Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Lasertechnik in die Zelle schauen

12.07.2011
Förderverein finanziert 200.000 Euro teures Spezialmikroskop für die Bergmannsheil-Forschung
Mit einem neuen Spezialmikroskop wollen Wissenschaftler am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil der biomedizinischen Forschung neue Türen öffnen: Das rund 200.000 Euro teure Gerät, ein sogenanntes konfokales Laser-Raster-Mikroskop (CLSM), ist in der Lage, hochauflösende und sogar dreidimensionale Bilder von Zellen oder Gewebe zu erzeugen. Zellbiologen, Tumorforscher und Neurowissenschaftler am Bergmannsheil setzen die Technologie ein, um Strukturen und Bewegungsvorgänge von Zellen und Organismen sichtbar zu machen. Die Wissenschaftler wollen deren Funktionen und Fehlfunktionen besser verstehen lernen.

Vom Förderverein des Bergmannsheil finanziert

Angeschafft wurde das neue Gerät aus Mitteln des „Vereins zur Förderung der medizinischen Forschung am Bergmannsheil e. V.“. „Der Förderverein finanziert sich aus Spenden, damit können wir Investitionen für die Forschung am Bergmannsheil finanzieren, die sonst nicht möglich wären“, sagt Hans-Werner Kick, Geschäftsführer des Bergmannsheil. „Für uns Forscher ist eine solche High-End-Technologie nicht mit Gold aufzuwiegen“, freut sich Prof. Dr. Manfred Köller, Leiter der Chirurgischen Forschung am Bergmannsheil. „Zumal gleich mehrere unserer Arbeitsgruppen davon profitieren.“

Dreidimensionale Einblicke in Zellstrukturen

Das konfokale Laster-Raster-Mikroskop (CLSM) basiert auf dem Prinzip der Fluoreszenzmikroskopie. Die zu untersuchenden Bestandteile der Proben werden mit fluoreszierenden Farbstoffen markiert. Durch Laserlicht werden diese markierten Bereiche angeregt, Licht auszusenden. Dadurch werden sie sichtbar. Gegenüber konventionellen Verfahren der Fluoreszenzmikroskopie zeichnet sich das CLSM durch eine höhere optische Auflösung aus. Die Bilder sind im Allgemeinen schärfer und kontrastreicher. Zudem lässt sich ein breiteres Spektrum dieser markierenden Farbstoffe verarbeiten, dadurch werden sehr differenzierte Abbildungen möglich. Auch lassen sich Bilder von verschiedenen Schnittebenen einer Untersuchungsprobe anfertigen. „Der Clou: Aus diesen zweidimensionalen Schnittbildern lassen sich dreidimensionale Ansichten rekonstruieren – ganz so, wie bei einer Computertomographie“, erläutert Prof. Köller. Dadurch können Forscher genauere Aufschlüsse über Strukturen und Bewegungsvorgänge in Zellen und Organismen gewinnen.

Tumorforschung, Biomaterialforschung und Stammzellforschung

Solche Erkenntnisse sind beispielsweise von hohem Nutzen, um Störungen in der Zellentwicklung oder bei der Bildung von Tumoren besser nachvollziehen zu können. Aber auch für die Erforschung von Nanotechnologien und deren Auswirkungen auf das zelluläre System erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse: So wollen sie wissen, was winzige Nanopartikel in menschlichen Zellen bewirken können. Beispielsweise werden Nanosilberpartikel heutzutage in vielen medizinischen Produkten, aber auch in Alltagsgegenständen eingesetzt, um sie keimresistent zu machen. Ebenso wollen die Forscher die Entwicklung und Differenzierung von Stammzellen genauer untersuchen. Daraus könnten sich möglicherweise neue therapeutische Ansätze gewinnen lassen, um geschädigtes Zellgewebe zu regenerieren: Solche Therapien könnten etwa bei der Heilung von Knochenbrüchen oder zur Nervenregeneration eingesetzt werden.

Über das Bergmannsheil

Das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (UK RUB) - repräsentiert den Strukturwandel im Ruhrgebiet wie kein anderes Krankenhaus: 1890 als erste Unfallklinik der Welt zur Versorgung von verunglückten Bergleuten gegründet, zählt es heute zu den modernsten und leistungsfähigsten Akutkliniken der Maximalversorgung. In 22 Kliniken und Fachabteilungen mit insgesamt 622 Betten werden jährlich rund 19.000 Patienten stationär und ca. 60.000 ambulant behandelt. Mehr als die Hälfte der Patienten kommen aus dem überregionalen Einzugsbereich. Weitere Informationen im Internet unter: www.bergmannsheil.de.
Weitere Informationen:

Prof. Dr. Manfred Köller
Chirurgische Klinik - Chirurgische Forschung
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234/302-4724
E-Mail: manfred.koeller@ruhr-uni-bochum.de
Pressekontakt:

Robin Jopp
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wi-Med Bergmannsheil GmbH
c/o Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234/302-6125
E-Mail: robin.jopp@bergmannsheil.de

Robin Jopp | Universitätsklinikum Bergmannshe
Weitere Informationen:
http://www.bergmannsheil.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Red Dot Design Award für die dormakaba 360°City App
09.12.2016 | Kaba GmbH

nachricht Zweimal Gold beim Architects’ Darling Award 2016 für dormakaba
28.11.2016 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau