Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dem „Lebenselixier“ der Krebszellen auf der Spur - Förderung für Leukämieforschung

03.04.2012
Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) entsteht durch eine Anhäufung kranker B-Lymphozyten (CLL-Zellen) in Blut, Knochenmark und Lymphknoten.
Um zu Überleben, benötigen die Krebszellen Kontakt mit gesunden Zellen in ihrer Umgebung. Forscher der Uniklinik Köln wollen nun herausfinden, ob ein spezieller Eiweißstoff für das Wechselspiel zwischen den CLL-Zellen und dem gesunden Gewebe wichtig ist. Wäre dies der Fall, könnte dieses Eiweiß als Ansatzpunkt für eine Therapie genutzt werden.

Wenn CLL-Zellen aus ihrer natürlichen Umgebung im Körper des Patienten herausgenommen werden, sterben sie schnell ab. Aus diesem Grund gehen Wissenschaftler davon aus, dass das Nebeneinander von entarteten Zellen und gesunden Zellen des umliegenden Gewebes – das sogenannte Mikromilieu – einen entscheidenden Faktor für das Überleben der Krebszellen darstellt.

Von anderen Krebsarten ist bekannt, dass Eiweißstoffe, die normalerweise an der Bildung von Blutgefäßen beteiligt sind, eine wichtige Rolle für das Überleben des Tumors spielen. Auch bei Leukämien, wie der CLL, konnten solche Eiweißstoffe, zum Beispiel der vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor (VEGF) oder Angiopoietin-2, in erhöhtem Maße im Blut der Patienten nachgewiesen werden. Priv.-Doz. Dr. Karl-Anton Kreuzer und Dr. Iris Gehrke aus der Klinik I für Innere Medizin der Uniklink Köln konnten in früheren Arbeiten nachweisen, dass die Hemmung des VEGF-Rezeptors CLL-Zellen dazu bringt, abzusterben.

Außerdem konnten sie zeigen, dass von normalem Knochenmarkbindegewebe produziertes VEGF das Überleben der CLL-Zellen unterstützt. CLL-Patienten mit geringen Heilungschancen weisen im Blutspiegel besonders viel Angiopoietin-2 auf.

Für dieses Projekt wird die Arbeitsgruppe von Priv.-Doz. Dr. Kreuzer und Dr. Gehrke von der Wilhelm-Sander-Stiftung mit rund 90.000 Euro gefördert. Ziel ist es, die Rolle des Proteins Angiopoietin-2 und dessen korrespondierenden Rezeptors Tie-2 bei der CLL genauer zu untersuchen. Dabei liegt ein Schwerpunkt in der Aufklärung der Bedeutung dieser beiden Proteine für das Mikromilieu der CLL. Diese Untersuchungen werden mit Hilfe von Zellkultursystemen durchgeführt, welche CLL-Zellen und Zellen aus ihrem natürlichen Umgebungsgewebe im Körper enthalten.

Um die Situation im Körper des Patienten noch besser nachzustellen, werden die Forscher der Uniklinik Köln zudem den Sauerstoffgehalt der Umgebungsluft so ändern, dass er dem vorherrschenden Milieu im Körper nahe kommt.

Die Untersuchungen sollen einen Beitrag zum Verständnis des Wechselspiels von CLL-Zellen und ihrem Mikromilieu leisten. Das übergeordnete Ziel ist hierbei, Angiopoietin-2 und/oder Tie-2 als potentiellen Angriffspunkt für eine neue zielgerichtete Therapie für die CLL zu identifizieren.
Hintergrund:
Stiftungszweck der Wilhelm Sander-Stiftung ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Millionen Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.
Für Rückfragen:

Dr. rer. nat. Iris Gehrke
Klinik I für Innere Medizin
Telefon: 0221 478-97384
E-Mail: iris.gehrke@uk-koeln.de

Christoph Wanko
Pressesprecher Uniklinik Köln
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de

Christoph Wanko | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-koeln.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht 8,2 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie
28.07.2017 | Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e. V.

nachricht Kieler Projekt „FucoSan – Gesundheit aus dem Meer“ erhält 2,2 Millionen Euro
27.07.2017 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

Spektral breite Röntgenpulse lassen sich rein mechanisch „zuspitzen“. Das klingt überraschend, aber ein Team aus theoretischen und Experimentalphysikern hat dafür eine Methode entwickelt und realisiert. Sie verwendet präzise mit den Pulsen synchronisierte schnelle Bewegungen einer mit dem Röntgenlicht wechselwirkenden Probe. Dadurch gelingt es, Photonen innerhalb des Röntgenpulses so zu verschieben, dass sich diese im gewünschten Bereich konzentrieren.

Wie macht man aus einem flachen Hügel einen steilen und hohen Berg? Man gräbt an den Seiten Material ab und schüttet es oben auf. So etwa kann man sich die...

Im Focus: Abrupt motion sharpens x-ray pulses

Spectrally narrow x-ray pulses may be “sharpened” by purely mechanical means. This sounds surprisingly, but a team of theoretical and experimental physicists developed and realized such a method. It is based on fast motions, precisely synchronized with the pulses, of a target interacting with the x-ray light. Thereby, photons are redistributed within the x-ray pulse to the desired spectral region.

A team of theoretical physicists from the MPI for Nuclear Physics (MPIK) in Heidelberg has developed a novel method to intensify the spectrally broad x-ray...

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Ferienkurs mit rund 600 Teilnehmern aus aller Welt

28.07.2017 | Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Firmen räumen bei der IT, Mobilgeräten und Firmen-Hardware am liebsten in der Urlaubsphase auf

28.07.2017 | Unternehmensmeldung

Dunkel war’s, der Mond schien helle: Nachthimmel oft heller als gedacht

28.07.2017 | Geowissenschaften

8,2 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

28.07.2017 | Förderungen Preise