Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kaiser-Friedrich-Forschungspreis 2013 verliehen!

31.05.2013
Der Kaiser-Friedrich-Forschungspreis, der 2013 wichtige Forschungsergebnisse zum Thema „Photonics4Energy“ auszeichnet, wurde im Rahmen einer festlichen Veranstaltung in der historisch bedeutenden Kaiserpfalz Goslar verliehen.

Die Auszeichnung geht dieses Jahr nach Hameln an Prof. Dr.-Ing. Rolf Brendel und Jan Hendrik Petermann vom Institut für Solarenergieforschung. Sie ist mit 15.000 Euro dotiert, die von dem Goslarer Unternehmer Dr. Jochen Stöbich gestiftet wurden.

Der Kaiser-Friedrich-Forschungspreis, der 2013 wichtige Forschungsergebnisse zum Thema „Photonics4Energy“ auszeichnet, wurde im Rahmen einer festlichen Veranstaltung in der historisch bedeutenden Kaiserpfalz Goslar verliehen. Die Auszeichnung geht dieses Jahr nach Hameln an Prof. Dr.-Ing. Rolf Brendel und Jan Hendrik Petermann vom Institut für Solarenergieforschung. Sie ist mit 15.000 Euro dotiert, die von dem Goslarer Unternehmer Dr. Jochen Stöbich gestiftet wurden. Staatssekretärin Daniela Behrens vom niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und Dr. Oliver Junk, Oberbürgermeister der Stadt Goslar, begrüßten die Teilnehmer aus Wissenschaft und Gesellschaft. Prof. Dr. Thomas Hanschke, Präsident der TU Clausthal, hielt die Laudatio. Staatssekretärin Behrens hob in Ihrer Ansprache die wirtschaftliche Bedeutung der Photonikindustrie hervor.

„Die Branche hat sich bundesweit als starker Jobmotor erwiesen. Zwischen 2005 und 2011 wurden rund 30.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Einschließlich der direkten Zuliefererbranchen fanden im Photonikbereich im Jahr 2011 bundesweit 134.000 Menschen ihren Arbeitsplatz. Erwartet wird bis 2020, dass die Anzahl der Beschäftigen inklusive Zulieferern auf rund 165.000 steigen wird. Zu betonen ist, dass es sich vielfach um hochqualifizierte Beschäftigte handelt, die in dieser sehr zukunftsträchtigen Branche beschäftigt sind.“

Die Preisträger erhielten den Forschungspreis für ihre Arbeit zur materialeffizienten Her-stellung von Solarzellen. Unter dem Titel „Hocheffiziente sägefreie Silizium-Dünnschichtsolarzellen“ stellten sie ein Verfahren vor, mit dem die Herstellung von Solarzellen 80% weniger kristallines Silizium und auch deutlich weniger Energie verbraucht. Dadurch können die Kosten für Solarzellen voraussichtlich soweit gesenkt werden, dass Photovoltaikanlagen auch ohne Subventionen wieder rentabel werden.

Die siebenköpfige Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft hatte in diesem Jahr aufgrund der sehr unterschiedlichen Bewerbungen von hohem wissenschaftlichem Niveau drei Arbeiten für den Forschungspreis nominiert. Die anderen beiden Nominierungen waren die Arbeit von Prof. Dr. Ernst Brinkmeyer und Thomas Waterholter von der Technische Universität Hamburg-Harburg zum Thema „Optische Kommunikationstechnik zum Thema Faseroptisches OLCR-Lidar mit synthetischer Laserquelle zur Optimierung von Windkraft-anlagen“ sowie die Arbeit „Licht vor der Hacke – Endoskopie zur Nutzung von Geoenergie“ von Thomas Reinsch, Guido Blöcher und Harald Milsch, Helmholtz Zentrum Potsdam, Dr .Kort Bremer, HOT Hannoversches Zentrum für optische Technologien, Elfed Lewis und Gabriel Leen, University of Limerick und , Steffen Lochmann, Hochschule Wismar..
Am Ende setzte sich die Arbeit aus Hameln aufgrund ihres hohen Innovationscharakters und der großen wirtschaftlichen Bedeutung durch.

Der Preisträger Prof. Dr.-Ing. Rolf Brendel ist wissenschaftlicher und geschäftsführender Leiter des niedersächsischen Instituts für Solarenergieforschung in Hameln/Emmerthal (ISFH). Das ISFH ist ein An-Institut der Leibniz Universität Hannover und hat derzeit 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche angewandte Forschung in den Bereichen Photovoltaik und Solarthermie in enger Kooperation mit der Industrie durchführen. Außerdem leitet er die Abteilung Solarenergie im Institut für Festkörperphysik der Leibniz Universität.
Der diplomierte Physiker Jan Hendrik Petermann forscht seit 2010 unter der Leitung von Herrn Prof. Dr.-Ing. Rolf Brendel am Institut für Solarenergieforschung Hameln. In der Gruppe Dünnschichtsolarzellen von Frau Dr. Kajari-Schröder arbeitet er an hocheffizienten dünnen Siliziumsolarzellen und deren Verschaltung in neuartigen Modulkonzepten.

Solarzellen aus kristallinem Silizium sind zu einem wichtigen Baustein der gegenwärtigen und zukünftigen Energieversorgung geworden. So genannte PERC-Zellen mit Siebdruckkontakten, die gerade neu auf den Markt kommen, haben Wirkungsgrade von 19% und verwenden Scheibendicken von 180 μm. Die Siliziumscheiben (Wafer) werden von einem großvolumigen Kristall durch kostenintensives Sägen getrennt. Dabei gehen 140 μm Silizium verloren. Heutige Siliziumwafer verbrauchen also 320 μm (180 μm +140 μm) Siliziummaterial und tragen mit etwa 30 bis 40 % zu den Kosten der PV-Module bei.
Dünnschichtsolarzellen, die mit dem prämierten Verfahren erzeugt werden können, haben nur eine Dicke von 43 μm und werden ohne das Sägen und somit ohne Sägeverluste hergestellt. Dadurch werden ca. 80% weniger kristallines Silizium als bei konventionelle Wafersolarzellen benötigt. Durch den Wegfall eines Kristallisationsschritts kann außerdem Energie eingespart werden. Die Dünnschichtsolarzellen erreichen einen Wirkungsgrad von 19.1%. Dies war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im Jahr 2012 der weltweit höchste Wirkungsgrad, der mit sägefrei hergestellten Solarzellen demonstriert wurde. Die entwickelte Technik kann die Kosten für den Siliziumwafer nahezu dritteln.

Der Forschungspreis

Der mit 15.000 Euro dotierte Kaiser-Friedrich-Forschungspreis wird bundesweit alle zwei Jahre für herausragende und anwendungsnahe Forschung in den Optischen Technologien ausgelobt und seit 2003 im Rahmen des Innovationsforums Photonik in der Kaiserpfalz zu Goslar verliehen. Stifter des Preises ist der Goslarer Unternehmer Dr. Jochen Stöbich, für den die Förderung exzellenter Wissenschaft das Fundament unternehmerischer Entwicklung und erfolgreicher Positionierung am Weltmarkt darstellt.

Der Kaiser-Friedrich-Forschungspreis sowie das InnovationsForum Photonik als Rahmenprogramm zur Preisverleihung wird vom niedersächsischen Kompetenznetz Optische Technologien PhotonicNet, der TU Clausthal und dem Fraunhofer HHI organisiert. Unterstützt wurde die Preisverleihung durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, die Stadt Goslar und die Sparkasse Goslar.

Dr.-Ing. Thomas Fahlbusch | idw
Weitere Informationen:
http://www.photonicnet.de/Aktuelles/KFFP2013

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften