Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kopernikus-Preis 2012 für deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Wirtschaftsinformatik

16.04.2012
Gemeinsame Auszeichnung von DFG und FNP geht an Wissenschaftler aus Siegen und Poznan

Für ihre Verdienste um die deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Wissenschaft erhalten die Wirtschaftsinformatiker Professor Erwin Pesch aus Siegen und Professor Jacek B³a¿ewicz aus Poznan den Kopernikus-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Stiftung für die polnische Wissenschaft (FNP).

„Die beiden Wissenschaftler leisten hervorragende Forschungsarbeit, engagieren sich für den Nachwuchs, kooperieren seit vielen Jahren und ergänzen sich dabei auf optimale Weise“, heißt es in der Begründung der Jury von DFG und FNP. Der Kopernikus-Preis ist mit 100 000 Euro dotiert und wird am 17. September 2012 in Warschau von den Präsidenten der DFG und FNP, Professor Matthias Kleiner und Professor Maciej ¯ylicz, verliehen.

Pesch und B³a¿ewicz erhalten den Kopernikus-Preis für ihre gemeinsame Forschung und die Entwicklung von Algorithmen im Bereich Zeitablaufsteuerung und Bioinformatik. Sie kooperieren seit über 20 Jahren. Aus der Zusammenarbeit gingen mehr als 30 wissenschaftliche Publikationen sowie gemeinsame Präsentationen auf zahlreichen Workshops und Konferenzen hervor. Die bedeutendste Publikation der beiden ist eine international veröffentlichte Monografie mit dem Titel „Scheduling Computer and Manufacturing Processes” sowie eine gemeinsam editierte vielbändige Buchreihe unter dem Titel „Handbooks on Information Systems”. Fast 20 Doktoranden und Postdocs haben die Forscher gemeinsam betreut. Sie initiierten außerdem ein studentisches Austauschprogramm sowie eine gemeinsame Seminarreihe der Universitäten Siegen und Poznan.

Professor Jacek B³a¿ewicz absolvierte sein Studium der Regelungstechnik an der Technischen Universität Poznan. Nach seinem Abschluss 1974 wurde er dort in den Technischen Wissenschaften an der Fakultät für Elektrotechnik promoviert. 1980 folgte die Habilitation und 1987 die Berufung zum ordentlichen Professor und zum stellvertretenden Direktor des Instituts für Computerwissenschaft. Dessen Labor für Algorithmendesign und Programmiersysteme leitete er seit 1995. Parallel war B³a¿ewicz von 1994 bis 1999 Professor an der Fakultät für Mathematik und Computerwissenschaft der Adam-Mickiewicz-Universität Poznan und wirkte seit 1999 als Professor am Institut für Bioorganische Chemie der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Sein wissenschaftliches Werk umfasst etwa 300 wissenschaftliche Publikationen und 15 Monografien. B³a¿ewicz erhielt 1991 die EURO Gold Medaille der European Association of Operational Research Societies, 2005 wurde er Senior Member des Institute of Electrical and Electronics Engineers. Die Universität Siegen verlieh ihm 2006 die Ehrendoktorwürde.

Professor Erwin Pesch studierte Mathematik und Computerwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt, wo er sich in der Mathematik promovierte und auch habilitierte. Von 1989 bis 1994 führte ihn sein Weg als Assistenzprofessor an die Fakultät für Volkswirtschaft der Universität Maastricht. Von 1994 bis 2001 war er als Professor im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Bonn tätig. Derzeit forscht und lehrt er in gleicher Position an der Universität Siegen. Seine wissenschaftliche Arbeit ist stark interdisziplinär ausgerichtet, seine Forschungsschwerpunkte sind Wirtschaftsinformatik, Entscheidungshilfesysteme, Abwicklungstechnik und Personalplanung. Pesch berät erfolgreich zahlreiche Unternehmen. So wird in der Planung der Bodenabfertigung an Flughäfen eine Software genutzt, die auf seinen Algorithmen beruhen. Seine wissenschaftliche Produktivität und Vielseitigkeit dokumentieren vier Bücher, beinahe 120 Veröffentlichungen, viele davon in internationalen Fachzeitschriften, und zahlreiche DFG-geförderte Projekte.

Die beiden Wirtschaftsinformatiker sind das vierte „Wissenschaftler-Tandem“, das den Kopernikus-Preis der DFG und FNP erhält. Der Preis wird seit 2006 alle zwei Jahre jeweils an eine wissenschaftliche Persönlichkeit aus Deutschland und Polen verliehen. Er ist nach dem Astronomen Nikolaus Kopernikus (1473–1543) benannt und soll ein Zeichen der engen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen im Bereich der Forschung setzen. Das Preisgeld kommt zu gleichen Teilen von den beiden Organisationen; die beiden Preisträger erhalten jeweils die Hälfte und können diese Summe für alle wissenschaftlichen Zwecke verwenden, die DFG und FNP mit ihren Programmen fördern. Ein Schwerpunkt soll dabei in der Intensivierung der gemeinsamen Nachwuchsförderung liegen. Neben dem Kopernikus-Preis setzen beide Organisationen bereits seit einigen Jahren Akzente für eine intensive Kooperation in der Wissenschaftsförderung.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Kopernikus-Preis unter: www.dfg.de/kopernikus-preis

Medienkontakt:
Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG
Tel. +49 228 885-2443
presse@dfg.de
Ansprechpartner in der DFG-Geschäftsstelle:
Dr. Philip Thelen
Internationale Zusammenarbeit
Tel. +49 228 885-2663
Philip.Thelen@dfg.de

Cornelia Pretzer | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de/kopernikus-preis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie