Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kontrollierte Plasmen und geräuschreduzierende Hörgeräte: Transferpreis für RUB-Forscher

07.07.2010
Transferpreis 2009 an zwei RUB-Wissenschaftler verliehen
Prämiert: Die besten Patente und Erfindungen des vergangenen Jahres

Für die erfolgreiche Umsetzung vom Know-how aus der Hochschule in marktreife Produkte und Verfahren hat die rubitec GmbH, Gesellschaft für Innovation und Technologie der RUB, den Transferpreis 2009 verliehen. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis, gestiftet von der IHK Bochum, der RUB und der rubitec, wurde diesmal geteilt und ging an Prof. Dr. Uwe Czarnetzki (Physik und Astronomie) sowie an Prof. Dr.-Ing. Rainer Martin (Elektrotechnik und Informationstechnik).

Prof. Czarnetzki hat sein Verfahren zur Kontrolle der Ionenenergie in sog. Nichtgleichgewichtsplasmen für die industrielle Anwendung weiter optimiert. Prof. Martin wurde für seine Entwicklungen auf dem Gebiet der „Geräuschreduktion für Hörgeräte“ in Zusammenarbeit mit der Firma Siemens ausgezeichnet. Darüber hinaus prämierte die rubitec drei Erfindungen aus dem Jahr 2009 mit jeweils 1.000 Euro im Erfinderwettbewerb.

Kontrolle von Ionenfluss und -energie

Prof. Dr. Uwe Czarnetzki (Lehrstuhl für Plasma- und Atomphysik) erforscht die Physik von Nichtgleichgewichtsplasmen. Eine sowohl für Forschung wie auch technische Anwendungen bedeutende Klasse von Plasmen sind die mit Hilfe von Radiofrequenzanregung (RF) erzeugten Entladungen. Prof. Czarnetzki hat den „Elektrischen Asymmetrie Effekt“ (EAE) entwickelt, der zum ersten Mal eine weitgehend unabhängige und technisch einfache Kontrolle zweier Schlüsselparameter bei den Entladungen erlaubt: Ionenfluss und Ionenenergie Die unabhängige Einstellung beider Parameter ist Voraussetzung, um Plasmaoberflächenprozesse wie Beschichtung oder Ätzen zu optimieren – zum Beispiel in der Herstellung von Halbleiterbauelementen für die Mikroelektronik, aber auch in „großflächigen“ Anwendungen auf mehreren Quadratmetern z. B. für Solarzellenherstellung oder Glasbeschichtung. Für die Entdeckung und Weiterentwicklung des EAE erhielt Prof. Czarnetzki bereits den Erfinderpreis 2008 der rubitec und den Plasma Innovation Prize 2010 der European Physical Society. Für die erfolgreiche Übertragung des Verfahrens in die industrielle Produktion mit der Firma Leybold Optics (LO) wurde er nun mit dem Transferpreis ausgezeichnet. Ab diesem Monat wird der EAE, seine grundlegende Physik und technische Anwendung in einem vom Bundesministerium für Umwelt (BMU) geförderten Verbundprojekt in Zusammenarbeit von RUB und LO über drei Jahre weiter intensiv untersucht.

Besseres Hören ohne störende Geräusche

Bei einem Hörverlust vermindern störende Geräusche und Raumhall das Sprachverstehen und erfordern eine erhöhte Höranstrengung. Ohne eine wirksame Geräuschreduktion sind die Kommunikationsmöglichkeiten der betroffenen Personen in schwierigen akustischen Umgebungen stark eingeschränkt. Prof. Dr.-Ing. Rainer Martin befasst sich seit vielen Jahren mit der Verbesserung der Sprachsignale, speziell auch unter den technologischen Randbedingungen eines Hörgeräts. Dabei erforscht er Verfahren, die sich die statistischen Eigenschaften von Sprachsignalen und Geräuschen zu Nutze machen. Bereits seit 2002 kooperiert Prof. Martin mit der Siemens Audiologische Technik GmbH (SAT) in Erlangen. Auf seinen Arbeiten zur statistischen Analyse von Umgebungsgeräuschen aufbauende Verfahren werden seit 2002 mit Variationen in Siemens Produkten eingesetzt. Ziel der erfolgreichen Zusammenarbeit ist eine ständige weitere Qualitätsverbesserung der Hörsysteme. Prof. Martin erhielt u. a. den Erfinderpreis 2007 der rubitec für seine Erfindung zur Unterdrückung akustischer Artefakte.

Heureka: gut erfunden!

Mit jeweils 1.000 Euro prämierte die rubitec zudem die besten Diensterfindungen aus der RUB. Die Preise im Erfinderwettbewerb gingen an die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Nils Metzler-Nolte (Chemie und Biochemie) für die Entwicklung neuartiger Antibiotika mit Metallkomplexen (Metall-Derivate eines Naturstoffs), an Prof. Dr.-Ing. Jürgen Oehm (Elektrotechnik und Informationstechnik) für ein neues Verfahren zur Herstellung von elektrotechnischen Bauelementen („Integrierte Struktur zur Messung des Lichteinfallswinkels“) und an Dipl.-Ing. Carsten Heising (Elektrotechnik und Informationstechnik) für seine Entwicklung „Regler für zeitvariante Systeme“.

Neue Runde 2010

Auch in diesem Jahr sind der Transfer- und Erfinderpreis wieder ausgeschrieben. Ziel ist, das Patentbewusstsein zu stärken, eine neue „Patentkultur“ in der RUB zu etablieren und Diensterfindungen zu honorieren. Bewerbungsfrist ist der 31.12.2010.

Weitere Informationen

Dr. Karl Grosse, rubitec GmbH, Tel. 0234/32-11950, E-Mail: rubitec@rub.de

Redaktion: Jens Wylkop

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie