Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

John C. Polanyi, Chemiker und Nobelpreisträger, erhält die Helmholtz-Medaille

04.06.2012
Mit der Verleihung der Helmholtz-Medaille an den kanadischen Chemiker John Charles Polanyi würdigt die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften dessen überragendes wissenschaftliches Gesamtwerk auf dem Gebiet der Dynamik chemischer Reaktionen.
Die Auszeichnung wird am 30. Juni 2012 im Rahmen des diesjährigen Leibniztages der Akademie im Konzerthaus am Gendarmenmarkt vergeben. Polanyi führte bahnbrechende Untersuchungen auf diesem Feld durch, wofür er 1986 zusammen mit Yuan T. Lee und Dudley R. Herschbach mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde.

Schon früh hat John C. Polanyi das Prinzip eines chemischen Lasers vorgeschlagen, der später durch andere experimentell realisiert wurde. In den vergangenen Jahren lieferte John Polanyi wichtige Beiträge zur Erforschung der Dynamik von Oberflächenreaktionen. Über seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen hinaus engagiert er sich in der internationalen Friedensbewegung. So ist er Präsident des Canadian Committee for Scientists and Scholars sowie Gründungsmitglied und Chairman der kanadischen Sektion der Pugwash Conferences on Science and World Affairs, die 1995 mit dem Friedens-Nobelpreis gewürdigt wurde.

John Charles Polanyi wurde am 23. Januar 1929 in Berlin als Sohn des namhaften ungarischen Physikochemikers und Philosophen Michael Polanyi geboren, der damals am Kaiser-Wilhelm-Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie in Dahlem wirkte. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurde die Familie 1933 gezwungen, nach England zu emigrieren. John C. Polanyi studierte ab 1946 an der University of Manchester Chemie. 1952 wurde er promoviert und ging anschließend als Postdoctoral Fellow an das National Research Council Canada und die Princeton University in den USA. 1956 wurde er Lecturer an der University of Toronto, wo er bis heute eine Professur für Chemie inne hat. John Polanyi führte bahnbrechende Untersuchungen über die Dynamik chemischer Reaktionen durch.
Durch die IR-spektroskopische Untersuchung der Lumineszenz der Reaktionsprodukte konnte er die Verteilung der bei diesen Prozessen freigesetzten Energie auf die verschiedenen Freiheitsgrade ermitteln und im Rahmen theoretischer Konzepte diskutieren. Er hat damit grundlegende Erkenntnisse über den Ablauf chemischer Reaktionen geliefert. John Polanyi hat auch bereits früh das Prinzip eines chemischen Lasers vorgeschlagen, der dann von anderen später experimentell realisiert wurde. In den vergangenen Jahren lieferte er wichtige Beiträge zur Dynamik von Oberflächenreaktionen.

John C. Polanyi ist Fellow der Royal Societies of Canada, London und Edinburgh. Des Weiteren ist er Mitglied der American Academy of Arts and Sciences, der U.S. National Academy of Sciences, der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften (Rom), der Russischen und der Kroatischen Akademie der Wissenschaften. Darüber hinaus ist er Mitglied des Queen's Privy Council for Canada, und er ist Companion of the Order of Canada. Er erhielt den Nobelpreis für Chemie (gemeinsam mit Y. Lee und D. R. Herschbach) und die Royal Medal der Londoner Royal Society sowie mehr als 30 Ehrendoktorwürden, u.a. der Harvard University, des Weizmann Institute of Science (Rehovot/ Israel) und der Freien Universität Berlin.
Er war Mitglied des kanadischen Science and Technology Advisory Board und des Council of Ontario Universities, ehrenamtlicher Berater des Institute for Molecular Science in Japan und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik in Garching. Zusammen mit Sir Brian Urquhart stand er dem Department of Foreign Affairs International Consultative Committee on a Rapid Response Capability for the United Nations vor.

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften verleiht die Helmholtz-Medaille alle zwei Jahre an Einzelpersönlichkeiten für überragende wissenschaftliche Leistungen. Zuletzt erhielten sie 2010 Professor Niels Birbaumer (Tübingen), 2008 Peter Wapnewski (Berlin), 2006 Günter Spur (Berlin), 2004 Hans-Ulrich Wehler (Bielefeld), 2002 Friedrich Hirzebruch (Bonn), 2000 Jürgen Habermas (Starnberg), 1998 Sir Roger Penrose (Oxford/U.K.), 1996 Avram Noam Chomsky (Cambridge, MA/USA), 1994 Manfred Eigen (Göttingen).

John C. Polanyi steht vor der Preisverleihung für Interviews in englischer Sprache zur Verfügung.

Pressekontakt:
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Leitung Referat Information und Kommunikation
Gisela Lerch
Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Tel. 030/20370-657, Fax: 030/20370-366
E-Mail: lerch@bbaw.de

Gisela Lerch | idw
Weitere Informationen:
http://www.bbaw.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über zwei Millionen für bessere Bordnetze
28.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie