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Leibniz-Preis 2010 für Ulman Lindenberger

04.12.2009
Wissenschaftler des Berliner Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung erhält wichtigsten deutschen Forschungsförderpreis

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Namen der zehn Leibniz-Preisträger 2010 bekannt gegeben. Zu Ihnen gehört der Entwicklungspsychologe Ulman Lindenberger, Direktor am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

"Ich bin begeistert über diese großartige Auszeichnung unseres Kollegen!", freut sich die Geschäftsführende Direktorin Ute Frevert. "Angesichts der starken Konkurrenz ist die Würdigung Ulman Lindenbergers eine umso größere Ehre. Im übrigen ehrt der Leibniz-Preis nicht nur den produktiven und innovativen Wissenschaftler, sondern auch das Institut, in dem er diese Produktivität entfaltet. Das Institut freut sich - und feiert seinen Direktor in absentia!"

Ulman Lindenberger hält sich derzeit als Visiting Fellow am Center for Advanced Study in the Behavioral Sciences in Stanford, USA. Er kehrt im Sommer 2010 an das MPI für Bildungsforschung zurück.

Ulman Lindenberger (48) ist einer der international führenden Köpfe der kognitiven Alternsforschung. In einer beeindruckenden Fülle von Untersuchungen hat er die Potenziale und Grenzen des kognitiven Alterns neu definiert, wobei er Ansätze aus den Neurowissenschaften, der Gerontologie und der Entwicklungspsychologie erfolgreich kombinierte. So konnte Lindenberger nachweisen, dass das geistige Leistungsniveau älterer Menschen nicht durch natürliche Vorgaben wie das Alter festgelegt wird, sondern durch eigenes Handeln verändert und damit auch verbessert werden kann. Wahrnehmung, Denken und Gedächtnis im Alter sind demnach in hohem Maße von körperlichen, emotional-motivationalen und sozialen Faktoren abhängig. Diese Erkenntnisse der Grundlagenforschung haben rasch Eingang in Praxisprogramme gewonnen und sind gerade angesichts des demografischen Wandels von eminenter gesellschaftspolitischer Bedeutung.

Nach dem Studium in Berkeley und Berlin promovierte und habilitierte sich Ulman Lindenberger an der Freien Universität Berlin in Psychologie. Danach war er Professor in Saarbrücken, bevor er als Direktor an das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung wechselte. Mehrere Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte führten ihn ins Ausland. Er ist Fellow der American Psychological Association und Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina sowie der Wilhelm Wundt Gesellschaft.

Verliehen werden die Leibniz-Preise am 15. März 2010 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin.

Dr. Petra Fox-Kuchenbecker | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpib-berlin.mpg.de/de/presse/2009/leibniz-ul.html
http://www.dfg.de/

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