Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Korallenriffe als Gradmesser für Klimawandel

27.01.2014
Bundesweite Stiftung würdigt Abschlussarbeit eines Rostocker Studenten

ohannes Höhn hat an der Universität Rostock Biowissenschaften studiert. Für seine Bachelorarbeit ist er mit dem Förderpreis für Riffschutz ausgezeichnet worden.

Zum ersten Mal hat die Reef Check-Stiftung, die 1997 gegründet wurde, um den weltweiten Trend der Verschlechterung des Zustands der Korallenriffe aufzuhalten und umzukehren, eine Abschlussarbeit gewürdigt, die zum Erhalt von Korallenriffen beiträgt. Die Stiftung ist eine gemeinnützige Organisation, die das weltweit umfangreichste Programm zur Beobachtung und Erhaltung der Korallenriffe unterhält.

Die Arbeit des 24-Jährigen beschäftigt sich mit Steinkorallen in den Meeresgebieten der Arabischen Halbinsel. Höhn führte Untersuchungen an 130 Objekten aus drei Steinkorallensammlungen des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund durch. „Der Schwerpunkt meiner Arbeit war die Bestimmung der Korallenarten anhand ihrer Skelette“, sagt der gebürtige Bayer, der sich seit über zehn Jahren mit der Meerwasseraquaristik und dem Tauchsport beschäftigt. Vor vier Jahren hat er die Qualifikation zum Tauchlehrer absolviert. Was ihm das gibt? „Ich bin vom Lebensraum Meer mit seiner unvergleichlichen Vielfalt fasziniert“, sagt der junge Mann. Sein besonderes Interesse gilt jedoch den riffbildenden Steinkorallen.

„Sowohl als Studienobjekt als auch beim Tauchen und im Aquarium“. Pate für die gelungene Bachelorarbeit standen Dr. Götz-Bodo Reinicke vom Deutschen Meeresmuseum und Privatdozent Dr. Andreas Bick von der Uni Rostock. Die große Herausforderung: Die Einordnung der Proben. „Dazu erlernte ich die Bestimmung von Korallen anhand ihrer Skelette“, sagt der Student.

Insgesamt hat er 55 Steinkorallenarten bestimmt. „Dies ist sehr wichtig, weil Steinkorallen aus älteren Sammlungen ausschließlich als Kalkskelett vorliegen“, sagt der junge Mann. Diese Daten können dann mit denen vergangener Jahrhunderte verglichen werden. „So lässt sich herausfinden, wie die Riffe beispielsweise noch vor 100 Jahren aussahen“, sagt Höhn. „Letztendlich ergeben sich daraus Rückschlüsse auf den Klimawandel und die Umweltverschmutzung“.

Eine Erkenntnis: Menschliche Einflüsse auf das Ökosystem ‚Korallenriff‘ haben in den letzten Jahren rasant zugenommen. Bestandsaufnahmen wie die von Johannes Höhn liefern Hinweise über den „Gesundheitszustand“ der Riffe. Die Ergebnisse seiner Bachelorarbeit dienen unter anderem als Datengrundlage für weitere Studien sowie Schutzmaßnahmen in den untersuchten Meeresgebieten. Korallen und Korallengemeinschaften eignen sich besonders gut als Bioindikatoren. Sie weisen eine festsitzende Lebensweise auf – können also bei Veränderungen der Standortfaktoren nicht einfach abwandern – und reagieren teils äußerst sensibel auf Veränderungen der Systemparameter.

Die Bestimmung einzelner Korallenarten spielt eine äußerst wichtige Rolle, da ohne sie Riffgebiete nicht miteinander verglichen werden können. Also: Ohne eine exakte Determinierung der einzelnen Korallenarten blieben Monitoring-Ergebnisse nutzlos.

Inzwischen hat Johannes Höhn in Rostock mit dem Masterstudiengang ‚Aquakultur‘ begonnen. Er wird auch weiterhin den Korallen treu bleiben, wie er sagt. „Ich möchte mich zukünftig mit der Vermehrung riffbildender Steinkorallen beschäftigen, um so eine mögliche Restauration gefährdeter oder zerstörter Riffe zu unterstützen“. (Text: Wolfgang Thiel)

Universität Rostock
Presse- und Kommunikationsstelle
Dr. Kristin Nölting
T: 0381 498 1021
F: 0381 498 1032
Mail: kristin.noelting@uni-rostock.de

Ingrid Rieck | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Berührungslose Ladesysteme
16.11.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Studenten nehmen mit Frühwarnsystem für Geisterfahrer an internationalem Wettbewerb in Peking teil
15.11.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie