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Leuchtende Bakterien machen Unbekanntes sichtbar

16.05.2013
Auszeichnung für Jülicher Biotechnologen
Zwei Biotechnologen des Forschungszentrums Jülich haben gestern in Stuttgart einen von drei mit 2000 Euro dotierten "Innovationspreis der BioRegionen in Deutschland" erhalten. Ausgezeichnet wurden Georg Schendzielorz und Stephan Binder vom Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG-1) für ihre anwendungsorientierte Idee zum Thema "Sensoren für effizientere Biokatalyse".

Die chemische Verarbeitung fossiler Rohstoffe wird zunehmend durch die biotechnologische Umsetzung nachwachsender Rohstoffe ersetzt. Die bio-basierten Produktionsverfahren schonen Natur, Umwelt und Klima und schaffen zusätzlich Unabhängigkeit von fossilen Ressourcen. Im Mittelpunkt dieser biotechnologischen Prozesse stehen die produzierenden Mikroorganismen, die stetig weiterentwickelt werden. Bis die für leistungsfähige Stämme notwendigen genetischen Anpassungen identifiziert werden können, müssen oft Tausende von Kultivierungen und chemischen Analysen durchgeführt werden. Um gewünschte Genmodifikationen gezielt ins Erbgut einzufügen, braucht es zudem häufig mehrere Monate bis Jahre.

Prof. Dr. Klaus Brandenburg, Staatssekretär Dr. Georg Schütte, Dr. Klaus Eichenberg, Dr. Thomas Diefenthal, Prof. Dr. Arndt Schilling und Dr. Ektoras Hadjipanayi sowie Georg Schendzielorz und Stephan Binder (v.l.n.r.)
Quelle: BIO Deutschland e.V. / Gerlinde Trinkhaus

Die Jülicher Wissenschaftler wurden vom Arbeitskreis der BioRegionen in Deutschland für ein Verfahren ausgezeichnet, mit dem hochproduktive Mikroorganismen mittels Fluoreszenz zum Leuchten gebracht werden können. Somit sind die gesuchten unter Milliarden unproduktiver Zellen eindeutig zu erkennen und können in Hochgeschwindigkeit – 50.000 Zellen pro Sekunde – analysiert und isoliert werden. Mithilfe der neuen Technologie konnten die Biotechnologen bereits eine bislang unbekannte Mutation identifizieren, mit der sich die Bildung einer Futtermittel-Aminosäure erheblich steigern lässt. Darüber hinaus haben Schendzielorz und Binder Methoden zum sogenannten "genome engineering" entwickelt, einer Technik, die gezielte Eingriffe in das Erbgut der Produktionsorganismen innerhalb weniger Tage ermöglicht.

Die neuen Technologien sind bereits zum Patent angemeldet und verschiedene Industriepartner haben bereits großes Interesse an einer Nutzung der Verfahren bekundet. Die Entwickler Stephan Binder und Georg Schendzielorz planen als nächsten Schritt eine Ausgründung aus dem Forschungszentrum. Im Herbst 2013 wollen sie die Firma "SenseUp" gründen.

Der Arbeitskreis der BioRegionen in Deutschland zeichnet zum vierten Mal Ideen in der biotechnologischen Forschung aus. Der Innovationspreis wird an Erfinder verliehen, die zukunftsweisende Möglichkeiten und Methoden in der praktischen Anwendung entwickeln. Die Auszeichnung soll Wissenschaftler motivieren, ihr Wissen und neue Technologien aus der Forschung in die Wirtschaft zu transportieren. Der Wettbewerb richtet sich an Inhaber oder Anwärter von Patenten aus dem Bereich der modernen Biotechnologie universitärer und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen. Eine Jury aus Mitgliedern des Arbeitskreises und einem Mitglied der High-Tech Gründerfonds Management GmbH wählt die Preisträger aus.

Weitere Informationen:
Innovationspreis der BioRegionen in Deutschland:
http://www.biodeutschland.org/innovationspreis.html
Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG-1) - Biotechnologie
http://www.fz-juelich.de/ibg/ibg-1/DE/Home/home_node.html
Ansprechpartner:
Dr. Lothar Eggeling
Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG-1) - Biotechnologie
Tel. 02461 61-5132 l.eggeling@fz-juelich.de
Prof. Michael Bott
Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG-1) - Biotechnologie
Tel.: 02461-61-3294
m.bott@fz-juelich.de
Pressekontakt:
Annette Stettien
Tel.: 02461 61 2388
a.stettien@fz-juelich.de

Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich

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