Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Keine Staus im Internet!

15.03.2011
· Leibniz-Preis für Professor Anja Feldmann
· Forschungsergebnisse machen Internet weltweit schneller und sicherer

Ein Leben ohne Information und Kommunikation? Ein Leben ohne Internet? Für Millionen Menschen weltweit ist das unvorstellbar. Die Möglichkeiten der Informationstechnik begleiten uns und bereichern unser tägliches Leben. Und dass es trotz ständig steigender Nutzerzahlen sowie zunehmenden Informationsangeboten und Anwendungen auch in Zukunft nicht zu Staus und Ausfällen im Internet kommt, daran forscht Professor Anja Feldmann, Ph.D.

Anja Feldmann leitet das Fachgebiet „Intelligent Networks and Management of Distributed Systems“ an der TU Berlin und eine Forschungsgruppe bei den Deutsche Telekom Laboratories (T-Labs). Ihr Fachgebiet ist eine Stiftungsprofessur der T-Labs, der Forschungs- und Entwicklungseinheit der Telekom, die gleichzeitig ein An-Institut der TU Berlin sind. Seit 2010 ist Anja Feldmann zudem Dekanin der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik an der TU Berlin.

Am 16. März 2011 wird ihr die Deutsche Forschungsgemeinschaft den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2011 überreichen. Der mit 2,5 Millionen Euro dotierte Preis ist einer der bedeutendsten deutschen Forschungspreise. In diesem Jahr gibt es 10 Preisträgerinnen und Preisträger.

„Der Leibniz-Preis ist eine tolle Überraschung für mich und mein Team. Mit solch einer Ehrung kann man nicht rechnen“, freut sich Feldmann. „Das Preisgeld von 2,5 Millionen Euro ermöglicht uns einen noch größeren Freiheitsgrad in der Forschung. Wir werden unsere internationale Ausrichtung und Vernetzung noch stärker ausbauen können.“

Als ausgewiesene Expertin für das Internet gehört die Informatikern auch international zur Spitze ihrer Disziplin. Ihre Forschungsergebnisse haben das Netz schneller und sicherer gemacht haben, wovon alle Internetnutzer und Anbieter weltweit profitieren. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen der TU Berlin und internationalen Spitzenforschern entwickelt sie neue Wege, um das Internet an die Anforderungen der Zukunft anzupassen. Schwerpunkte sind der Entwurf eines neuen Internets (Clean Slate Design) und das Internet der Dinge, das den selbstständigen Informationsaustausch von Gegenständen untereinander ermöglicht.

Schnell, sicher und verlässlich: Wie sieht das Internet von morgen aus?

Jeder Internet-User kennt das Problem: Manchmal funktioniert das Netz nicht, wie es soll, oder es ist zu langsam. Wie man das Internet noch schneller, verlässlicher und sicherer machen kann, erforscht Anja Feldmann mit ihrem Team und Fachkollegen aus der ganzen Welt. Ihre Idee: Die Schaffung einer neuen Internetarchitektur.

Diese soll dafür sorgen, dass die Ansprüche der Nutzerinnen und Nutzer künftig die Möglichkeiten der Technik nicht mehr übersteigen. „Damit unser Netz überhaupt funktioniert, mussten immer neue Erweiterungen der bestehenden Architektur programmiert werden“, so Feldmann. „Da wurde ein Pflaster auf ein Pflaster auf ein Pflaster geklebt.“ Warum das Internet nicht gleich neu entwerfen, überlegten sich die Wissenschaftler. „Bisher werden alle Daten mit der gleichen Priorität behandelt und genau hier liegt das Problem“, erläutert Feldmann. „Wenn ich beispielsweise gleichzeitig über Skype telefoniere und ein Video herunterladen möchte, passiert es häufig, dass das Gespräch unterbrochen wird.“ Die Leitungen sind schlichtweg überlastet, die verfügbare Bandbreite nicht ausreichend Dass der Nutzer in diesem Moment vielleicht lieber telefoniert und dafür auf das Herunterladen des Videos verzichtet hätte, kann das Netzwerk nicht wissen.

Eine Lösung des Problems könnte in einer neuen Architektur liegen. Sie teilt das Internet virtuell in verschiedene, von einander getrennte Bereiche. So könnte es ein Netz geben, über das mit hoher Priorität Daten verschickt werden, und eines, das auch mal qualitativ schwanken darf.

Ob die neue Struktur auch millionenfach funktionieren könnte, erforschen Feldmann und ihre Kollegen innerhalb des deutschlandweiten „G-Labs“, dem German Laboratory. Getestet wird unter anderem vor der eigenen Haustür: Insgesamt 46 Sendeanlagen auf fast allen Dächern des Campus der Technischen Universität in Berlin-Charlottenburg gehören zu einem der größten offenen Experimentierplattform für Mesh-Netze weltweit,

dem „Berlin Open Wireless Lab“ (BOWL). Das Besondere: Nicht nur die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzen das Netz, sondern auch alle Mitarbeiter und Studierenden können kostenlos surfen – und werden so gleichzeitig zu Testpersonen für wegweisende Forschung.

Für mehr Überblick im Datenfluss: Wie erhält man relevante Informationen?

Das Smartphone griffbereit, immer online und ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten zu kommunizieren. Wer kennt das nicht? Doch wie erhält man überhaupt relevante Informationen aus dem Datenfluss? Eine hochaktuelle Frage, der Anja Feldmann und ihre Kollegen aus verschiedenen Bereichen nachgehen.

„Die Menge an Informationen, ihre Vielfalt und Herkunft wächst kontinuierlich“, so die Informatikerin. „Somit verbreiten sich auch immer mehr redundante Informationen, die die Nutzer nur sehr schwer bewerten und richtig einordnen können“. Ob Twitter, Facebook – immer neue Arten von Inhalten und Kommunikationsformen etablieren sich. Doch Informationsquellen bieten eine riesige Bandbreite unterschiedlichster Qualität, so dass sich der Umgang mit Informationen und ihre soziale Struktur zwangsläufig ändern.

Das bringt neue Herausforderungen mit sich: Informationen müssen nützlich und vertrauenswürdig sein, ohne Widersprüche und sollen den Empfänger zeitnah erreichen. Eine der Idealvorstellungen der Forscher ist es, fremde Menschen mit denselben Interessen an einem virtuellen Ort nur mit Hilfe neuer Kommunikationssysteme, die untereinander eigenständig Informationen austauschen, miteinander in Kontakt zu bringen.

„Unser Ziel ist es, Hindernisse zur modernen Informationsgesellschaft zu überwinden und die Grundlage für eine effektive, sichere Nutzung von Informationen zu liefern“, erklärt Feldmann, „während gleichzeitig die Privatsphäre des Versenders und Empfängers gewahrt bleibt.“

Pressekontakt TU Berlin:
Referat für Presse und Information
Stefanie Terp, Pressesprecherin
Tel.: 030/314-23922
E-Mail: pressestelle@tu-berlin.de
Deutsche Telekom AG
Corporate Communications
Tel.: 0228 181 – 4949
E-Mail: presse@telekom.de
http://twitter.com/deutschetelekom
Informationen über die Deutsche Telekom Laboratories:
www.laboratories.telekom.com
Über die Deutsche Telekom
Die Deutsche Telekom ist mit rund 129 Millionen Mobilfunkkunden sowie 36 Millionen Festnetz- und mehr als 16 Millionen Breitbandanschlüssen eines der führenden integrierten Telekommunikationsunternehmen weltweit (Stand 31. Dezember 2010). Der Konzern bietet Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Festnetz, Mobilfunk, Internet und IPTV für Privatkunden sowie ICT-Lösungen für Groß- und Geschäftskunden. Die Deutsche Telekom ist in rund 50 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit rund 247.000 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2010 erzielte der Konzern einen Umsatz in Höhe von 62,4 Milliarden Euro, davon wurde mehr als die Hälfte außerhalb Deutschlands erwirtschaftet (Stand 31. Dezember 2010).

| Deutsche Telekom AG
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/?id=26046
http://www.telekom.com/medien

Weitere Berichte zu: Bandbreite Datenfluss Empfänger Festnetz Leibniz-Preis Pflaster T-Labs Video

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie