Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lebensretter außer Kontrolle: gefährliche Immunreaktion nach Stammzell-Transplantationen verhindern

17.03.2016

Freiburger Leukämieforscher erhält zwei Millionen Euro im Rahmen eines ERC Consolidator Grants

Bei jedem zweiten Leukämiepatienten greifen nach einer Stammzell-Spende die übertragenen Immunzellen das Gewebe des Empfängers an. Für die Erforschung dieser Graft-versus-Host-Reaktion (GvHD) erhält Prof. Dr. Robert Zeiser, Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Freiburg, einen mit zwei Millionen Euro dotierten ERC Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats.


Schnitt durch den Dünndarm: Immunzellen, Neutrophile Granulozyten genannt, dringen in das Darmgewebe ein und lösen dort eine Entzündung aus. Blau: Zellkerne der Darmzellen, Orange: Immunzellen

R. Zeiser / Universitätsklinikum Freiburg

Durch die Erforschung sogenannter Mikro-RNAs wollen die Forscher dazu beitragen, Stammzell-Transplantationen sicherer zu machen und Früherkennungs-Tests für Risiko-Patienten zu entwickeln.

Der ERC Consolidator Grant ist die höchstdotierte Projektförderung der Europäischen Union für Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher.

Eine Graft-versus-Host-Reaktion kann unter anderem zu Hautveränderungen, schwerem Durchfall und Leberversagen führen und ist die häufigste Todesursache nach einer Transplantation von Spender-Blutstammzellen. Weshalb manche Patienten eine GvHD entwickeln, ist bislang unklar. Es wird vermutet, dass bei den Betroffenen entzündungsfördernde Gene besonders aktiv sind.

Die Forscher um Prof. Zeiser untersuchen nun, wie Mikro-RNAs in die Steuerung dieser Gene eingreifen. „Im besten Fall könnten wir durch die Hemmung der passenden Mikro-RNAs die gefährliche Immunreaktion verhindern“, sagt Prof. Zeiser. Ähnliche Ansätze werden bereits bei der Behandlung von Hepatitis-C und Lungenkrebs in klinischen Studien untersucht.

Außerdem suchen die Forscher bei Leukämiepatienten nach Varianten der Mikro-RNAs, die zu einer besonders hohen Aktivität der Entzündungsgene führen. „Mit einem entsprechenden Blut- oder Urintest könnten wir Hochrisiko-Patienten identifizieren und bei ihnen die Aktivität der übertragenen Immunzellen sehr genau dosieren“, sagt Prof. Zeiser. Im Laufe der Zeit gewöhnen sich die Immunzellen meist an das Gewebe des Empfängers und können dann ihre eigentliche Funktion ausüben. „Die Kombination aus Früherkennung und gezielter Steuerung der Immunantwort würde die Therapie von Leukämiepatienten deutlich sicherer machen“, sagt Prof. Zeiser.

Prof. Dr. Robert Zeiser studierte Humanmedizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Nach Auslandsaufenthalten in Israel und den USA arbeitete er am Universitätsklinikum Freiburg und habilitierte sich dort für das Fach Innere Medizin. Im Jahr 2011 wurde er in das Heisenberg-Stipendiatenprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufgenommen und im Jahr 2013 auf eine Heisenberg-Professur für Tumorimmunologie und Immunregulation berufen.

Kontakt:
Prof. Dr. Robert Zeiser
Oberarzt
Klinik für Innere Medizin I
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-36250
robert.zeiser@uniklinik-freiburg.de

Johannes Faber
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-84610
johannes.faber@uniklinik-freiburg.de

Weitere Informationen:

http://www.uniklinik-freiburg.de/medizin1/forschung/experimentelle-forschung/all... Arbeitsgruppe Prof. Dr. Robert Zeiser

Benjamin Waschow | Universitätsklinikum Freiburg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin
12.12.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet
11.12.2017 | Universitätsklinikum Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik