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Lisa Kaltenegger erhält den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis

23.05.2012
Hohe Auszeichnung für die Erforschung der Atmosphären von Planeten außerhalb des Sonnensystems

Einen der renommiertesten Wissenschaftspreise Deutschlands – den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) – erhält am 23. Mai 2012 die Heidelberger Astrophysikerin Lisa Kaltenegger für ihre herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Erforschung extrasolarer Planeten.

Der mit 16000 EURO dotierte Preis wird im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Berlin durch die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, und den Präsidenten der DFG, Matthias Kleiner, überreicht.

Gibt es Planeten um fremde Sterne? Ist die Erde mit ihren lebensfreundlichen Bedingungen vielleicht kein Einzelfall? Zumindest die erste dieser brennenden Fragen, die nicht nur Astronomen seit Generationen beschäftigt, kann heute eindeutig mit ja beantwortet werden. Mittlerweile nähert sich die Zahl der zweifelsfrei nachgewiesenen so genannten Exoplaneten dem vierstelligen Bereich. Dass unser Planetensystem prinzipiell keine Ausnahme darstellt, war vermutet worden und ist mittlerweile gesicherte Erkenntnis.

Etwas anders sieht es noch mit der Beantwortung der zweiten Frage aus. Die meisten der bisher entdeckten Exoplaneten sind heiße Gasplaneten mit recht großer Masse und enger Umlaufbahn um den Heimatstern. Beide Eigenschaften erleichtern den äußerst schwierigen Nachweis von Exoplaneten, weshalb diese auch "heiße Jupiter" genannten Objekte zuerst gefunden wurden.

Doch inzwischen hat man auch kleinere und felsenartige Planeten entdeckt, wodurch sich die faszinierende Suche nach Planeten mit erdähnlichen Bedingungen und die Beantwortung der Frage nach Leben im All zu einem der aufregendsten Gebiete der Astronomie entwickelt hat.

Auf der Suche nach der zweiten Erde

Um biologische Aktivität zu ermöglichen, müsste ein solcher Gesteinsplanet einen geeigneten Abstand zum Mutterstern haben, so dass die Temperaturen u.a. flüssiges Wasser erlauben. Die Untersuchungen von Lisa Kaltenegger konzentrieren sich auf die Analyse spektraler Signaturen in den Atmosphären solcher terrestrischer Planeten, die entscheidende Indizien zur Charakterisierung dieser fernen Welten und auch auf potentielle Lebensspuren liefern können. Ziel ist, Wasser, Sauerstoff und andere Gase wie Kohlendioxid und Methan zu finden, da insbesondere die Kombination von Sauerstoff und Methan ein Nachweis für biologische Aktivität auf einem Planeten wie der Erde ist.

Je nach Entwicklungszustand einer solchen zweiten Erde können aber auch andere Signaturen möglich sein. Welche das sind, ist ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit von Lisa Kaltenegger. Hier kombiniert sie Geologie und Astronomie, denn auch unser Heimatplanet hat über Milliarden von Jahren eine starke Entwicklung erfahren und hätte sich für einen außerirdischen Beobachter zu verschiedenen Zeiten mit anderen spektralen Eigenschaften präsentiert.

Kalteneggers Emmy-Noether-Forschungsgruppe "SUPEREARTHS", die am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg in ein exzellentes Umfeld und internationales Forschungsnetz eingebunden ist, modelliert das Erscheinungsbild solcher Atmosphären, die auf potentielle Lebensspuren hinweisen können. Die Ergebnisse auf Basis eines iterativen Klimamodells werden auch genutzt, um das Konzept zukünftiger Satelliteninstrumente zu testen und sie erweisen sich auch als lehrreich, um mehr über Entstehung, Entwicklung und Zukunft der Erde zu erfahren.

International führende Wissenschaftlerin

"Lisa Kaltenegger, die neben Ihren Aktivitäten am MPIA gleichzeitig Research Associate des Harvard Smithsonian Center for Astrophysics ist und kürzlich von der Leopoldina und der Akademie Berlin-Brandenburg zum Mitglied der Jungen Akademie gewählt wurde, ist international führend auf ihrem Arbeitsgebiet und verfügt über eines der wichtigsten Werkzeuge zur Analyse von astronomischen Spektren extrasolarer Planeten", so Prof. Dr. Thomas Henning, Direktor am MPIA und Leiter der Abteilung Planeten- und Sternentstehung.

Die DFG würdigt Sie für Ihre Arbeit und als eine der produktivsten jungen Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der modernen Astrophysik mit der Verleihung des Heinz Maier-Leibnitz-Preis. Diese, nach dem ehemaligen Präsidenten der DFG benannte Auszeichnung, wird seit 1977 jährlich vergeben und soll aus Sicht der DFG Anerkennung und zugleich Ansporn sein, die wissenschaftliche Laufbahn geradlinig weiterzuverfolgen. Das Preisgeld wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung gestellt.

Kontakt:

Dr. Klaus Jäger (Wissenschaftlicher Referent)
Tel.: (+49|0) 6221 – 528 379
E-Mail: jaeger@mpia.de
Dr. Markus Pössel (Öffentlichkeitsarbeit)
Tel.: (+49|0) 6221 – 528 261
E-Mail: poessel@mpia.de
Prof. Dr. Thomas Henning (Direktor)
Tel.: (+49|0) 6221 – 528 201
E-Mail: henning@mpia.de
Dr. Lisa Kaltenegger
Tel.: (+49|0) 6221 – 528 446
E-Mail: kaltenegger@mpia.de

Dr. Klaus Jäger | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpia.de/
http://www.mpia.de/Public/menu_q2.php?Aktuelles/PR/2012/PR120523/PR_120523_de.html

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