Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Junge Innovatoren verbessern mit Software Chemotherapien

17.12.2013
Baden-Württemberg fördert die Freiburger Wissenschaftler Markus Ruch, Johannes Klug und Sebastian Sebald

Im Rahmen des Programmes „Junge Innovatoren“ fördert das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg ein Freiburger Wissenschaftlerteam, das Software entwickelt, um Chemotherapien zu verbessern.

Der Volkswirt Dr. Markus Ruch, der Mathematiker Johannes Klug und der Informatiker Sebastian Sebald erarbeiten und vertreiben eine modulare Therapie- und Qualitätsmanagementsoftware, die zu besseren Behandlungsergebnissen und einem effizienten Personaleinsatz führt.

Die drei Freiburger Wissenschaftler erhalten für 24 Monate das Einkommen einer halben Stelle an der Universität, ein Sachmittelbudget von 20.000 Euro sowie ein Coaching-Budget von 5.500 Euro.

Die Zahl der Krebsdiagnosen steigt an, das Fachwissen über die Behandlungsmöglichkeiten nimmt zu, aber den Ärztinnen und Ärzten sowie den Pflegekräften steht immer weniger Zeit zur Verfügung, um ihre Patientinnen und Patienten zu versorgen. Vor diesem Hintergrund leistet das Projekt des Wissenschaftlerteams einen neuartigen Lösungsbeitrag.

Die Chemotherapie ist ein komplexer Prozess, an dem viele Personen mitarbeiten und der in einzelnen Schritten und an verschiedenen Orten abläuft: Zuerst planen die Ärztinnen und Ärzte das Schema auf der Station, anschließend bereiten Apothekerinnen und Apotheker die Zytostatika in der Apotheke zu. Abschließend erfolgt die Dokumentation und Qualitätskontrolle im Rechenzentrum. Die neue Software ermöglicht, den aufwändigen Prozess als Einheit zu betrachten, zu automatisieren und Fehlerquellen zu reduzieren. Sie umfasst die vier Software-Module ChemoCompile und ChemoRadio, ChemoApotheke und ChemoQM.

Im April 2013 haben Markus Ruch, Johannes Klug und Sebastian Sebald zusammen mit den Gesellschaftern Dr. Andreas Horn, Claudius Heitz und Daniel Heitz das Unternehmen MPS – Medizinische Planungssysteme GmbH mit Unterstützung des Gründerbüros der Universität Freiburg und einer EXIST-Förderung gestartet. Mit dem EXIST-Programm unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie technologie- und wissensbasierte Gründungsvorhaben. Die Firma MPS hat bereits eine Basisversion des Software-Moduls ChemoCompile entwickelt und vermarktet es seit November. ChemoCompile ist eine nach dem Medizinproduktegesetz entwickelte Software-Lösung zur Planung, Kontrolle und Dokumentation von Chemotherapien in Kliniken, Praxen, Tumor- und medizinischen Versorgungszentren. Das Unternehmen MPS und die Wissenschaftler arbeiten eng mit dem Universitätsklinikum Freiburg zusammen. Ein Team aus vier leitenden Oberärzten unterstützt die Innovatoren bei medizinischen Belangen. Mehr als 400 Therapieprotokolle stehen ihnen zur Auswertung zur Verfügung. Darüber hinaus wird sich die Universitätsklinik als Vertriebspartner für das Projekt einsetzen.

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert mit dem Programm „Junge Innovatoren“ wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen dabei, sich selbständig zu machen, um neue Produkte oder Verfahren herzustellen und zu vertreiben. Förderwürdig sind nur Unternehmensgründungen, die auf Erfindungen von Existenzgründerinnen und Existenzgründern, einer von ihnen entwickelten Software oder ihrem technologischen Know-how beruhen.

Kontakt:
Dr. Anja Biehler
Projekt EXIST
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-4282
E-Mail: anja.biehler@pr.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | Uni Freiburg im Breisgau
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de

Weitere Berichte zu: ChemoCompile Chemotherapien Innovator

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie