Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Malaria-Forscherin Nina Simon mit Zonta-Preis ausgezeichnet

08.06.2010
Der Zonta-Club Würzburg hat seinen Preis für hoch qualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen in diesem Jahr an die Diplom-Biologin Nina Simon vergeben. Die Doktorandin ist an der Universität Würzburg im Labor der Malaria-Expertin Dr. Gabriele Pradel tätig.

Den mit 1.500 Euro dotierten Preis bekam Nina Simon bei einer Feier im Kulturspeicher überreicht. Die Auszeichnung wird jedes Jahr vom Zonta-Club Würzburg in Zusammenarbeit mit dem Frauenbüro der Universität vergeben; Club-Präsidentin Sabine Unckell überreichte den Preis. Zonta ist eine international agierende Vereinigung berufstätiger Frauen.

„Die Preisträgerin weist nicht den klassischen Lebenslauf einer typischen Naturwissenschaftlerin auf. Ganz im Gegenteil hat sie einiges ausprobiert, bevor sie ihre Leidenschaft für die biologische Forschung entdeckte“, so Gabriele Pradel in ihrer Laudatio.

Werdegang von Nina Simon

Nina Simon, 1977 in Dortmund geboren, jobbte nach dem Abitur bei der Firma McKinsey. 1997 begann sie ein Bauingenieur-Studium an der Fachhochschule München, brach es aber ein Jahr später ab. Sie absolvierte dann eine Ausbildung zur Tierarzthelferin. Doch auch in diesem Beruf sah sie nach dem Abschluss ihrer Lehre nicht ihre richtige Erfüllung.

Also begann Nina Simon 2001 ein Biologiestudium in Gießen. Für das Hauptstudium wechselte sie nach Würzburg, wo sie bald zu Gabriele Pradel kam: Die Nachwuchsgruppenleiterin baute damals am Zentrum für Infektionsforschung ihr Malaria-Forschungslabor auf. „Nina gefiel die Infektionsbiologie so gut, dass sie für ihre Diplomarbeit und anschließend für ihre Doktorarbeit blieb. Ihre Promotion wird sie noch in diesem Jahr abschließen“, sagte Gabriele Pradel.

Malaria-Erreger vermehren sich auch geschlechtlich

Nina Simon erforscht die Sexualstadien des Malaria-Erregers, eines einzelligen Parasiten. Der Erreger vermehrt sich hauptsächlich durch einfache Zellteilungen. Er kann aber auch Geschlechtszellen bilden, die den Ei- und Spermazellen des Menschen nicht unähnlich sind.

Zur Befruchtung kommt es ausschließlich im Darm der Mücken, die den Erreger auf den Menschen übertragen. „Die geschlechtliche Fortpflanzung des Parasiten ist für die Malariaforschung bis heute ein weitgehend unbekanntes Terrain“, sagt Gabriele Pradel.

Geschlechtszellen sind wichtige Angriffspunkte

Für die Bekämpfung der Krankheit spielen die Geschlechtszellen des Malaria-Erregers eine bedeutende Rolle: Im Darm der Mücken liegen sie ungeschützt vor und sind dort für so genannte transmissionsblockierende Impfstoffe zugänglich. Solche Impfstoffe sollen die sexuelle Fortpflanzung des Parasiten im Mückendarm und damit dessen Weiterentwicklung in der Mücke verhindern. Dadurch würde die Krankheit seltener auf den Menschen übertragen.

„Über die Geschlechtszellen des Malaria-Erregers hat Nina Simon bei ihrer Arbeit molekularbiologische Erkenntnisse gewonnen, die die Entwicklung transmissionsblockierender Impfstoffe in ein neues Licht rücken“, hieß es in der Laudatio. Diese Erkenntnisse präsentierte Nina Simon bei der Preisverleihung in einem Vortrag.

Auf den Geschlechtszellen des Malaria-Erregers sitzen Proteine, die sich zu größeren Ansammlungen zusammenfinden. Diese „multimeren Proteinkomplexe“ fördern die Bindefähigkeit der Zellen, insbesondere der Eizellen. Diese neuen Erkenntnisse von Nina Simon wurden 2009 im Journal of Biological Chemistry veröffentlicht. Die Doktorandin vermutet, dass die Oberflächenproteine dem Parasiten helfen, einen Schutzfilm auszubilden, der ihn vor aggressiven Bestandteilen des Blutes schützt.

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie