Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der kleine Unterschied - Becton-Dickinson Biosciences PhD Preis für Heptitis-C Forschung

21.08.2013
Für ihre Dissertation über das Hepatitis-C-Virus (HCV) hat Dr. Kathrin Hüging den mit 1000 Euro dotierten Becton-Dickinson Biosciences PhD Preis des Zentrums für Infektionsbiologie (ZIB) erhalten.

Sie hat nach den entscheidenden Unterschieden zwischen Leber- und anderen Zellen gesucht, die dazu führen, dass Leberzellen für das Virus empfänglich sind, andere jedoch nicht - und sie hat ihn gefunden.

Am Institut für Experimentelle Virologie ist Kathrin Hüging der Frage nachgegangen, weshalb HCV ausschließlich Leberzellen infiziert. In ihrer Arbeit "Identification of host determinants of HCV tropism and particle assembly" hat sie nach den entscheidenden Unterschieden zwischen Leber- und anderen Zellen gesucht, die dazu führen, dass Leberzellen für das Virus empfänglich sind, andere jedoch nicht.

"Wir wissen inzwischen recht genau, wie das Virus in Zellen hineingelangt. Mich hat nun interessiert, was innerhalb der Zelle bei der Vermehrung des Virus geschieht", erläutert Kathrin Hüging. Was benötigt HCV also, um sich zu vermehren und wieder aus der Leberzelle auszuschwärmen? Ihr Ergebnis in Kürze: Entscheidend sind das Apolipoprotein E und die MicroRNA-122, die beide eine Rolle im Fettstoffwechsel der menschlichen Leber spielen.

Ohne diese beiden Faktoren entstehen in einer infizierten Zelle keine infektiösen Partikel, die wiederum andere Zellen infizieren können. Werden jedoch Darm-, Nieren- oder andere in Laboren verwendete Forschungszelllinien mit diesen zwei Faktoren ausgestattet, kann sich HCV auch in ihnen erfolgreich vervielfältigen und die Nachkommen können ausschwärmen.

"Diese Ergebnisse verdeutlichen auf molekularer Ebene, warum sich HCV vorwiegend in Leberzellen vermehrt", sagt Prof. Thomas Pietschmann. Allerdings werden bei einer chronischen Hepatitis C immer wieder auch Krankheitssymptome beobachtet, die nicht direkt mit der Leber in Zusammenhang stehen. Ob diese Symptome entstehen, weil sich HCV - bis zu einem gewissen Grad - auch in Geweben außerhalb der Leber vermehrt oder durch die eingeschränkte Funktion der infizierten Leber auftritt, ist noch unklar. "Kennen wir die molekulare Ursache solcher HCV-assoziierter Komplikationen, können in Zukunft Strategien für eine noch wirkungsvollere Behandlung entwickelt werden", ist Thomas Pietschmann überzeugt.

Weitere Informationen:

http://www.twincore.de/infothek-und-presse/mitteilungen/newsdetails/artikel/597/
http://www.twincore.de/forschung/institute/experimentelle-virologie/

Dr. Jo Schilling | idw
Weitere Informationen:
http://www.twincore.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gesundes Altern: Neues EU-Projekt zur menschlichen Leber
23.08.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich
23.08.2017 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ein Feuerwerk der chemischen Forschung

24.08.2017 | Veranstaltungen

US-Spitzenforschung aus erster Hand: Karl Deisseroth spricht beim Neurologiekongress in Leipzig

24.08.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eisberge: Mathematisches Modell berechnet Abbruch von Schelfeis

24.08.2017 | Geowissenschaften

Besseres Monitoring der Korallenriffe mit dem HyperDiver

24.08.2017 | Geowissenschaften

Rauch von kanadischen Waldbränden bis nach Europa transportiert

24.08.2017 | Geowissenschaften