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Lautenschläger-Forschungspreis für Prof. Dr. Joachim Wittbrodt

14.06.2011
Heidelberger Entwicklungsbiologe wird als „weltweit herausragender Forscher“ ausgezeichnet

Den mit 250.000 Euro dotierten Lautenschläger-Forschungspreis erhält Prof. Dr. Joachim Wittbrodt, Entwicklungsbiologe an der Universität Heidelberg. Ausgezeichnet wird damit ein „weltweit herausragender Forscher mit wissenschaftlicher Exzellenz und Originalität“, betont der Preisstifter und Ehrensenator der Ruperto Carola, Dr. h.c. Manfred Lautenschläger.

In seinen Arbeiten befasst sich Prof. Wittbrodt mit der Entwicklung der Augen bei Wirbeltieren und der Funktion von Stammzellen. Die festliche Verleihung des höchstdotierten Forschungspreises eines privaten Stifters in Deutschland findet am 1. Juli 2011 in Heidelberg statt. Den Festvortrag hält der Heidelberger Mediziner und Nobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen.

Der Lautenschläger-Forschungspreis wird alle zwei Jahre für Leistungen der Spitzenforschung vergeben. Die Auszeichnung wendet sich an Wissenschaftler der Universität Heidelberg sowie an Forscher aus dem Ausland, die der Ruperto Carola durch Wissenschaftskooperationen in besonderer Weise verbunden sind. Der Unternehmer Manfred Lautenschläger hat den Preis 2001 ins Leben gerufen, um herausragende, im Erkenntnisprozess aktive Forscherinnen und Forscher zu fördern. Ein interdisziplinär zusammengesetztes Kuratorium weltweit vernetzter Wissenschaftler entscheidet über die Auswahl der Preisträger, die aus allen Disziplinen für den Lautenschläger-Forschungspreis nominiert werden können.

Joachim Wittbrodt (Jahrgang 1961) studierte Biologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wechselte nach seiner Promotion am Genzentrum in München an das Biozentrum der Universität Basel. Als Nachwuchsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen entwickelte er zwischen 1995 und 1998 molekulare und zellbiologische Werkzeuge, die anschließend zu spektakulären Arbeiten am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) führten. Nach seiner Habilitation an der Technischen Universität Braunschweig war Joachim Wittbrodt von 1999 an am EMBL tätig. Seit 2007 forscht er in Heidelberg und Karlsruhe. Am Karlsruher Institut für Technologie ist er Direktor des Instituts für Toxikologie und Genetik; an der Ruperto Carola übernahm er eine Professur am Institut für Zoologie, das im Jahr 2010 im neu etablierten Centre for Organismal Studies (COS) mit Prof. Wittbrodt als Gründungsdirektor aufgegangen ist. Joachim Wittbrodt ist Sprecher des Heidelberger Sonderforschungsbereichs „Molekulare und zelluläre Grundlagen neuraler Entwicklungsprozesse“; er ist Mitglied des Interdisziplinären Zentrums für Neurowissenschaften und forscht am Exzellenzcluster „CellNetworks“ der Ruperto Carola.

In seinen Forschungsarbeiten kombiniert Prof. Wittbrodt Fragestellungen, die von der frühen Embryonalentwicklung bis zur Regeneration von Augenstrukturen reichen. An dem Modell-Organismus des Medaka-Fisches hat der Wissenschaftler zentrale Gene der Augenentstehung identifiziert. Dabei entdeckte Prof. Wittbrodt, dass Zellen im Embryo früh zur Augenbildung programmiert werden und an den Ort ihrer Differenzierung wandern. Seine Forschungsergebnisse zur Entstehung von Organen belegen die Bedeutung wandernder Stammzellen. Für die Untersuchungen an lebenden Zellen verbindet Prof. Wittbrodt neue technologische Entwicklungen mit dem Wissen aus verschiedenen Gebieten der Zell- und Entwicklungsbiologie, der Molekularbiologie, der Genomik und der Modellierung zu neuen, zukunftsweisenden Konzepten der systemischen Biologie. Der Wissenschaftler hat für seine Arbeiten bereits in der Vergangenheit namhafte Preise und Ehrungen erhalten.

Verleihung des Lautenschläger-Forschungspreises 2011

Zum Auftakt der Festveranstaltung spricht der Rektor der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Bernhard Eitel. Es folgt ein Vortrag der Astronomin Prof. Dr. Eva Grebel, Trägerin des Lautenschläger-Forschungspreises von 2009. Im Festvortrag befasst sich Prof. zur Hausen mit dem Thema „Vorbeugung von Krebserkrankungen durch Impfung“. Anschließend werden Harald zur Hausen und Manfred Lautenschläger die Auszeichnung übergeben. Im Science Talk stellen sich der Preisträger und Prof. Dr. Thomas Holstein, Dekan der Fakultät für Biowissenschaften, den Fragen von ZEIT-Redakteur Jan-Martin Wiarda. Mit einer Ansprache wendet sich dann der Preisstifter an die Gäste der Veranstaltung. Die Verleihung des Lautenschläger-Forschungspreises der Universität Heidelberg findet am Freitag, 1. Juli 2011, in der Aula der Alten Universität statt und beginnt um 18.00 Uhr.

Kontakt:
Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.lautenschlaeger-forschungspreis.uni-hd.de
http://www.uni-heidelberg.de

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