Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Licht verlustfrei um die Ecke leiten: Physiker Alexander Szameit erhält Rudolf-Kaiser-Preis

15.01.2015

Der Jenaer Physiker Alexander Szameit erhält den diesjährigen Rudolf-Kaiser-Preis, den vermutlich wichtigsten Förderpreis für Nachwuchswissenschaftler der Physik in Deutschland. Der 36-Jährige wird für seine zahlreichen, bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der angewandten Optik geehrt, insbesondere – so sagt es die Würdigung der Preisjury – „für seine Arbeit über topologische Isolatoren, durch deren besondere geometrische Struktur Photonen verlustfrei übertragen werden können“. Er wird den mit 35.000 Euro dotierten Preis auf einer kleinen Feier am 15. Januar 2015 in Jena entgegennehmen.

Ein topologischer Isolator ist ein neuartiges Material, dessen Struktur es erlaubt, dass Elektronen ohne Streueffekte entlang der Oberfläche geleitet werden können. Szameit hat mit seiner Arbeitsgruppe dieses Prinzip so weiterentwickelt, dass auch Photonen, also Lichtteilchen, verlustfrei übertragen werden können.

Sein System besteht aus spiralförmig verdrillten optischen Wellenleitern, die in einem speziellen Bienenwabengitter angeordnet und mittels einer speziellen Fabrikationstechnik in einen optischen Glaschip eingraviert sind. Bei einer bestimmten Verdrillung wird das Licht entlang des Gitterrandes übertragen und rückstreufrei sogar um Ecken und Kanten geleitet. Diese völlig neue Art der Lichtübertragung besitzt großes Potential für eine Reihe an Anwendungen, zum Beispiel für optische Chips für eine neue Generation von Computern, sogenannten Quanten-Computern.

Weiterhin beeindruckte die Preisjury die Vielfalt der Themen, denen sich Alexander Szameit widmet. Hierzu zählt z.B. das „experimentelle Bosonen-Sampling“, durch das bestimmte mathematische Berechnungen in einem Quanten-Computer besonders elegant erfolgen können, und die numerische Subwellenlängen-Mikroskopie, mit der höchstauflösende Bilder möglich sind.

Alexander Szameit wurde in Halle an der Saale geboren, studierte Physik an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg und der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, wo er zum Doktor der Naturwissenschaften promovierte. Es folgten Forschungsaufenthalte am Institute for Astronomy auf Hawaii (USA), an der Australian National University in Canberra (Australien) und am Technion in Haifa (Israel). Seit 2011 ist er Juniorprofessor für Diamant- / Kohlenstoff-basierte optische Systeme am Institut für Angewandte Physik der Friedrich-Schiller Universität Jena.

Über den Rudolf-Kaiser-Preis
Der Rudolf-Kaiser-Preis wird seit 1989 an deutsche Experimentalphysiker vergeben, die mehrere sehr gute Arbeiten publiziert haben, aber noch nicht auf einen Lehrstuhl berufen wurden. Nach dem Willen des Stifters wird insbesondere eine herausragende Arbeit prämiert, die nicht „mit großen Maschinen“ in Großforschungsanlagen entstanden ist. Viele Kaiser-Preisträger sind heute weltweit geachtete, hochdekorierte Wissenschaftler.

Über die Rudolf-Kaiser-Stiftung
Die Rudolf-Kaiser-Stiftung wurde im Jahr 1987 durch Dr. Rudolf Kaiser ins Leben gerufen und wird vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft betreut. Rudolf Kaiser wurde 1923 in Nürnberg geboren, war über viele Jahre Vorsitzender Richter am Bundespatentamt und habilitierte 1979 in Experimentalphysik an der TU München. Dort widmete er sich vor allem der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Anke Meis | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.stifterverband.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie