solche Fragestellungen unter theoretischen Aspekten in der Abteilung Theorie von Prof. Ignacio Cirac.

Manuel Endres (Foto: MPQ), geboren in Würzburg, studierte zunächst Informatik an der Fachhochschule Würzburg. Nach seinem Vordiplom wechselte er zum Studium der Physik an die Philipps-Universität Marburg, an der er 2008 sein Diplom erhielt. Seine Diplomarbeit wurde von Prof. Immanuel Bloch betreut, damals Lehrstuhl für Experimentalphysik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

2008 begann Manuel Endres mit seiner Doktorarbeit in der Abteilung Quanten-Vielteilchensysteme von Prof. Bloch, die er im März 2013 mit summa cum laude abschloss. Sein Forschungsschwerpunkt war die Untersuchung ultrakalter Quantengase, wofür er, betreut von Prof. Stefan Kuhr (jetzt University of Strathclyde, Schottland), eine völlig neue Methode für den Nachweis einzelner Atome entwickelte.

Ultrakalte Quantengase haben sich in den letzten Jahren als hervorragende Modelle für stark wechselwirkende Vielteilchensysteme bewährt, von Sternsystemen bis hin zu modernen Materialien. Mit der neuen Nachweismethode möchten die Wissenschaftler die hochkomplexen Systeme auf der Ebene einzelner Teilchen verstehen. Ein hochauflösendes Objektiv liefert „Schnappschüsse“ des Systems, die es erlauben, die Verteilung der Atome im Gitter zu rekonstruieren.

Aus einer Serie solcher Schnappschüsse lassen sich Informationen über die Korrelationen zwischen den Teilchen erzielen, die erstmals den experimentellen Nachweis auch nichtlokaler Korrelationen zwischen Atomen auf verschiedenen Gitterplätzen erlauben. Zudem konnte mit Hilfe dieser hochsensitiven Technik erstmals eine Anregung von ‚Higgs‘-Amplituden in der Nähe eines niedrigdimensionalen Quantenphasenübergangs nachgewiesen werden.

„Allerdings hat diese Methode auch ihre Grenzen“, so Dr. Manuel Endres. „Wir beobachten die Dichteverteilung inklusive aller Fluktuationen und Korrelationen, haben aber mit dieser Technik noch keinen direkten Nachweis für die Verschränkung und Kohärenz von Vielteilchen-Zuständen.“ Nun hat er das Ziel, zunächst auf theoretischer Ebene herauszufinden, wie sich die bisherigen Limitationen umgehen lassen.

„Ich würde wirklich gerne verstehen, was sich in diesen hochkomplexen Systemen abspielt; vor allem: Welche Information kann man überhaupt auf experimentellem Weg erhalten? Welchen Grad der Steuerung und Kontrolle kann man erreichen, und zwar auf mikroskopischem Level?“, resümiert Endres.

Im Laufe seiner nur kurzen wissenschaftlichen Laufbahn hat Manuel Endres bereits einige Anerkennung erfahren. So war er von November 2003 bis März 2008 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Die hohe wissenschaftliche Bedeutung seiner Doktorarbeit wird durch zwei weitere Auszeichnungen unterstrichen:

Im vergangenen Jahr erhielt Manuel Endres den Promotionspreis der Münchner Universitätsgesellschaft, und seine Arbeit “Probing correlated quantum many-body systems at the single-particle level” ist im Springer-Verlag als Buch erschienen. Die Otto-Hahn-Medaille wird der junge Forscher am 4. Juni 2014 in München anlässlich der Hauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft in Empfang nehmen. [Olivia Meyer-Streng]

Kontakt:

Dr. Manuel Endres
Max-Planck-Institut für Quantenoptik
Hans-Kopfermann-Straße 1
85748 Garching b. München
Telefon: +49 (0)89 / 32 905 -239
E-Mail: manuel.endres@mpq.mpg.de

Dr. Olivia Meyer-Streng
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Quantenoptik
Hans-Kopfermann-Straße 1
85748 Garching b. München
Telefon: +49 (0)89 / 32 905 -213
E-Mail: olivia.meyer-streng@mpq.mpg.de

Dr. Olivia Meyer-Streng | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpq.mpg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über 1,6 Millionen Euro für Forschung im Bereich Innovative Materialien und Werkstofftechnologie
17.05.2017 | Hochschule Osnabrück

nachricht MHH-Forscher beleben Narbengewebe in der Leber wieder
16.05.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie