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Kyoto-Preis 2010: Der Südafrikanische Künstler William Kentridge wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet

18.06.2010
Die Preisträger stehen fest

Der Kyoto-Preis, neben dem Nobelpreis eine der weltweit höchsten Auszeichnungen für das Lebenswerk herausragender Persönlichkeiten in Kultur und Wissenschaft, geht in diesem Jahr an den Künstler William Kentridge, an den Mathematiker Dr. László Lovász sowie an Dr. Shinya Yamanaka, Arzt und Stammzellenforscher. Die mit jeweils 50 Millionen Yen (rund 450.000 Euro*) dotierte Ehrung wird alljährlich durch die Inamori-Stiftung vergeben, die 1984 von Dr. Kazuo Inamori, dem Gründer des japanischen Technologiekonzerns Kyocera, ins Leben gerufen wurde.

Mit dem Kyoto-Preis würdigt die Inamori-Stiftung das Lebenswerk von Persönlichkeiten, die sich mit herausragenden Leistungen in ihrem Bereich verdient gemacht haben. Der südafrikanische Künstler William Kentridge erhält den Preis in der Kategorie Kunst und Philosophie für die Erschaffung einer eigenen ursprünglichen Kunst, traditionelle Zeichnungen mit Animation und anderen Medien zu mischen. Preisträger in der Kategorie Grundlagenforschung ist der ungarische Mathematiker Dr. László Lovász, der für seine Erfolge auf dem Gebiet des diskreten Optimierungsalgorithmus ausgezeichnet wird. In der Kategorie Hochtechnologie zeichnet die Inamori-Stiftung den japanischen Arzt Dr. Shinya Yamanka aus. Er erhält den Kyoto-Preis für seine Stammzellenforschung. Die Verleihung findet am 10. November in Kyoto statt. Das Komitee begründet die Auswahl der Preisträger wie folgt:

William Kentridge (*28. April 1955, Johannesburg, Südafrika)
William Kentridge ist ein visueller Künstler, zu dessen umfassenden Aktivitäten sowohl die Regie als auch das Schreiben gehört. Er ist vor allem bekannt für seine ursprüngliche Kunst, die traditionelle Zeichentechniken in Animation, Videoprojektion und andere Medien einbringt. In den späten 1980ern begann er mit der Produktion seiner besonderen Animationsfilme, in denen er die Geschichte und die sozialen Umstände Südafrikas reflektiert. William Kentridge bedient sich einer simplen Technik, in dem er jedes Einzelbild seiner Produktionen von Hand mit Kohle oder Pastellfarben zeichnet. Aus unzähligen Einzelbildern, bei denen sich das Folgebild nur minimal vom vorherigen unterscheidet, setzen sich seine bewegten Werke zusammen. Obwohl sich seine Werke auf eine bestimmte Region in der Welt beziehen, haben sie Allgemeingültigkeit erlangt, durch die tiefen Einblicke von Kentridge in die menschliche Existenz.
Dr. László Lovász (*9. März 1948, Budapest, Ungarn)
Durch die Erforschung diskreter Strukturen, hat Dr. László Lovász eine Verbindung unter den verschiedenen Disziplinen der Mathematik hergestellt, die sich auf Algorithmen beziehen. Somit hat er ein breites Spektrum der mathematischen Wissenschaften beeinflusst - einschließlich diskreter Mathematik, theoretischer Informatik und Kombinatorik. Er konnte herausragende Beiträge zur Förderung der akademischen wie auch technologischen Möglichkeiten der mathematischen Wissenschaften leisten.
Dr. Shinya Yamanaka (*4. September 1962, Osaka, Japan)
Dr. Shinya Yamanaka und sein Team konnten einen außergewöhnlichen Erfolg in der Stammzellenforschung erzielen. Sie programmierten Zellen so um, dass sie in Ihrer Art und Weise embryonalen Stammzellen glichen. Dazu verwendeten die Forscher lediglich vier Gene, die sie in die Zellen einschleusten. Diese erzeugten Zellen nannte Dr. Yamanaka induzierte pluripotente Stammzellen, kurz iPS. Zuerst gelang dem Forscherteam um Yamanaka das Verfahren bei Mäusen, später beim Menschen. Dieser Erfolg bedeutet einen enormen Fortschritt auf dem Gebiet der regenerativen Medizin.

Mit dem diesjährigen Kyoto-Preis werden bereits zum 26. Mal Persönlichkeiten geehrt, die sich um die Weiterentwicklung der Wissenschaften und Künste besonders verdient gemacht haben. Unter anderem nahmen in den vergangenen Jahren bereits der französische Komponist Pierre Boulez, die deutsche Choreographin Pina Bausch, der Philosoph Jürgen Habermas, der japanische Modeschöpfer Issey Miyake, der Musiker und Dirigent Nikolaus Harnoncourt, die Künstler Maurice Béjart und Roy Lichtenstein sowie die Primatenforscherin Jane Goodall den Preis entgegen.

Über Kyocera
Die Kyocera Corporation mit Hauptsitz in Kyoto ist einer der weltweit führenden Anbieter feinkeramischer Komponenten für die Technologieindustrie. Strategisch wichtige Geschäftsfelder der aus 213 Tochtergesellschaften (1. April 2010) bestehenden Kyocera-Gruppe bilden Informations- und Kommunikationstechnologie, Produkte zur Steigerung der Lebensqualität sowie umweltverträgliche Produkte. Der Technologie-Konzern ist weltweit einer der größten Produzenten von Solarenergie-Systemen.

Mit über 63.000 Mitarbeitern erwirtschaftete Kyocera im Geschäftsjahr 2009/2010 einen Netto-Jahresumsatz von rund 8.59 Milliarden Euro. In Europa vertreibt das Unternehmen u.a. Laserdrucker und digitale Kopiersysteme, mikroelektronische Bauteile, Feinkeramik-Produkte sowie Solarkomplettsysteme. Kyocera ist in Deutschland mit zwei eigenständigen Gesellschaften vertreten: der Kyocera Fineceramics GmbH in Neuss und Esslingen sowie der Kyocera Mita Deutschland GmbH in Meerbusch.

Das Unternehmen engagiert sich auch kulturell: Über die vom Firmengründer ins Leben gerufene und nach ihm benannte Inamori-Stiftung wird der imageträchtige Kyoto-Preis als eine der weltweit höchst dotierten Auszeichnungen des Lebenswerkes hochrangiger Wissenschaftler und Künstler verliehen (umgerechnet zurzeit ca. 450.000 Euro pro Preiskategorie).

Peter Manderfeld | Weber Shandwick
Weitere Informationen:
http://www.kyocera.de

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