Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kollege Roboter denkt mit

30.09.2010
Bayreuther Roboterforscher werden weiter von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt

Sicherheitsstrategien für die Koexistenz und die Kooperation von Mensch und Roboter: An diesem Thema arbeitet Professor Dr. Dominik Henrich, Inhaber des Lehrstuhls für Robotik und Eingebettete Systeme an der Universität Bayreuth, mit seinem Team bereits ausgesprochen erfolgreich. Jetzt hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) einer Verlängerung des Simero- Projektes für die Dauer von drei Jahren zugestimmt.

Roboter sind stark, sie sind präzise und ausdauernd. Menschen sind geschickt bei komplizierten Handarbeiten und können flexibel auf unbekannte Situationen reagieren. „Durch die enge Zusammenarbeit von Mensch und Roboter werden die verschiedenen Stärken kombiniert“, sagt Professor Dr. Henrich.

So ganz reibungslos lief die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter bislang allerdings nicht immer. Die schlichte Sicherheitsstrategie für die Kooperation von Mensch und Maschine bestand häufig darin, dass ein Robotersystem sich selbst ausschaltete, sobald ihm ein Mensch zu nahe kam. Gut für den Menschen, schlecht aber im Hinblick auf die Verfüg-barkeit der Maschine: Denn nach jedem Nothalt galt es, das gesamte System neu zu starten. „Und das kostet in einem industriellen Umfeld natürlich jede Menge Zeit und Geld“, so Professor Dr. Henrich.

Mit dem Simero-Projekt lernten Roboter zu sehen und sie lernten zu reagieren. Die Augen des Roboters sind Kameras: Damit beobachtet er die Arbeitszelle, die er sich mit einem Menschen teilt, sehr genau. Kommt der Mensch näher verlangsamt der Roboter seine Tätigkeit – bis zum Stillstand, kurz bevor der Mensch ihn berührt. Inzwischen haben die Bayreuther Wissenschaftler Robotern auch beigebracht, dem Menschen auszuweichen. Der Mensch kann also die Qualität der Arbeit des Roboters überwachen, Fehler beheben, das System kontrollieren, warten oder reinigen, ohne dass der Roboter still steht und ohne sich dabei selbst einer Gefahr auszusetzen. Das überzeugt inzwischen auch Unternehmen, die sich für die Technologie aus Bayreuth interessieren.

Dem Forscher- und Entwicklerteam um Professor Dr. Henrich geht es aber nicht minder um einen weiteren Ausbau der grundlegenden Fähigkeiten ihres Systems. So sicher soll es werden, dass es jedem Alltagseinsatz Stand hält. Und so gut, dass die Verfügbarkeit der Roboter weiter steigt. Dazu arbeiten die Forscher an der Fähigkeit zur Rekonstruktion: Die Augen des Roboters sollen nicht nur erkennen, auf welche Objekte er reagieren muss. Er soll auch lernen, welche Objekte ihn nicht beeinflussen sollten. Damit würden Störfaktoren ausgeschlossen, ohne die Sicherheit für den Menschen zu verringern. Professor Dr. Henrichs konkretes Beispiel: „Wenn dann jemand seine Arbeitstasche in der Roboterzelle vergisst, bremst der Roboter seine Arbeitsgeschwindigkeit nicht ab, sondern weicht der Tasche im besten Fall aus.“

Mit Hilfe der DFG, deren Unterstützung zwei Mitarbeiterstellen sichert, wird es in den kommenden drei Jahren zudem darum gehen, das Einrichten und die Konfiguration des Systems grundsätzlich zu untersuchen. Professor Dr. Henrich: „Änderungen im Aufbau, wie etwa die Umpositionierung von Kameras, zeigten sich in der Vergangenheit als relativ aufwendig. Und immer wieder stellte sich in Gesprächen mit möglichen Anwendern heraus, dass die Einrichtphase des Systems für seinen konkreten Einsatz wesentlich ist.“ Deshalb gelte es jetzt den Aufbau und die Parametrisierung des Kamerasystems sowie die Analyse und Vorausberechnungen zu optimieren und damit die Effizienz zu steigern. Darüber hinaus verspreche die (semi-) automatische Optimierung der Kamerakonfiguration eine deutlich verbesserte Leistungsfähigkeit.

Frank Schmaelzle | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Verleihung GreenTec Awards 2018 – Kategorie »Energie« am 24. April 2018 auf der Hannover Messe
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht 31,5 Millionen Euro für Forschungsinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (InnBW)
20.04.2018 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics