Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Knorpel heilen mit Stammzellen

16.11.2010
Mit 12.500 Euro ist der Wissenschaftspreis dotiert, den der Würzburger Mediziner Andre Steinert erhalten hat.
Die Stiftung „Association for Orthopaedic Research“ (AFOR) mit Sitz in der Schweiz zeichnet damit eine Arbeit zur Knorpelregeneration aus, die Steinert und sein Team in der Zeitschrift Tissue Engineering veröffentlicht haben.

Schäden an den Gelenkknorpeln, wie sie etwa bei der Arthrose auftreten, stellen für Patienten und Ärzte bis heute ein ungelöstes Problem dar. „Alle Behandlungsmöglichkeiten sind unzureichend, sie können die Gelenkflächen leider nicht wiederherstellen“, so Dr. Steinert.

Eine Möglichkeit, die Therapie von Knorpelschäden zu verbessern, liegt in der Verwendung so genannter adulter Stammzellen. Diese Zellen lassen sich aus dem Knochenmark der Patienten gewinnen und haben das Potenzial, sich zu Knorpelzellen weiterzuentwickeln. Die Idee: Bringt man solche Stammzellen mit einem Trägermaterial in die kaputten Gelenke der Patienten, könnten sie dort neuen Knorpel bilden und die Defekte heilen.

Gentransfer verbessert Stammzellen

Von alleine allerdings sorgen die Stammzellen nicht für den Nachschub von Knorpel – dazu müssen sie erst mit speziellen Wachstums- und Differenzierungsfaktoren angeregt werden. Erreichen lässt sich das auf elegante Weise, wie Steinerts Team in Kooperation mit der Harvard-Universität (USA) nachgewiesen hat: Die nötigen Faktoren können sehr effizient direkt in den Stammzellen entstehen, wenn man diese zuvor mit den entsprechenden Genen ausstattet. Kombiniert man dabei bestimmte Faktoren, ergibt das im Laborversuch eine verbesserte Knorpelregeneration.

Ob sich der Laborbefund auf einen Organismus übertragen lässt, wird derzeit am Tiermodell überprüft. Die Forscher hoffen darauf, verbesserte Therapiestrategien für die Behandlung von Knorpeldefekten und Arthrose entwickeln zu können.

Ausgezeichnete Arbeit ist publiziert

Den Preis bekam Andre Steinert im September beim AFOR-Sommerkurs in Rostock/Warnemünde verliehen. Der Titel der ausgezeichneten Arbeit lautet „Enhanced In Vitro Chondrogenesis of Primary Mesenchymal Stem Cells by Combined Gene Transfer“, veröffentlicht wurde sie 2009 in der Zeitschrift Tissue Engineering.

Der AFOR-Preis ist nicht die erste Auszeichnung, die der Wissenschaftler erhält. 2010 wurde ihm der Röntgenpreis der Universität Würzburg für herausragende Nachwuchswissenschaftler zuerkannt, 2009 der Greti-Delfauro-Preis der Deutschen Akademie der osteologisch-rheumatologischen Wissenschaften und 2004 deren Publikationspreis. Steinert forscht am Lehrstuhl für Orthopädie im Bezirkskrankenhaus König-Ludwig-Haus.

Kontakt

PD Dr. Andre Steinert, Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Würzburg, Bezirkskrankenhaus König-Ludwig-Haus, T (0931) 803-3145, a-steinert.klh@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

nachricht EU fördert exzellente Nachwuchsforschung: Zehn Auszeichnungen gehen nach Nordrhein-Westfalen
15.09.2017 | Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie