Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kühnes Projekt zur Mechanochemie: Prof. Dominik Marx erhält Reinhart Koselleck-Förderung

16.12.2008
DFG-Programm für besonders innovative Forschungsideen

Den rein mechanischen Einfluss auf chemische Substanzen und insbesondere auf chemische Reaktionen von Molekülen wird Prof. Dr. Dominik Marx (Inhaber des Lehrstuhls für Theoretische Chemie der Ruhr-Universität) untersuchen.

Gefördert wird er dabei im Rahmen des neu geschaffenen Reinhart Koselleck-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit einer Million Euro für fünf Jahre. Marx gehört als einziger Chemiker zu den ersten sechs Forschern, die aus diesem Programm gefördert werden, das besonders innovativen, aber auch risikoreichen Projektideen exzellenter Einzelwissenschaftler vorbehalten ist.

Mechanochemische Simulationen: "Molekulare Nanomechanik"

Prof. Marx befasst sich mit der theoretischen Untersuchung von chemischen Reaktionen, die ausschließlich durch äußere Einwirkung mechanischer Kräfte auf Moleküle hervorgerufen werden. Derartige Experimente sind erst seit wenigen Jahren mittels atomarer Kraftmikroskopie oder neuen sonochemischen Techniken möglich. Diese Prozesse unterscheiden sich konzeptionell von den lange bekannten thermisch oder photochemisch induzierten Reaktionen, wie sie üblicherweise in experimentellen wie auch theoretischen Untersuchungen betrachtet werden.

Ein besonderer Fokus des Projekts liegt dabei auf der Entwicklung mechanochemischer Simulationentechniken, die neueste Experimente möglichst realitätsnah erfassen sollen. Marx beschäftigt sich mit dieser innovativen Thematik schon seit einigen Jahren erfolgreich, allerdings "undercover" wie er sagt, d.h. ohne explizite Förderung. "Hier macht sich eine strategisch eingesetzte vernünftige Grundausstattung im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt", so Marx. Sein ambitioniertes Fernziel ist es, einen allgemeinen Rahmen samt Leitlinien für das Verständnis der Mechanochemie vorzuschlagen.

Originelle Ideen, neue Methoden

Die Reinhart Koselleck-Projekte der DFG ermöglichen ausgewiesenen Wissenschaftlern die Durchführung von Forschungsprojekten, die weder im Rahmen der Arbeit an ihrer jeweiligen Institution noch in den anderen Förderverfahren der DFG realisiert werden können. Zusätzlich zu ihren guten Ideen müssen die antragstellenden Wissenschaftler auch mit ihrem bisherigen wissenschaftlichen Lebenslauf überzeugen und so den nötigen Vertrauensvorschuss rechtfertigen. Namensgeber des neuen Fördermoduls ist der im Jahr 2006 verstorbene Reinhart Koselleck, einer der bedeutendsten deutschen Historiker des 20. Jahrhunderts, der in Deutschland zu den Begründern der modernen Sozialgeschichte gehörte.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Dominik Marx, Lehrstuhl für Theoretische Chemieder Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, dominik.marx@theochem.rub.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.theochem.rub.de

Weitere Berichte zu: DFG Koselleck-Förderung Mechanochemie Molekül Ruhr-Universität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften