Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kieler Meeresforscher mehrfach ausgezeichnet

07.04.2011
Ehrungen für drei IFM-GEOMAR-Wissenschaftler auf der Jahrestagung der European Geosciences Union

Auf der europaweit größten Tagung von Geowissenschaftlern, der Jahrestagung der European Geosciences Union (EGU), die diese Woche in Wien, Österreich stattfindet, werden gleich drei Wissenschaftler des Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) ausgezeichnet.

Die Geophysikerin Prof. Dr. Heidrun Kopp hält in diesem Jahr die hochkarätige C.F.Gauß-Lecture über ein Thema, dass aktueller nicht sein könnte: Es geht um die Erforschung von Subduktionszonen und deren Rolle bei Erdbeben und Tsunamis. An Subduktionszonen werden ozeanische Erdplatten unter kontinentale Erdplatten gedrückt. Dieser Prozess ist mit Vulkanismus und häufigen, oft sehr starken Erdbeben verbunden. Jüngste Beispiele sind das Beben vor Sumatra am 26. Dezember 2004, das Erdbeben in Chile am 27. Februar 2010 und das Sendai-Beben vor Japan am 11. März 2011.

Alle drei hatten neben den direkten Schäden durch das Beben auch mehr oder weniger katastrophale Tsunamis zur Folge. Professorin Kopp erklärt in ihrem Vortrag mit dem Titel „Sailing the seven seas: from seafloor images into the seismogenic zone“ neueste Techniken der marinen Geophysik, mit denen diese Plattengrenzen erforscht werden. Außerdem stellt sie aktuelle Erkenntnisse über die Prozesse, die beim Zusammentreffen zweier Erdplatten ablaufen, vor.

Die C.F. Gauß-Lecture wird seit 2006 von der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft (DGG) auf der Jahrestagung der EGU veranstaltet. Dabei stellt die für diesen Vortrag ausgewählte und eingeladene Persönlichkeit neueste Entwicklungen der geophysikalischen Forschung vor. Die Vortragsreihe ehrt den Mathematiker und Physiker Carl Friedrich Gauß (1777-1855), der mit seinen frühen Untersuchungen zum Erdmagnetfeld auch Grundlagen für die moderne Geophysik legte.

Zuvor hatte bereits der Meeresbiologe Professor Ulf Riebesell vom IFM-GEOMAR die Vladimir Ivanovich Vernadsky Medaille der EGU für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der marinen Biogeochemie erhalten. Die Auszeichnung ist nach dem russisch-ukrainischen Geologen Vladimir Ivanovitsch Vernadsky benannt, der als Begründer der Biogeochemie gilt.

Ferner wird der Ozeanograph Andreas Oschlies, Professor für Biogeochemische Modellierung am IFM-GEOMAR, den Georg-Wüst Preis 2011 der Deutschen Gesellschaft für Meeresforschung erhalten. Die im zweijährigen Turnus verliehene Auszeichnung wird von der internationalen Fachzeitschrift „Ocean Dynamics“ des Heidelberger Springer Verlages unterstützt. Sie erinnert an den Ozeanographen Georg Adolf Otto Wüst (1890-1977), der als erster das komplette Strömungssystem des Atlantiks darstellte.

Andreas Villwock | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifm-geomar.de
http://www.ozean-der-zukunft.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics