Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Landesforschungspreis 2014

29.10.2014

Der Landesforschungspreis Baden-Württemberg 2014 geht an Professorin Dr. Katerina Harvati-Papatheodorou vom Senckenberg Center for Human Evolution and Paleoenvironment an der Universität Tübingen und an Professor Dr.-Ing. Christian Koos vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Dies gab Forschungsministerin Theresia Bauer heute (29. Oktober) in Stuttgart bekannt.

„Die Preisträgerin und der Preisträger zeigen auf beispielhafte Weise, dass sich die exzellente Forschung der baden-württembergischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf internationalem Spitzenniveau befindet“, sagte Bauer.

„Das Forschungsgebiet der Paläoanthropologie auf der einen Seite, die Zukunftstechnologien Photonik und Quantenelektronik auf der anderen könnten unter-schiedlicher kaum sein. Beide liefern in ihrem Forschungsbereich wirklich bahn-brechende Erkenntnisse. Zu ihren herausragenden Leistungen beglückwünsche ich die Preisträgerin und den Preisträger sehr herzlich“.

Die Auszeichnung für Spitzenleistungen in der Grundlagenforschung und der An-gewandten Forschung ist mit je 100.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet im Rahmen eines Festakts am 8. Dezember 2014 in der Staatsgalerie Stuttgart statt.

Der diesjährige Landesforschungspreis für Grundlagenforschung geht an Professorin Dr. Katerina Harvati-Papatheodorou. Die Paläoanthropologin und stellvertretende Leiterin des Senckenberg Center for Human Evolution and Paleoenvironment an der Eberhard Karls Universität Tübingen wird für ihre richtungsweisenden Methoden und Ergebnisse bei der Erforschung der Evolution des Menschen ausgezeichnet.

Auf die große Frage, was der Mensch sei und wie er dazu geworden ist, hat sie in den vergangenen Jahren ganz neue Antworten zutage gefördert. So konnte sie gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen eines internationalen Forscherteams nachweisen, dass sich der moderne Mensch von Afrika aus nach Asien und Europa ausgebreitet hat.

Diese herausragenden Erkenntnisse über die Migrationsbewegung des modernen Menschen listete das TIME Magazin 2007 unter den zehn wichtigsten wissenschaftlichen Entdeckungen des Jahres. Die Forschungsarbeit von Harvati-Papatheodorou basiert maßgeblich auf intensiver Feldforschung. Noch weit mehr aber sind die Forschungsergebnisse den innovativen Methoden der Wissenschaftlerin zu verdanken.

Die Untersuchung der Forschungsgegenstände erfolgt mithilfe hoch-technologischer computergestützter Analyseinstrumente. Zudem fließen bei der Auswertung der Ergebnisse die Erkenntnisse anderer Disziplinen unmittelbar ein. „Diese interdisziplinäre Forschungsperspektive“, so Harvati-Papatheodorou, „ist nicht nur äußerst fruchtbar, sondern ein wesentlicher Antrieb meiner Arbeit – im Austausch mit internationalen Kolleginnen und Kollegen und innerhalb der Universität Tübingen“.

Professor Dr.-Ing. Christian Koos wird mit dem Landesforschungspreis für An-gewandte Forschung ausgezeichnet. Dass er in seiner noch jungen wissenschaftlichen Karriere in der Angewandten Forschung bereits Herausragendes geleistet hat, ist unter Experten in Wissenschaft und Wirtschaft unbestritten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) arbeitet Koos gemeinsam mit seiner Forschergruppe an einem neuartigen Verfahren für die Hochgeschwindigkeitskommunikation.

Ihr Ziel: die Übertragungsgeschwindigkeit und Effizienz zu steigern, indem photonische Bauteile auf Mikrochips integriert und zur Erzeugung und Detektion von Datensignalen eingesetzt werden. Im Rahmen ihrer Forschungsarbeit setzten Christian Koos und sein Team erstmals einen miniaturisierten Kerr-Frequenzkamm als optische Quelle ein.

Dabei konnten sie den Nachweise er-bringen, dass sich solche miniaturisierten optischen Frequenzkammquellen zur Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung im Terabit-Bereich nicht nur theoretisch sondern auch praktisch eignen: Im Ergebnis erreichen sie eine stabile und störungsfreie Datenübertragungsrate von 1,44 Terabit pro Sekunde – das entspricht dem Datenaufkommen von 100 Millionen parallelen Telefongesprächen.

„Welches Potenzial die Integration von Frequenzkammquellen auf optischen Mikrochips in der Anwendung entfalten wird, lässt sich schon jetzt erahnen“, so Koos: „Mit nahezu demselben Werkzeugkasten, den wir für die Terabit-Kommunikation nutzen, können wir auch in der Biophotonik, Messtechnik, Sensorik und Teratronik ganz neue Wege beschreiten“.

Der Landesforschungspreis Baden-Württemberg ist mit insgesamt 200.000 Euro der höchstdotierte Forschungspreis eines Bundeslandes. Seit 1989 wird er vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst für herausragende Leistungen in der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung verliehen. Das Spektrum der Preisträger reicht von den Natur- und Ingenieurwissenschaften bis zu den Geschichts- und Rechtswissenschaften. Seit 2012 wird der Landesforschungspreis im Wechsel mit dem Landeslehrpreis alle zwei Jahre verliehen.

Online: http://mwk.baden-wuerttemberg.de/forschung/forschungsfoerderung/

Kontaktdaten der Preisträger:

Prof. Dr. Katerina Harvati-Papatheodorou
Senckenberg Center for Human Evolution and Paleoenvironment
Eberhard Karls Universität Tübingen
Rümelinstraße 23, 72076 Tübingen
Tel. 07071 / 29 76516 Fax 07071 / 29 5717
E-Mail katerina.harvati@ifu.uni-tuebingen.de

Prof. Dr.-Ing. Christian Koos
Institut für Photonik und Quantenelektronik (IPQ)
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Engesserstraße 5, 76131 Karlsruhe
Tel. 0721 / 608 42491 Fax 0721 / 608 42786
E-Mail: christian.koos@kit.edu

Biljana Bojic | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften

'Fix Me Another Marguerite!'

23.06.2017 | Biowissenschaften Chemie