Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Konrad Beyreuther ist Träger des ersten Hartwig Piepenbrock-DZNE Preises

02.09.2011
Der erste Hartwig Piepenbrock-DZNE Preis für herausragende Forschung im Bereich der neurodegenerativen Erkrankungen wird heute an den renommierten Heidelberger Alzheimerforscher Prof. Konrad Beyreuther verliehen.

Geehrt wird Beyreuther für die Aufklärung der molekularen Beschaffenheit des Amyloid-Proteins, der Kernkomponente von krankhaften Ablagerungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten. Der mit 60.000 Euro dotierte Preis wird von der Piepenbrock Unternehmensgruppe gestiftet, die Auswahl des Preisträgers erfolgte durch ein internationales wissenschaftliches Preisgericht unter der Koordination des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).

Die Preisverleihung findet im Rahmen der wissenschaftlichen Konferenz "Neurodegeneration and Ageing" auf dem Schloss Bensberg in Bergisch Gladbach statt. Begrüßt werden die Gäste durch Olaf Piepenbrock, Geschäftsführender Gesellschafter der Piepenbrock Unternehmensgruppe. Prof. Pierluigi Nicotera, Wissenschaftlicher Vorstand des DZNE, spricht die Laudatio, Stifterin Maria-Theresia Piepenbrock überreicht den Preis.

Hintergrund
Ein Hauptmerkmal der Alzheimer-Erkrankung sind Proteinablagerungen im Gehirn der Patienten, durch die Nervenzellen geschädigt werden und schließlich absterben. Fast 80 Jahre nachdem der deutsche Arzt Alois Alzheimer die so genannten "Alzheimer-Plaques" entdeckte, ist es Konrad Beyreuther in den 1980er Jahren gelungen, ihre biochemische Zusammensetzung aufzuklären. Diese bahnbrechende Entdeckung markiert den Beginn der molekularen Erforschung von Alzheimer, einer bis dahin gänzlich unverstandenen Krankheit.

Die Aufklärung der Ursachen der Alzheimer-Erkrankung hat Beyreuther über Jahrzehnte konsequent weiter verfolgt. Mit seinen Kollegen hat er gezeigt, wie die Proteinablagerungen entstehen und konnte diesen Vorgang im Reagenzglas hemmen. Noch ist Alzheimer nicht heilbar. Dass aber begründete Hoffnung besteht, in den kommenden 10 bis 15 Jahren neue wirksame Therapie- oder Präventionsverfahren zu entwickeln, ist in hohem Maße den Forschungsarbeiten von Beyreuther zu verdanken.

Der Preisträger
Nach der Promotion am Max-Planck-Institut für Biochemie München arbeitete Konrad Beyreuther von 1968 bis 1987 am Institut für Genetik der Albertus-Magnus-Universität zu Köln, wo er seit 1980 als Professor für Genetik forschte und lehrte. Von 1987 bis 2007 war Beyreuther Professor am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) und leitet seit 2006 das Netzwerk AlternsfoRschung der Universität Heidelberg. Für seine Forschungsarbeiten zum molekularen Verständnis der Alzheimer-Krankheit wurde Beyreuther mehrfach ausgezeichnet. Darüber hinaus war er von 2001 bis 2006 Staatsrat für Lebens- und Gesundheitsschutz und damit Mitglied der baden-württembergischen Landesregierung.
Über Piepenbrock
Die Piepenbrock Unternehmensgruppe ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen in der vierten Generation. Piepenbrock entlastet seine Kunden durch ein breites Dienstleistungsspektrum, z. B. in den Bereichen Facility Management, Gebäudereinigung, Sicherheit und Instandhaltung. Im Maschinenbau ist Piepenbrock mit seinen Verpackungsmaschinen erfolgreich. Piepenbrock hat eine lange Tradition in der Förderung des Sports, der Umwelt und der Künste. Vor diesem Hintergrund ergänzt sie ihr gesellschaftliches Engagement nun um das Gebiet der neurodegenerativen Erkrankungen. Mit dem Bewusstsein, dass neurodegenerative Erkrankungen schwerwiegende Auswirkungen auf Patienten, Familien und Betreuer haben, hat sich Piepenbrock entschieden, diesen Forschungsbereich zu fördern.
Über das DZNE
Das DZNE ist ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft. Es hat zum Ziel, Ursachen und mögliche Präventionen sowie Behandlungsansätze von neurodegenerativen Erkrankungen zu erforschen und neue Versorgungsstrategien zu entwickeln. Dabei wird die gesamte Forschungsbandbreite zu diesem Thema abgedeckt: Von der Aufklärung molekularer Prozesse in den Nervenzellen, über die klinische Forschung, bis hin zur Populations- und Versorgungsforschung. Mit seinen neun Standorten bündelt das DZNE bundesweit die wissenschaftliche Kompetenz auf dem Forschungsfeld der Neurodegeneration.

Karein Weigmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dzne.de/
http://www.zmbh.uni-heidelberg.de/Beyreuther

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie