Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Landesforschungspreis für Peter Sanders

05.06.2012
Der Preis des Landes Baden-Württemberg für angewandte Forschung für das Jahr 2011 geht an Professor Peter Sanders vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Das gab Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, heute bei einer Pressekonferenz in Stuttgart bekannt. Der Informatiker erhält die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung für seine Forschung zum Thema Routenberechnungen. Der Preis des Landes für Grundlagenforschung geht an den Sprachwissenschaftler Professor Peter Auer von der Universität Freiburg. Die Preisverleihung findet am 20. Juli in Freiburg statt.

Die hohe Praxisrelevanz und die vielfältigen algorithmischen Techniken machen für Professor Peter Sanders den Reiz seiner Forschung aus: „Dazu kommt das erstaunlich hohe Verbesserungspotenzial, das sich beispielsweise in millionenfach beschleunigten Berechnungen ausdrückt.“

Für Routenplaner hat Sanders ein Verfahren entwickelt, das es erlaubt, optimale Fahrtrouten extrem schnell zu berechnen. Die Techniken erlauben es, Millionen von Routenberechnungen pro Sekunde zu realisieren. Die wesentliche Idee dabei: „Die Hierarchie von Straßennetzwerken so auszunutzen, dass wir beweisbar optimale Routen erhalten, obwohl wir nur einen Bruchteil der Straßen anschauen“, sagt Sanders. So reichen Autobahnen, die oberste Stufe der Hierarchie, etwa für die Berechnung der Strecke Hamburg-München aus. Für einen Weg zwischen Vororten einer Stadt kann die unterste genügen. Neben der klassischen Routenplanung gehören auch Verkehrsimulationen, die energieeffiziente Logistik sowie die intelligente Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten zu den Anwendungsfeldern.

In seiner weiteren Forschung wird es Peter Sanders nun darum gehen, Verfahren zu entwickeln, die vom Modell fester Fahrzeiten pro Straßenabschnitt weggehen: Sie sollen es beispielsweise erlauben, auf die aktuelle Verkehrssituation – zum Beispiel Staus – zu reagieren oder öffentliche Verkehrsmittel in die Planung zu integrieren.
Anfang dieses Jahres zeichnete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Peter Sanders für seine Arbeit zum praxisorientierten Algorithmenentwurf (Algorithm Engineering) mit dem renommierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis aus. Für seine Forschung zum Thema Routenberechnungen erhielt er bereits dreimal den Google Research Award, zuletzt Anfang dieses Jahres gemeinsam mit Professorin Dorothea Wagner vom KIT und Professorin Hannah Bast von der Universität Freiburg für das Projekt „Next-Generation Route Planning“.

Zur Person
Peter Sanders forscht und lehrt seit 2004 am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Nach Studium und Promotion an der damaligen Universität Karlsruhe habilitierte er sich im Jahr 2000 an der Universität des Saarlandes, von 1997 bis 2004 forschte er am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken. Seit 2004 leitet Sanders einen Lehrstuhl für Theoretische Informatik am KIT. Er ist Autor von mehr als 130 Veröffentlichungen und Koautor in 100 Publikationen in 14 Ländern. 2012 erhielt Peter Sanders den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Monika Landgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

nachricht CRTD erhält 1.56 Millionen Euro BMBF-Förderung für Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen
24.05.2017 | DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten