Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Laser-Pinzette der TU Ilmenau gewinnt renommierten Optikpreis

07.12.2011
Die Technische Universität Ilmenau hat für die Entwicklung einer innovativen optischen Pinzette den renommierten Edmund Optics Research-Preis gewonnen. Die Pinzette greift, hält und positioniert Mikropartikel, ohne sie zu berühren. Das neue Verfahren, das von einer Forschergruppe des Fachgebiets Technische Optik der TU Ilmenau entwickelt wurde, nutzt stattdessen allein die Kraft von Laserlicht auf Mikropartikel aus. Die Preisübergabe findet am 14. Dezember an der TU Ilmenau statt.

Der Edmund Optics Research Award ist ein seit vielen Jahren in Amerika etablierter Innovationspreis. In diesem Jahr wurde der Preis des weltweit größten US-amerikanischen Händlers optischer Komponenten Edmund Optics Inc. erstmals auch für Europa ausgeschrieben. Mit über 60 Bewerbungen von Forschergruppen aus ganz Europa fand die Ausschreibung ein großes Echo. Dabei gewann die TU Ilmenau den ersten Platz vor dem University College Dublin, Irland, und der Polytechnischen Universität von Valencia, Spanien.


Diese prämierte Pinzette greift Objekte mit Laserlicht, ohne sie zu berühren
Foto: TU Ilmenau

Bereits heute werden optische Pinzetten zur Mikromanipulation von Partikeln und Partikelströmen auf der ganzen Welt in zahlreichen Forschungslaboratorien verwendet. Insbesondere im Bereich der Medizintechnik und der Biotechnologie, aber auch in der Atomphysik wird die Kraftwirkung von Licht zum Fixieren und Anreichern von biologischen Zellen oder auch zum Positionieren und Abkühlen von Atomen ausgenutzt. Daher sind sie unter anderem in der Medikamentenforschung wichtige Hilfsmittel.

Herkömmliche optische Pinzetten sind technisch angepasste Mikroskope und daher verhältnismäßig sperrig. Die Möglichkeiten, sie in der Praxis einzusetzen, sind daher begrenzt. Der Forschergruppe um den Leiter des Fachgebiets Technische Optik an der TU Ilmenau, Prof. Stefan Sinzinger, gelang es nun, ein neuartiges Modul bestehend aus einem einzigen transparenten Kunststoffstab zu entwickeln, das für diese Anwendung den komplexen Mikroskopaufbau ersetzen kann, aber mit ca. 60 mal 20 Millimetern wesentlich kompakter ist. Alle optischen Bauelemente wurden ebenso wie die funktionalen optischen Oberflächen durch Ultrapräzisionsbearbeitung im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Sonderforschungsbereich „Nanopositionier- und Nanomessmaschinen“ der TU Ilmenau realisiert.

Clou der neuen Technologie ist eine spezielle Axikon-Optik. Damit werden mit Hilfe von Laserlicht stärkere Manipulationskräfte als bei derzeit gebräuchlichen optischen Pinzetten erzeugt. Durch den so ermöglichten vergrößerten Arbeitsabstand der Laser-Pinzetten vom zu bearbeitenden Objekt sind sie künftig hervorragend für biomedizinische Analysen in Mikrofluidik-Systemen geeignet. Die erheblich verbesserte Kombinierbarkeit mit integrierten mikrofluidischen Systemen wird die Laborarbeit in der Medizintechnik und der Biotechnologie geradezu revolutionieren. Im Projekt Kompetenzdreieck Optische Mikrosysteme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entwickelt die TU Ilmenau optische Pinzetten insbesondere für die Zellmanipulation, -sortierung und -anreicherung in einem optischen Bioreaktor. Auch in der Produktionstechnik sind optische Pinzetten als effektive Werkzeuge für das Handling von immer kleiner werdenden Bauelementen ideal. Industriebetriebe haben mit dem Fachgebiet Technische Optik bereits Kontakt aufgenommen.

Preisübergabe des Edmund Optics Research Award:
Mittwoch, 14. Dezember, 11 Uhr, Technische Universität Ilmenau, Ernst-Abbe-Zentrum, Raum 3337/38, Ehrenbergstraße 29, Ilmenau
Kontakt:
Prof. Stefan Sinzinger
Leiter Fachgebiet Technische Optik
Tel.: 03677 / 69-2490
Email: stefan.sinzinger@tu-ilmenau.de

Bettina Wegner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

nachricht CRTD erhält 1.56 Millionen Euro BMBF-Förderung für Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen
24.05.2017 | DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten